Integriertes Kommunales Entwicklungskonzept ermöglicht Ist-Analyse und Strategie für die Gemeinde-Zukunft
Wohin des Weges?

Everswinkel -

IKEK? Nein, kein Druckfehler. Es geht nicht um den schwedischen Möbelhaus-Konzern. Es geht um Dorf-Entwicklung. Integriertes Kommunales Entwicklungskonzept steht hinter der Abkürzung, und der – zu erarbeitende – Inhalt zielt auf eine Gesamtstrategie für die Gemeinde unter Einbeziehung aktueller und künftiger kommunaler Herausforderungen.

Mittwoch, 16.08.2017, 09:08 Uhr

Analyse und Planung der Dorf-Entwicklung: Mit einem „IKEK“ könnten Ziele formuliert und Weichen gestellt werden. Angenehmer Nebeneffekt: Es würden höhere Förderquoten bei vielen Fördermaßnahmen winken.
Analyse und Planung der Dorf-Entwicklung: Mit einem „IKEK“ könnten Ziele formuliert und Weichen gestellt werden. Angenehmer Nebeneffekt: Es würden höhere Förderquoten bei vielen Fördermaßnahmen winken. Foto: Klaus Meyer

Bereits im Mai war das Stichwort „Dorfentwicklungsplanung“ Auslöser für eine Diskussion im Planungsausschuss, und seinerzeit hatte die Gemeindeverwaltung angekündigt, Grundlagen, Ablauf, Kosten und Nutzen eines solchen Konzeptes abklopfen zu wollen. Das Projektbüro Pro-t-in GmbH aus Lingen hat inzwischen dazu die nötigen Informationen geliefert.

Die geschäftsführende Gesellschafterin jenes Büros, das auf Dorf- und Regionalentwicklung spezialisiert ist, stammt übrigens gebürtig aus Alverskirchen: Claudia Averbeck . Sie kennt die Vitus-Gemeinde also. „Wir arbeiten in allen Bereichen der ländlichen Entwicklung“, sagt sie. Und um Entwicklung geht es der Gemeindeverwaltung wie auch den Kommunalpolitikern. „So ein Konzept ist nicht für die Schublade, sondern wird mit reger Bürgerbeteiligung erstellt“, macht Bürgermeister Sebastian Seidel deutlich. Beteiligung bedeute dann auch hohe Akzeptanz in der Bevölkerung. Die Pluspunkte eines IKEK: Man bekommt einen „roten Faden“ für den Weg in die Zukunft, kann einzelne Themenfelder gesamtkommunal und auch ortsteilbezogen behandeln, und es winken Fördermittel aus der Städtebauförderung des Landes.

„Die Besonderheit ist, dass die ganze Kommune im Fokus steht“, erläuterte jüngst Michael Ripperda von Pro-t-in im Planungsausschuss. Dabei spiele der Dialog mit den Bürgern eine wichtige Rolle. Drei Phasen umfasse ein IKEK-Prozess: die Bestandsanalyse mit einem Ortsprofil (Stärken und Schwächen), das zu erarbeitende Leitbild und die Zielsetzung (Schwerpunkte) sowie die Umsetzungsstrategie mit Weiterentwicklung der Projektideen. Themenfelder sind neben der städtebaulichen Entwicklung und der Betrachtung des Leerstandes die Bereiche Verkehr, technische Infrastruktur, Dorf-Ökologie und Landschaft, Wirtschaft und Tourismus, Energie und Klima, soziale Infrastruktur, bürgerschaftliches Engagement und Bildung bis hin zu Kultur und Freizeit. Die Bearbeitungszeit eines solchen Konzeptes würde sich maximal über zwölf Monate erstrecken.

Für das Konzept selbst – für das eine öffentliche Ausschreibung mit formulierter Leistungsanforderung erfolgen müsste – liegt die Förderung bei 75 Prozent der förderfähigen Ausgaben (maximal 50 000 Euro); der maximale gemeindliche Anteil läge bei knapp 30 000 Euro. Das IKEK wiederum würde eine um 20 Prozent höhere Förderquote bei etlichen Fördertöpfen des Landes ermöglichen. Davon würde nicht nur die Gemeinde selbst profitieren, sondern auch Privatpersonen, wenn es etwa um die Erhaltung und Instandsetzung ländlich genutzter Bausubstanz mit ortsbildprägendem Charakter innerhalb des Ortskerns geht (35-prozentige Förderung, maximal 30 000 Euro). Oder bei Infrastruktur-Einrichtungen zur Förderung des ländlichen Fremdenverkehrs – da können Private (maximaler Förderanteil 35 Prozent) und Gemeinde (maximaler Förderanteil 65 Prozent) in den Genuss von bis zu 200 000 Euro Zuschuss kommen. Ohne IKEK gäbe es da gar nichts.

Seitens der Kommunalpolitiker kamen nur positive Reaktionen auf diesen Vorstoß der Gemeinde. Die Fraktionen wollen nun intern beraten, welche Schwerpunkte in einem Auftrag für ein IKEK gesetzt werden sollten. Der Bürgermeister will in den nächsten Haushalt 2018 einen Kostenansatz von 30 000 Euro einstellen. „Ich würde mir wünschen, dass wir da gemeinsam agieren und nicht einzelne Fraktionen vorpreschen oder sich zurückhalten“, so Seidel.

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