Zoff im Wohnheim: 21- und 33-Jähriger vor Gericht
Streit unter Asylbewerbern eskaliert

Everswinkel -

Wegen gefährlicher Körperverletzung mussten sich ein 33-jähriger, verheirateter Asylbewerber aus Aleppo (die Ehefrau und vier Kinder befinden sich in der Türkei) und sein mit ihm geflüchteter 21-jährige ledige Neffe vor dem Amtsgericht Warendorf verantworten. Auslöser war eine Schlägerei vor einem Übergangs-Wohnheim.

Freitag, 16.12.2016, 16:12 Uhr

Eskaliert ist der Streit zwischen drei Asylbewerbern in einem Everswinkeler Übergangs-Wohnheim. Zwei der Beteiligten mussten sich jetzt vor Gericht verantworten. (Symbolfoto)
Eskaliert ist der Streit zwischen drei Asylbewerbern in einem Everswinkeler Übergangs-Wohnheim. Zwei der Beteiligten mussten sich jetzt vor Gericht verantworten. (Symbolfoto) Foto: Frank Kleefeldt

Bei der Auseinandersetzung, um die es jetzt ging, hatte ein anderer Asylwerber, der vor der Verhandlung in die Türkei zurückgereist ist, eine Jochbeinfraktur erlitten. Die schwere Verletzung musste seinerzeit in der Klinik Hornheide operiert werden. Als geladener Zeuge konnte der Geschädigte keine Aussage mehr machen.

Die beiden Angeklagten waren immer wieder mit dem im selben Haus an der Bergstraße wohnenden Geschädigten verbal in Streit geraten. Am 15. Februar diesen Jahres eskalierte der Streit dann allerdings, als der 33-Jährige nach seiner Aussage in seiner Wohnung bei einem Wortgefecht von dem Geschädigten mit einer Gabel leicht verletzt worden war. Die beiden begaben sich daraufhin auf die Straße und schlugen gegenseitig aufeinander ein. Der 21-Jährige kam hinzu und fügte dem Unterlegenen, nachdem er einen Faustschlag und eine Kopfnuss bekommen hatte, die Jochbeinfraktur zu. Zwei mit Pkw vorbeikommende junge Frauen bestätigten als Zeuginnen gesehen zu haben, dass die beiden Angeklagten Hauptakteure bei der Auseinandersetzung waren, die nur wenige Minuten gedauert habe. Der Jüngere sei der Schläger gewesen, der Ältere habe den Gegner festgehalten. Der Geschädigte flüchtete sich ins Sozialamt im Rathaus und erstattete bei der eintreffenden Polizei Anzeige.

Gefährliche Körperverletzungen ziehen in der Regel eine Freiheitsstrafe nach sich. Der Vertreter der Staatsanwaltschaft und die Richterin kamen allerdings überein, in diesem Fall Milde walten zu lassen, weil der plötzlichen Eskalation eine schon länger andauernde Streiterei unter den drei Asylbewerbern vorausgegangen sei.

Somit erging der Beschluss, das Verfahren vorläufig einzustellen mit der Auflage, dass die Angeklagten jeweils 100 Stunden Arbeitsleistung innerhalb von drei Monaten für einen gemeinnützigen Zweck entsprechend einer amtlichen Anweisung leisten müssen. Nach Erfüllung gelten sie als nicht vorbestraft. Das Asylverfahren dürfte nicht negativ beeinflusst werden

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