Waldorfschule feiert Fertigstellung ihres zehnten Gebäudes
„Ein Gewinn für die Schullandschaft“

Everswinkel -

Nach und nach entstand das, was Geschäftsführer Jürgen Günther das „Schuldorf“ nennt: Erst der gelbe, dann der blaue Pavillon, der Eurythmietrakt, Werkstattpavillon und Stall, das Oberstufengebäude, Sporthalle, Mensa, Kindergarten. Und zwischendrin wich der schlammige Untergrund bald einem frischen Grün. „Jetzt ist es an uns, diese Gebäude mit Leben zu füllen“, sagte Günther in seiner Weiherede. Im Mittelpunkt des Festes standen nicht nur die Baugeschichte der Schule, sondern auch die Schüler selbst.

Freitag, 24.06.2016, 15:11 Uhr
Blick aus dem Mittelstufengebäude: Im Anschluss an den Festakt versammelten sich Schüler, Eltern und Lehrer draußen vor dem neuen Gebäude.
Blick aus dem Mittelstufengebäude: Im Anschluss an den Festakt versammelten sich Schüler, Eltern und Lehrer draußen vor dem neuen Gebäude. Foto: Wemhoff

Aller guten Dinge sind zehn – zumindest im Fall der Waldorfschule, denn gestern konnte die Schulgemeinschaft die Fertigstellung ihres zehnten und letzten Gebäudes feiern. Bis hierhin war es ein langer Weg. Dort, wo heute das Schuldorf steht, gab es am Anfang nur eine Handvoll Container, Bauwagen und – einen Acker.

„Waldorf, die machen ja viel draußen.“ Und: „Die denken sich einfach Schule“, so oder so ähnlich könnten sich die Leute angesichts der Situation zu Baubeginn geäußert haben. In einem fiktiven Dialog thematisierten Lothar Schültken-Schnock (Schulleitung) und Christiane Hakenes (Lehrerin) die bescheidenen Anfänge und nahmen dabei ganz gezielt auch gängige Vorurteile über Waldorfschulen aufs Korn. Es war der Auftakt zu einem zweistündigen Festakt, mit dem Schüler, Eltern, Lehrer und Gäste die Einweihung des Mittelstufengebäudes und damit die Vollendung der Schule feierten.

„Was uns am Anfang viel beschäftigt hat, war der Matsch“, erinnert sich Lehrerin Dorothea Liess, die im Rahmen der Feierstunde für das Kollegium sprach. Das sollte sich bald ändern.

Nach und nach entstand das, was Geschäftsführer Jürgen Günther das „Schuldorf“ nennt: Erst der gelbe, dann der blaue Pavillon, der Eurythmietrakt, Werkstattpavillon und Stall, das Oberstufengebäude, Sporthalle, Mensa, Kindergarten. Und zwischendrin wich der schlammige Untergrund bald einem frischen Grün.

„Jetzt ist es an uns, diese Gebäude mit Leben zu füllen“, sagte Günther in seiner Weiherede. Im Mittelpunkt des Festes standen nicht nur die Baugeschichte der Schule, sondern auch die Schüler selbst. Denn: „Ohne Euch wäre hier nie eine Schule entstanden“, erklärte Schültken-Schnock, der gemeinsam mit Hakenes durch das Programm führte.

Die Schülerbeiträge zeigten dann auch, wie viel Leben schon heute in der Schule steckt. Von einem Eurythmie-Gedicht (3. Klasse) über ein Schauspiel (6. Klasse) bis hin zu einem afrikanischen Lied (7. Klasse) reichte die Palette der Darbietungen.

Ein musikalischer Höhepunkt des Vormittags war dann der gemeinsame Chor der Klassen Zwei und Sechs: Sie sangen das Stück „Vois sur ton chemin“ aus dem Film „Die Kinder des Monsieur Mathieu“.

Die Schüler sind es auch, die von Anfang an den Bau der Schule begleitet haben. Mit 75 Schülerinnen und Schülern bestritt die Waldorfschule am 14. August 2000 ihren ersten Schultag. Seitdem ist viel passiert:

„Wir sind zusammen mit der Schule gewachsen“, sagte Yannick Olmer, der mit seiner Mitschülerin Antonia Stumpe (beide Klasse 10) im Namen der Schüler sprach.

Dass die Schule heute eben nicht wie jede andere Schule, sondern tatsächlich ein bisschen wie ein Dorf aussieht, kommt nicht von ungefähr: „Wir haben uns angelehnt an die Umgebung, ans Münsterland“, so Günther.

Nebenbei bietet diese Architektur auch Vorteile für die Inklusion, die einen Schwerpunkt im Schulkonzepts darstellt. „Sie sind eine der Schulen, die zu den Vorreitern der Inklusion zählen“, sagte Elisabeth Köpke, die als Repräsentantin der Arbeitsgemeinschaft der Freien Waldorfschulen in NRW zu Gast war.

Dementsprechend groß war auch das Lob von Seiten der Stadt: „Sie sind ein Gewinn für unsere Schullandschaft, die nun eine noch größere Vielfalt aufweist“, sagte Bürgermeister Sebastian Seidel.

Mit der Einweihung des Mittelstufengebäudes hat das „Ensemble Waldorfschule“ nun seinen „Schlussstein“ erhalten: Auf 580 Quadratmeter verteilen sich drei Klassenräume und ein Raum, der für die Ganztagsaktivitäten reserviert ist. Hinzu kommt ein Klangraum, in dem die Schüler verschiedene Instrumente ausprobieren können.

Dass der Bau nun endgültig fertig sein soll, mögen einige dennoch kaum glauben:

„Es ist vielleicht das vorerst letzte Gebäude“, erklärte Köpke mit einem Augenzwinkern. Mit dem Bauen sei es schließlich immer so eine Sache, wenn man einmal dabei ist...

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/4106332?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F106%2F128%2F4852393%2F4852400%2F
Stadt lässt erneut Grundstück von Kinderhauser Müllsammler räumen
Mann in Gewahrsam genommen: Stadt lässt erneut Grundstück von Kinderhauser Müllsammler räumen
Nachrichten-Ticker