Zweiter Teil des Australien-Tagebuchs von Sophia Perdun
Faszinierende Farbenspiele in der Traumkulisse

Everswinkel -

Im zweiten Teil ihres Australien-Berichts erkundet die Everswinkelerin Sophia Perdun die beiden anderen Inseln im Great Barrier Reef.

Montag, 03.10.2016, 08:10 Uhr

Das Meer in verschiedensten Blautönen, grüne Landschaft, Wolken, Himmel und dazu ein weißer Sand wie nur an wenigen Stellen auf der Welt: Whitehaven Beach auf Whitsunday Islands
Das Meer in verschiedensten Blautönen, grüne Landschaft, Wolken, Himmel und dazu ein weißer Sand wie nur an wenigen Stellen auf der Welt: Whitehaven Beach auf Whitsunday Islands Foto: Perdun

Nach zwölfstündiger Busfahrt von Hervey Bay nach Airlie Bach und einigen Tagen in dem bei vielen Touristen beliebten Ort an der Ostküste Australiens ging es mit dem Segelschiff für zwei Tage raus aufs Wasser, um die Whitsunday Islands zu erkunden. Dieser Trip war das absolute Highlight der Reise. Vor allem die Vielfalt der Meerestiere, die man rund um die Inseln beim Schnorcheln und Kayakfahren entdecken kann, beeindrucken. Da das Great Barrier Reef dort noch gut erhalten ist, ein besonderes Erlebnis. Es gab immer wieder an verschiedenen Stellen die Möglichkeit, die Unterwasserwelt zu erkunden und neben Schildkröten, Clowns-, Mönchs- und Falterfischen schwamm unter dem Schiff auch ein rund zwei Meter großer riesiger Lippfisch, einer der größten Fische im Riff. Auch einige Wale waren in der Ferne zu beobachten.

Nach einem spektakulären Sonnenuntergang und einem beeindruckenden Sternenhimmel stand Whitehaven Beach an. Der Name passt, denn auf Grund des hohen Quarzgehaltes ist der Sand so weiß wie nur an wenigen Orten der Welt. Den besten Ausblick darauf hat man von einem Aussichtspunkt in der Mitte der Insel. Von dort ist auch ein Farbenspiel zu beobachten: der weiße Sand und das in allen erdenklichen Blautönen schimmernde Meer.

Spektakuläre Kulisse: der „Daintree Rainforest“. Nach einer Rauchzeremonie zum Schutz gegen böse Geister begann für die Everswinkelerin eine ganz besondere Wanderung.

Spektakuläre Kulisse: der „Daintree Rainforest“. Nach einer Rauchzeremonie zum Schutz gegen böse Geister begann für die Everswinkelerin eine ganz besondere Wanderung.

Schließlich die dritte Insel, Magnetic Island. Um dorthin zu kommen, ging es zunächst nach Townsville und von dort mit der Fähre. Die nur halbstündige Fahrtzeit macht die Insel zum beliebten Ziel für einen Tagesausflug. Den Auftakt bildete eine Wanderung im Nationalpark. Neben Koala-Müttern mit Nachwuchs und Schlangen bot der auch einen tollen Ausblick auf die Insel. Nach einigen Wanderstunden in der australischen Hitze brachte eine der vielen Buchten, umgeben von Felsen und abseits des touristischen Hauptstrandes, eine angenehme Abkühlung. Ein Abendessen beim Sonnenuntergang unter Palmen rundete den Tag ab und zeigten noch einmal eine neue Seite der Ostküste.

Letztes Ziel der Reise war die Stadt Cairns im Norden des Bundesstaates Queensland. Bekannt ist sie für das Great Barrier Reef und den nahen Regenwald, den Daintree Rainforest. Auch ich habe dort noch einmal das Great Barrier Reef erkundet, dieses Mal tauchend. An diesem Tag war das Meer sehr rau, der Wellengang stark. Dadurch ähnelte die Fahrt aufs Meer eher einer Achterbahn. Ein starker Kontrast zwischen Wasseroberfläche und dem Meer. Während des Tauchens wirkte die Unterwasserwelt so ruhig, und erneut begeisterte die Vielfalt der Meeresbewohner.

Tauchgang für Sophia Perdun (r.) am Great Barrier Reef.

Tauchgang für Sophia Perdun (r.) am Great Barrier Reef.

Nur an wenigen Orten weltweit treffen Regenwald und Meer aufeinander, Cape Tribulation, ein Landstrich nördlich von Cairns, ist einer davon. Zuerst entlang einer Küstenstraße mit wunderbarem Ausblick aufs Meer mit einem Bus nach Mossman Gorge. In diesem Teil des Daintree Nationalparks lebte ein Stamm der Aboriginies. Dort wurde die Gruppe von einer traditionellen Rauchzeremonie im Regenwald willkommen geheißen und vor bösen Geistern beschützt. Mit dem Schutz des Stammes ging es in den Nationalpark, in den Regenwald. Zu der spektakulären Kulisse gehören neben Bächen, Flüssen, Mooren und Jahrhunderte alten Bäumen auch die für Australien typischen Krokodile. All dies und viele weitere Lebewesen, die Teil des komplexen Ökosystems Regenwald sind, prägen das Bild. Nach einem entdeckungsreichen Tag dann der Abend beim Lagerfreuer am Strand mit beeindruckendem Sternenhimmel mit Milchstraße und Southern Cross sowie die Übernachtung in einfachen Holzhütten. Bei den Geräuschen des Regenwaldes einzuschlafen und vom Vogelgezwitscher am frühen Morgen geweckt zu werden, war der Lohn für die einfache Unterkunft. Vor der Rückkehr nach Cairns konnten wir noch Teile des Mount Sorrow Wanderweges wandern, einem der höchsten Berge in Cape Tribulation.

Nach einigen Tagen in Cairns führte der Weg zuruck nach Brisbane. Nicht wie auf dem Hinweg mit dem Greyhound-Bus, sondern mit dem Flugzeug. Während ich für den Hinweg mehrere Wochen brauchte, um an Orten wie Noosa, Airlie Beach oder Cairns neben der Landschaft auch die Australier und deren Mentalität kennenzulernen, dauerte der Rückweg nur wenige Stunden. Doch die Zeit hat sich gelohnt. Während mir drei Wochen im deutschen Winter manchmal ziemlich lang, kalt und trist vorkommen, war der australische Winter für mich eine Zeit, die wansinnig schnell vorbei ging, in der ich tolle Menschen, spannende Orte und die beeindruckende Schönheit der australischen Ostküste kennenlernen durfte.

Eine Koala-Mutter mit ihrem Nachwuchs auf einem Eukalyptus-Baum.

Eine Koala-Mutter mit ihrem Nachwuchs auf einem Eukalyptus-Baum.

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