Bernhard Stumpe und Marlies Hoffmann berichten über Brasilien
Land mit Problemen und Hoffnungen

Everswinkel -

Brasilien – wie viel Mal größer ist dieses Land eigentlich als Deutschland? Diese Frage wurde direkt am Anfang des Vortrags von Bernhard Stumpe und Marlies Hoffmann beim Herdfeuerabend der Kolpingsfamilie von einem Zuhörer gestellt. Überraschend für viele Gäste war dann die Antwort: 25 Mal größer ist Brasilien. Und es erstreckt sich über eine Länge von 4 000 Kilometern.

Freitag, 04.11.2016, 07:11 Uhr

Über Brasilien und die Arbeit von Pater Dimon berichteten Marlies Hoffmann und Bernhard Stumpe; rechts Sabina König (Kolpingsfamilie).
Über Brasilien und die Arbeit von Pater Dimon berichteten Marlies Hoffmann und Bernhard Stumpe; rechts Sabina König (Kolpingsfamilie).

Nachdem die Gäste mit warmen Brötchen aus Maniok-Mehl – zuvor gebacken von Gerda Fögeling – begrüßt worden waren, begann Bernhard Stumpe seine Reiseschilderung mit dem Start in Manaus, der Hauptstadt des Bundesstaates Amazonas mit 1,9 Millionen Einwohnern, die mitten im Dschungel liegt. Besonders beeindruckend für die Zuschauer waren die Fotos vom Fluss Rio Negro – auch „schwarzer Fluss“ genannt – wo das Schwarzwasser noch 30 Kilometer nach der Einmündung in den Amazonas beobachtet werden kann. Der Rio Negro erhält seine dunkle Farbe durch einen hohen Gehalt an Huminsäuren, ist sehr nährstoffarm und hat deshalb kaum Mückenlarven, sowie keine Malaria, wie Stumpe berichtete.

Die nächste Station: Sao Luis im Nordosten von Brasilien mit der Besichtigung der von den Franziskanern gegründeten Frei-Alberto-Schule. Obwohl für alle Kinder von sieben bis 14 Jahren Schulpflicht bestehe, seien viele Eltern nicht in der Lage, das Schulgeld und die Fahrtkosten zu bezahlen. Nur jedes achte Kind aus den Favelas – sprich den Armenvierteln – habe die Möglichkeit, eine Schule zu besuchen. Doch mit Hilfe von Spendengeldern, auch aus dem Bistum Münster, werde vielen Kindern der Schulbesuch ermöglicht.

Nach der Millionenstadt Sao Luis ging per Bus 250 Kilometer weit ins Landesinnere nach Bacabal mit 100 000 Einwohnern, Wohnort von Franzikaner-Pater Ewald Dimon. Über die Projekte der Franziskaner in Bacabal berichtete Marlies Hoffmann mit vielen weiteren Bildern. Sie hatte ebenfalls in 2015 während ihres Brasilien-Aufenthaltes Pater Dimon besucht. Die Schule CONASA(Colégio de Nossa Sénhora dos Anjos) in Bacabal ist ebenfalls ein Projekt der Franziskaner und wurde besichtigt. Obwohl zu dem Zeitpunkt Ferien waren, nahm sich eine Lehrerin Zeit für die deutschen Gäste und führte die kleine Gruppe durch die Schule. Auch für deutsche Verhältnisse sei die CONASA sehr modern ausgestattet und biete neben dem klassischen Schulunterricht weitere Angebote: eine Bibliothek, in der Leseprojekte stattfinden, Computer-Unterricht, Musik- und Tanzgruppenunterricht.

Die Schüler erhalten laut Hoffmann einmal täglich ein warmes Essen, das direkt in der Schulküche gekocht wird. Neben der Schule legten die Franziskaner einen Park an, den „Bosque Frei Ewald Dimon“, wo heimische und exotische Pflanzen wachsen und der Erholung dienen. Auch die Selbstversorgung mit Gemüse spiele eine wichtige Rolle. So werde besonders die Produktion der eiweißreichen schwarzen Bohne gefördert.

Weitere Aufgaben der Franziskaner seien die Ausbildung von Katecheten, da Priester besonders in der Regenzeit nicht regelmäßig alle fernen Dörfer aufsuchen könnten. Zusätzlich be-treuen die Franziskaner ein Bildungszentrum, eine Mütterberatungsstelle und ein Seniorenzentrum. Der gemeinsame Besuch von Familie Hoffmann und Pater Dimon in einer entlegenen Basisgemeinde war für die Zuhörer besonders beeindruckend, da der Bau einer Kirche mit 1 000 Euro und in zweijähriger Eigenarbeit geleistet worden sei. Nach dem Vortrag bedankte sich Sabina König von der Kolpingsfamilie bei Hoffmann und Stumpe für den interessanten Reisebericht mit einem Präsent, bevor der Abend am Herdfeuer ausklang.

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