Umbau des Clubhauses am Vitus-Sportcenter: Kraftakt für den SC DJK mit viel Eigenleistung
Sportfrosch in der Metamorphose

Everswinkel -

Und hier wurden mal Partys bis zum frühen Morgen gefeiert? Es bedarf schon einer Menge Fantasie, sich das beim Anblick von nackten Stützpfeilern, aufgestemmten Wänden und frei liegender Deckenkonstruktion vorzustellen. Aber dieses Kapitel ist ja auch beendet. Endgültig. Der frühere „Sportfrosch“ macht zurzeit eine Metamorphose durch, vom gastronomischen (Event-)Bereich zum künftigen Sportcenter mit multifunktionaler Nutzung.

Samstag, 06.08.2016, 08:08 Uhr

Baustellenbesuch im Clubhaus des Vitus-Sportcenters: Beim SC DJK hat man die Ärmel hochgekrempelt und packt kräftig beim Umbau mit an. Reinhold Rottmann (Sportstättenverwalter), Martin Steinbach (Vereinspräsident), Karl Stelthove (Geschäftsstellenleiter), Wolfgang Kaschny (Pressesprecher) und Josef Riesenbeck (Geschäftsführender Vorsitzender; v.l.)
Baustellenbesuch im Clubhaus des Vitus-Sportcenters: Beim SC DJK hat man die Ärmel hochgekrempelt und packt kräftig beim Umbau mit an. Reinhold Rottmann (Sportstättenverwalter), Martin Steinbach (Vereinspräsident), Karl Stelthove (Geschäftsstellenleiter), Wolfgang Kaschny (Pressesprecher) und Josef Riesenbeck (Geschäftsführender Vorsitzender; v.l.) Foto: Meyer

Lediglich das Büro des Sportvereins ist geblieben, der Rest bereits entkernt. Entstehen werden ein neuer 110 Quadratmeter großer Sportraum, ein rund 55 Quadratmeter großer Multifunktionsraum, neue Umkleiden, Duschen sowie Technik- und Abstellraum. Es gibt viel zu tun an dem 1981 erbauten Gebäude, der SC DJK packt es an und hat die Ärmel hochgekrempelt. Denn um den Umbau des Clubhauses am Vitus-Sportcenter stemmen zu können, sind beträchtliche finanzielle Mittel und zugleich eine nicht unerhebliche Muskelleitung erforderlich. „Eine gewisse Eigenleistung wollen wir haben, und wenn es sich hinauszögert, kann man es auch nicht ändern. Wir hoffen, dass wir im Mai damit fertig sind“, blickt der geschäftsführende Vorsitzende Josef Riesenbeck in die Zukunft. „Finanziell sind wir dann auf jeden Fall an der Leistungsgrenze“, bilanziert er die Maßnahme auch vor dem Hintergrund der schon realisierten Aufwertungen der Sportstätten-Landschaft.

Nachdem der Landeszuschuss über 195 000 Euro gemäß dem Sonderprogramm des Landes NRW „Hilfen im Städtebau für Kommunen zur Integration von Flüchtlingen“ gesichert war, „kamen wir zu der Überlegung, was machen wir mit den Duschen und Umkleiden“, berichtet Riesenbeck. „Es wäre grob fahrlässig gewesen, da nicht heranzugehen.“ 60 000 Euro wurden veranschlagt, so dass sich die Gesamtinvestition nun auf 450 000 Euro beläuft. Nach Abzug von Landeszuschuss und Gemeindeanteil bleiben rund 172 000 Euro beim Verein. „Wir wollen wenigstens 50 000 Euro über körperliche Eigenleistung hereinholen, so dass wir noch 120 000 Euro über Eigenmittel finanzieren müssen“, rechnet der Vorsitzende vor. Deshalb sei es wichtig, in nächster Zeit noch Werbepartner zu finden. Möglicherweise müssten auch die seit Jahren stabilen Beiträge für die fast 2 100 Mitglieder erhöht werden. „Es gibt keinen vergleichbaren Verein, der so niedrige Beiträge hat.“

Die Muskel-Beiträge werden seit der Baugenehmigung vom 17. Juni geleistet. Die gesamte Entkernung lief in Eigenleistung. Per Mail waren alle Abteilungen angeschrieben worden, um Helfer zu gewinnen. „Es sind schon über 300 Stunden in Eigenleistung investiert worden“, freut sich Riesenbeck. „Es sind immer zehn bis zwölf Leute da“, sagt Pressesprecher Wolfgang Kaschny . Natürlich verfüge ein so großer Verein über viele handwerkliche Talente – aber die Frage sei, wer bereit und verfügbar sei. „Die Bereitschaft von den Mitgliedern ist da, weil alle wissen, wir brauchen das Ding.“

Die dringend notwendige Dacherneuerung ist mit knapp 100 000 Euro der größte Einzelposten in der Rechnung. Sie soll Ende August beginnen und wird sich wohl bis Oktober hinziehen. „Das komplette Dach kommt runter“, lediglich die Pfeiler und Außenwände bleiben stehen, erklärt Stelthove . Danach folgen Wände, neue Fenster, Innenausbau.

