Gruppe „Fit ab 50“ besucht Kornbrennerei-Museum in Telgte
Geschichte des Kornbrennens erfahren

Everswinkel -

Mit 29 Teilnehmer steuerte die Gruppe „Fit ab 50“ unter der Leitung von Hans-Peter Beecken und Günter Hein das Kornbrennerei-Museum in Telgte an, wo sie von Gästeführerin Elke Bokermann begrüßt und durchs Museum geführt wurde. Die Brennerei Schmitz-Homoet wurde im Jahre 1900 erbaut. Bis 1979 wurden hier etwa 400 000Liter Korn und als Nebenprodukt etwa zwei Millionen Liter Schlempe produziert.

Samstag, 07.10.2017, 07:10 Uhr

Über die Geschichte und den Ablauf des Kornbrennens ließ sich die Gruppe „Fit ab 50“ in Telgte informieren.
Über die Geschichte und den Ablauf des Kornbrennens ließ sich die Gruppe „Fit ab 50“ in Telgte informieren.

Das 1996 eröffnete Brennerei-Museum zeigt in anschaulicher Weise die Geschichte des Kornbrennens und die Einbindung dieses Gewerbes in die wirtschaftlichen Strukturen der Stadt Telgte. „Durch das Kornbrennen sprudelten erhebliche steuerliche Einnahmen in die Staatskasse, und die Schlempe, die als Futter für Rinder genutzt wurde, aktivierte einen biologischen Kreislauf, der in vielerlei Hinsicht von den Bauern gerne genutzt wurde“, erfuhren die Ausflügler vor Ort. Das Vieh bekam biologisches Kraftfutter, und die zum Teil kargen Böden des Münsterlandes wurden durch die Rückstände der Viehhaltung mit organischem Dünger gedüngt. Fast jede Brennerei hatte eine Rindviehhaltung, so auch Schmitz-Homoet.

Bokermann erläuterte den Teilnehmer in anschaulicher Art und Weise den Produktionsablauf des Kornbrennens. Vom Kornspeicher, über den Henzedämpfer, dem Maischbottich und dem Gärtank wurde das Getreide in Zucker beziehungsweise in Alkohol umgewandelt, und es entstand die Maische. Die wurde in die Brennkolonne gepumpt. Bei bei 78,3 Grad Celsius wurde der Rohspiritus ausgeschieden, abgefangen und der dann 80-prozentige Alkohol in Sammeltanks geleitet.

Die Finanzverwaltung hatte alle Rohrverbindungen, Kontrollöffnungen, Schieber und auch die Sammeltanks verplombt. Für den Sammeltank-Raum gab es zwei Schlüssel: einen beim Inhaber, einen beim Fiskus; und nur gemeinsam konnte man zu den Sammeltanks gelangen. Der Rohspiritus wurde dann zur Deutschen Kornbranntwein-Verwertungsstelle geliefert, um ihn von den schädlichen Fuselölen zu befreien. Der gereinigte Branntwein kam später zur Weiterverarbeitung zurück zur Brennerei.

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