Landtagswahl: Zugewinne für CDU und FDP auch in der Vitus-Gemeinde
Klare Sache für Schwarz-Gelb

Everswinkel -

Woran erkennt man Wechsel- oder unentschlossene Wähler? Ganz einfach: Wenn sie bei der Stimmabgabe eine gefühlte kleine Ewigkeit in der Wahlkabine verharren, weil sie sich erst den Wahlschein und dann vielleicht auch noch ihren eigenen politischen Standpunkt vor Augen führen. Verbunden mit dem folgenden Nachteil, den scheinbar endlosen Wahlschein wieder zu einer wahlurnentauglichen Größe zusammenfalten zu müssen. Ein mitunter aussichtsloser Kampf mit dem Papier, wenn man nicht wenigstens irgendwann einmal einen Origami-Grundkursus belegt hat.

Montag, 15.05.2017, 06:05 Uhr

Überschaubar blieb das Zuschauerinteresse am Sonntagabend im Ratssaal. Die Präsentation der örtlichen Ergebnisse wurde in aufgelockerter Runde verfolgt.
Überschaubar blieb das Zuschauerinteresse am Sonntagabend im Ratssaal. Die Präsentation der örtlichen Ergebnisse wurde in aufgelockerter Runde verfolgt. Foto: Klaus Meyer

Viele von diesen hin- und hergerissenen Wahlberechtigten gab es am Sonntag allerdings nicht in den Wahlkabinen in Everswinkel und Alverskirchen. Stammwähler der etablierten Parteien wussten, dass es reicht, das obere Drittel des Wahlscheins aufzuklappen, um für den Wechsel in Düsseldorf oder den Verbleib von Rot-Grün zu stimmen.

In der Vitus-Gemeinde fiel die Antwort auf diese Frage eindeutig aus. Nämlich mit 43,95 und 14,08 Prozent – das sind die Ergebnisse für CDU und FDP . „Traumergebnisse“ für beide vor Ort, mit denen in Düsseldorf alle Koalitionsfragen geklärt wären. Die Christdemokraten steigerten sich um 6,3, die Liberalen um 3,5 Prozentpunkte gegenüber der Landtagswahl 2012. Die SPD sackte wie im Land auch in der Vitus-Gemeinde deutlich ab, verlor rund fünf Prozentpunkte auf 26,19 Prozent. Abwärts ging‘s auch für die Grünen von 10,61 auf 6,17 Prozent. Unterm Strich eine deutliche Absage an Rot-Grün in Düsseldorf.

„Ein schöner Abend“, strahlte CDU-Fraktionschef Dirk Folker. Ein paar Meter weiter freute sich die FDP-Ortsvorsitzende Dagmar Brockmann gleich doppelt: Über das gute Abschneiden der Liberalen und darüber, „Markus Diekhoff hat es wohl in den Landtag geschafft“ – mit Listenplatz 20. Einsame Spitze bei der Erststimme: CDU-Kandidat Daniel Hagemeier fuhr 50,12 Prozent ein und hielt Andrea Kleene-Erke (SPD, 26,72 Prozent) deutlich auf Distanz.

Während im Ratssaal auf dem Fernsehschirm schon die große „Elefantenrunde“ in der Heute-Sendung das NRW-Ergebnis diskutierte und Hannelore Kraft bereits von allen Parteiämtern zurückgetreten war, lag in Everswinkel noch nicht ein Wahlbezirksergebnis vor. Um 19.13 Uhr dann das erste aus dem Wahllokal Grundschule Alverskirchen. Bis zum letzten Ergebnis (Briefwahl 502) zog es sich dann bis 20.32 Uhr hin. Fast schon sensationell die Wahlbeteiligung: Die Quote von 2012 (70,03 Prozent) wurde noch einmal hochgeschraubt auf 76,22 Prozent.

Bis zur Halbzeit mittags war gut ein Drittel der Wahlberechtigten an den Wahlurnen gewesen. Im Sportlerheim Alverskirchen lag die Quote vor dem Personalwechsel um 13 Uhr bei rund 35 Prozent, wie Susanne Wellermann mit einem Blick auf die Strichliste erzählte. Während im Vereinsheim der DJK Rot-Weiß schubweise Stimmen in der Urne versenkt wurden, ging es direkt nebenan auf dem Sportplatz darum, Bälle im Netz zu versenken. Alverskirchens Kickerinnen mussten sich mit Seppenrade messen. Einige hundert Meter weiter in der Grundschule schlüpften die Wähler in eine besondere Rolle, zählt der Bezirk 07 doch zur repräsentativen Wahlstatistik, um landesweit Aufschluss über Wahlbeteiligung und Wahlverhalten verschiedener Bevölkerungsgruppen zu gewinnen. Fragen dazu tauchten offenbar nicht mehr auf. Sonstige Besonderheiten? „Man merkt, dass Kommunion ist“, schmunzelte Birgit Splettstößer. „Einige Wähler waren im dunklen Anzug da“, zeigte sich Uwe Wolf angetan von manch feiner „Wahlkleidung“.

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