360 Quadratmeter umfasst der neugestaltete Nutzungsbereich. „Wir wollen den Breitensport verbessern“, betont Riesenbeck, nennt beispielhaft den Tanz- und Reha-Sport, die Wirbelsäulengymnastik, eine weitere Herzsportgruppe und kündigt den Ausbau des Kursusangebotes an. Hinzu kommt die Integrationsarbeit für Flüchtlinge mit Angeboten „die Sinn machen“, so Kaschny, und „mit Sicherheit in Abstimmung mit der Gemeinde“, so Stelthove. „Sport ist eine der besten Integrationsmöglichkeiten“, ist sich nicht nur Kaschny sicher. Schon jetzt seien etwa 15 Flüchtlinge vor allem bei den Fußballern, aber auch in anderen Sport-Abteilungen dabei. Mit dem künftigen Sport-Clubhaus stellt sich der Verein neuen Aufgaben und Herausforderungen.

Clubhaus-Geschichte im Zeitraffer

Acht Jahre ist es mittlerweile her, dass die ehemalige Tennishalle der Gemeinde vom ehemaligen Besitzer per Erbbauvertrag übergeben wurde. Festgelegt wurde seinerzeit, dass aus dem Gaststätten- ein Sportbereich werden sollte. Die Gemeinde, so erinnert sich Riesenbeck, sei dafür finanziell allein verantwortlich gewesen, hatte allerdings kein Geld. „Der Verein hat überlegt, was machen wir mit dem Clubhaus“, so Vereins-Chef Josef Riesenbeck. Für Feiern durfte es nicht mehr genutzt werden, das Kreisbauamt legte den Trakt wegen verschärfter Brandschutzauflagen still. Auch der eingebaute Geschäftsstellenraum habe vor einem Dreivierteljahr vom Kreis die „Rote Karte“ bekommen. Da der Verein ein neues Konzept für das Gebäude vorlegte, wurde dessen Nutzung noch weiter geduldet. Die Probleme verschärften sich durch den mangelhaften Bauzustand. Das Dach war undicht, und das Gebäude „war nicht mehr auf Temperatur zu bringen“, die Wärmedämmung sei „katastrophal“, bilanziert Riesenbeck.“ Die Energiekosten waren fast so hoch wie im großen Teil des Vitus-Sportcenters“, ergänzt Geschäftsstellenleiter Karl Stelthove. Was folgte, beschäftigte vermehrt die Kommunalpolitik: Der SC DJK berechnete die Kosten für einen funktionalen Umbau des Hauses mit 350 000 Euro, legte ein Raumkonzept vor und beantragte bei der Gemeinde eine Beteiligung von 200 000 Euro. Ein Wunsch, der von politischer Seite und von der Gemeindeverwaltung angesichts kritischer Kassenlage abgelehnt wurde. Bürgermeister Ludger Banken erinnerte an die damalige Absprache mit dem Sportverein, dass man die Umwandlung des Gastro-Bereichs des Vitus-Sportcenters in eine Sportfläche irgendwann anpacke, wenn das nötige Geld dafür vorhanden sei. „Ich kann nicht sagen, wo wir nächstes Jahr finanziell stehen. Ich würde es gerne machen, aber wir haben Defizite von 1,6 Millionen Euro im Ergebnisplan und 1,7 Millionen Euro im Finanzplan – wir würden die Löcher sonst noch vergrößern“, erklärte er im Dezember 2014. Bei einer weiteren, genaueren Kalkulation errechnete der Verein dann sogar Kosten von 390 000 Euro. Bürgermeister und Politik signalisierten dann jeweils einen Zuschuss über 60 000 Euro in den Jahren 2016, 2017 und 2018 für eine energetische Sanierung des Gebäudes. Der SC DJK seinerseits bemühte sich mit Hilfe des Landessportbundes um Landeszuschüsse für die Sanierung. „Wir haben versucht, KfW-Mittel zu bekommen, um unsere Kosten zu decken“, was als Verein allerdings nicht möglich war. Auf der Suche nach weiteren Zuschusswegen stieß man schließlich auf die Fördermöglichkeiten des Landes im Zuge der Integration von Flüchtlingen. Am 18. Februar wurde der Antrag gestellt, am 18. März ging die Zusage über 195 000 Euro – verteilt auf die Jahre 2016 bis 2018 – ein. Den Förderbescheid brachte Regierungspräsident Prof. Dr. Reinhard Klenke bei seinem Besuch im April persönlich mit. Aktuell beläuft sich die Gesamtmaßnahme auf nunmehr 450 000 Euro. Abzüglich Landeszuschuss und Gemeindeanteil bleiben über 172 000 Euro, die vom Verein zu finanzieren sind. -km-

...
Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/4206933?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F106%2F128%2F4852393%2F4852398%2F
Was man über Münsters Oktoberfest 2019 wissen muss
Infos zu Programm und Tickets: Was man über Münsters Oktoberfest 2019 wissen muss
Nachrichten-Ticker