Mahmoud Falful ist ein Beispiel für erfolgreiche Integrationsarbeit in Everswinkel
So klappt der Start ins neue Leben

Everswinkel -

Die Integration geflohener Menschen ist derzeit eine der bedeutendsten gesellschaftlichen Aufgaben. Dank ehrenamtlicher Unterstützung und professioneller Arbeit in der Gemeindeverwaltung sowie der engagierten Tätigkeit im Integration Point wurde in Everswinkel diese Herausforderung bisher in hervorragender Weise bewältigt. Ein Beispiel für eine Erfolgsgeschichte ist der aus Syrien stammende Mahmoud Falful.

Sonntag, 25.12.2016, 08:12 Uhr

Voll integriert ist Mahmoud Falful aus Syrien in das Team des Gasthofes Diepenbrock (v.l.): Katja Friesen, Rita Diepenbrock, Mahmoud Falful, Melanie Buschkamp und Klemens Diepenbrock.
Voll integriert ist Mahmoud Falful aus Syrien in das Team des Gasthofes Diepenbrock (v.l.): Katja Friesen, Rita Diepenbrock, Mahmoud Falful, Melanie Buschkamp und Klemens Diepenbrock. Foto: Wehmeyer

Neben der Arbeit der Flüchtlingsinitiative, die das „Ankommen“ dieser Menschen in vielerlei Hinsicht unterstützt, spielt auch der so genannte „Integration Point“ eine wichtige Rolle. Hier laufen die Vermittlungsfäden der Bundesagentur für Arbeit , dem Jobcenter des Kreises Warendorf und der Gemeindeverwaltung Everswinkel zusammen.

„Wir haben bisher etwa 120 Erstgespräche mit den Everswinkel zugewiesenen Personen geführt, um deren schulische Bildung, berufliche Qualifikation und sonstigen besondere Interessen und Fähigkeiten auszuloten“, berichtet Friedhelm Hempelmann im Gespräch mit den Westfälischen Nachrichten. Zusammen mit Jürgen Wonning hat Hempelmann im Erdgeschoss des Rathauses ein Büro bezogen. Beide sind in diesem „Integration-Point“ ehrenamtlich tätig und kümmern sich um die Vermittlung in den hiesigen Arbeitsmarkt. Die Verbindungen zur Gemeindeverwaltung laufen über Stephanie Goldstein vom Sozialamt. Von der Agentur für Arbeit ist Salma Bensaida mit im Integrations-Boot.

„Die schulische Qualifikation reicht von Analphabetismus bis zum abgeschlossenen Studium“, verweist Hempelmann auf die breite Spanne der Ausgangssituation. „Dank der guten Kontakte zu Everswinkeler Wirtschaftsbetrieben haben wir bei der Vermittlung große Erfolge aufzuweisen“, betont Hempelmann nicht ohne Stolz. „Wir waren so etwas wie ein Vorreiter für die „Integration-Points“ und haben unsere Erfahrungen in vielen Städten und Gemeinden weitergeben können.“

Christian König, stellvertretender Leiter der „Agentur für Arbeit Ahlen-Münster“, sieht in den Vermittlungseinrichtungen vor Ort einen großen Vorteil. „Hier kommen die guten lokalen Vernetzungen zum Tragen, und das funktioniert hier in Everswinkel ganz großartig.“ Hempelmanns Erfahrungsschatz aus seiner früheren Tätigkeit als Berufswahlkoordinator an der Verbundschule dürfte ihm dabei sicher zugute kommen.

Stellvertretend für einen gelungenen Einstieg in die Arbeitswelt steht Mahmoud Falful aus Syrien . „Von Mitgliedern der Flüchtlings-Initiative haben wir erfahren, dass Mahmoud gerne kocht“, erzählt Gastwirt Klemens Diepenbrock . Durch Vermittlung des Integration-Points folgten zwei mehrwöchige Praktika in der Küche und im Servicebereich des Gasthofs. „Mahmoud hat einen schnelle Auffassungsgabe und ist sehr ehrgeizig und fleißig“, ist Rita Diepenbrock voll des Lobes über Mahmouds Arbeit. Inzwischen besteht ein Arbeitsvertrag für einen so genannten Minijob. Tagsüber besucht Mahmoud Falful, der in Syrien einen Schulabschluss gemacht hat, eine Sprachschule in Münster. „Bei ausreichenden Sprachkenntnissen ist auch der Weg in eine Ausbildung offen“, zeigen Klemens Diepenbrock und Friedhelm Hempelmann den weiteren Weg auf. Die deutsche Sprache sei nach wie vor die Schlüsselqualifikation für das Gelingen der Integration.

Hier würden die Ehrenamtlichen im Haus der Generationen wichtige Pionierarbeit leisten, die später in Integrationskursen weitergeführt wird. Sprachhindernisse spielen im Miteinander im Gasthof Diepenbrock wohl nur noch eine nachgeordnete Rolle. „Mahmoud gehört zum Team wie jeder andere“, stellen sowohl Klemens als auch Rita Diepenbrock heraus. „Die Zusammenarbeit mit Mahmoud wird von allen Beschäftigen mitgetragen, und auch bei anderen Unternehmungen, wie Betriebsausflügen und Feierlichkeiten bei Kolleginnen und Kollegen, ist er immer dabei.“ Mahmoud habe sie schon mit syrischen Spezialitäten verwöhnt, was immer ein besonderes Erlebnis gewesen sei. Der so gelobte hat die ganze Zeit das Gespräch aufmerksam verfolgt. Bei der Frage, wie es ihm im Gasthof Diepenbrock gefalle, ist die Antwort schon in seinem Gesicht abzulesen: „Ich fühle mich dort sehr wohl“, freut sich der junge Mann über die freundliche Aufnahmen im Vitus-Dorf.

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