Kreissportbund zeichnet SC DJK sowie Box-Club Warendorf und Ahlener SG als „Stützpunktvereine“ aus
Eine Stütze bei der Integration

Everswinkel -

Drei ganz besondere Trümpfe hält der Kreissportbund Warendorf (KSB) jetzt in den Händen. Unter den vielen Vereinen im Kreisgebiet ragen der SC DJK Everswinkel, der Box-Club Warendorf und die Ahlener SG auf einem Feld heraus, das viel Engagement erfordert: die Integration von Flüchtlingen. Am Dienstagabend wurden die drei Vereine im Vitus-Sportcenter des SC DJK als neue „Stützpunktvereine“ ausgezeichnet.

Donnerstag, 09.11.2017, 07:11 Uhr

Ehrung in puncto Integration: Ferdi Schmal (Präsident KSB), Martin Steinbach (Präsident SC DJK), Sabine Lillmanntöns (Fachkraft „Integration durch Sport“), Andreas Steinkat (Vorsitzender Box-Club Warendorf), Berni Recker (Repräsentant der ASG), Max Effing (Spieler 2. Fußball-Mannschaft), Natalie Schrahe (Box-Club), Tim Laschinski (Trainer 2. Fußball-Mannschaft), Josef Riesenbeck (Geschäftsführender Vorsitzender SC DJK), Jonas Thöring (Spieler 2. Fußball-Mannschaft), Bürgermeister Sebastian Seidel, Florian Glose (Geschäftsstellenleiter SC DJK), Mahmoud Osman (Badminton-Spieler) und Stefan Dieckmann (Sportwart; v.l.).
Ehrung in puncto Integration: Ferdi Schmal (Präsident KSB), Martin Steinbach (Präsident SC DJK), Sabine Lillmanntöns (Fachkraft „Integration durch Sport“), Andreas Steinkat (Vorsitzender Box-Club Warendorf), Berni Recker (Repräsentant der ASG), Max Effing (Spieler 2. Fußball-Mannschaft), Natalie Schrahe (Box-Club), Tim Laschinski (Trainer 2. Fußball-Mannschaft), Josef Riesenbeck (Geschäftsführender Vorsitzender SC DJK), Jonas Thöring (Spieler 2. Fußball-Mannschaft), Bürgermeister Sebastian Seidel, Florian Glose (Geschäftsstellenleiter SC DJK), Mahmoud Osman (Badminton-Spieler) und Stefan Dieckmann (Sportwart; v.l.). Foto: Klaus Meyer

Eine Ehrung, die neben dem imageträchtigen Titel und Logo auch eine entsprechende Urkunde sowie eine Fördersumme von jeweils 3 000 Euro umfasst. Präsident Martin Steinbach und Vorsitzender Josef Riesenbeck für den SC DJK, Andreas Steinkat und Natalie Schrahe für den Box-Club Warendorf sowie Berni Recker für die ASG nahmen die Auszeichnung entgegen.

„Deutschland ist ein Einwanderungsland. Menschen, die zu uns kommen, nachhaltig zu integrieren, ist eine Langzeitaufgabe. Und Sport ist dabei der beste Integrationsmotor überhaupt“, zitierte KSB-Präsident Ferdi Schmal die sportpolitische Botschaft des Landessportbund-Präsidenten Walter Schneeloch. Im neuen Gebäudetrakt des Vitus-Sportcenters, das jüngst mit einem Landeszuschuss von 195 000 Euro als multifunktionale Sportstätte gerade auch für die Integration von Flüchtlingen fertiggestellt wurde, machte Schmal deutlich, dass die Integrationsaufgabe als „wichtiger Bestandteil in unserer Gesellschaft“ nur gemeinsam angegangen werden könne. Nachhaltig könne dies nur gelingen, wenn ehrenamtliche Arbeit durch Hauptberuflichkeit vor Ort unterstützt werde. Dies sei in NRW durch die Schaffung von 52 halben Stellen „Fachkräfte Integration durch Sport“ erfolgt.

Eine davon ist Sabine Lillmanntöns beim KSB . „Der Landessportbund beschäftigt sich schon seit 1989 mit diesem Thema“, durch den Flüchtlingsstrom sei eine neue Dynamik hineingekommen, zeigte sie auf. Über das Bundesprogramm „Integration durch Sport“ des Deutschen Olympischen Sportbundes und Mitteln der Bundes-Innenministeriums und des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge werden in der Integrationsarbeit engagierte Vereine mit bis zu 5 000 Euro im Jahr gefördert. Die Umsetzung in NRW erfolgt über den LSB und die Stadt- und Kreissportbünde. Die „Stützpunktvereine“, so machten Schmal und Lillmanntöns deutlich, zeichnen sich durch eine „gelebte Willkommenskultur“, „aktive Integration als Querschnittsaufgabe im Verein“, eine „interkulturelle Kompetenz seiner Mitarbeiter“ und eine „Vernetzung mit lokalen Kräften der Integrationsarbeit“ aus.

Wie die konkreten Integrationsbemühungen jeweils in ihrem Verein aussehen, skizzierten Riesenbeck, Steinkat und Recker in einer Gesprächsrunde. Der christliche Verein SC DJK habe „den Anspruch, für alle Bewohner ein ansprechendes Angebot zu machen, und dazu gehören selbstverständlich auch die Flüchtlinge“, betonte der Vorsitzende. „Wir sehen es als unsere Pflicht an, die Gemeinde bei der Integration zu unterstützen.“ Dabei gehe es zunächst darum, Flüchtlinge auf den Verein aufmerksam zu machen und Hemmschwellen abzubauen sowie die Möglichkeiten aufzuzeigen, was man im Verein machen kann. Sport habe in den Herkunftsländern der Flüchtlinge oft nicht eine so hohe Bedeutung in der Breite wie hierzulande. Als ein Beispiel für gelingende Integration war Mahmoud Osman mitgekommen. Der 23-jährige Syrer kam 2015 nach Everswinkel und spielt jetzt Badminton beim SC DJK. „Es macht echt Spaß, und ich lerne auch Deutsch. Es ist schön, wenn ich hier bin, und die Everswinkeler sind echt nett“, erzählte er mit einem fröhlichen Lächeln.

Auch Andreas Steinkat vom Box-Club berichtete von positiven Beispielen. Etwa von einer jungen Iranerin, die nicht nur sportlich sehr motiviert sei, sondern auch „rasend schnell“ die deutsche Sprache lerne und schon bald eine Ausbildungsstelle antrete. „Im Boxsport ist Integration keine neue Sache“, verwies Steinkat auf die Einbindung von türkischen Gastarbeitern in den 80er-Jahren und die breitere Streuung durch Menschen aus dem osteuropäischen Raum nach 1989.

Integrationsarbeit in den Sportvereinen ist laut Berni Recker „auch nach außen hin eine wichtige Sache, die wir auf den Weg bringen“ und vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung „auch eine Riesenchance für den Sport, Sport kann dabei viel gewinnen, auch zwischenmenschlich“. Der frühere CDU-Landtagsabgeordnete erinnerte an seinerzeitige intensive Diskussionen dazu im Landtag. „Ich bin froh, dass das jetzt auch funktioniert.“ Allerdings könnten sich – gerade auch in Ahlen – mehr Vereine aktiv einbringen und zu Stützpunktvereinen werden. Ein Wunsch, den Ferdi Schmal auch kreisweit gesehen nur unterstreichen kann. Denn: „Mit viel Mühe haben wir dieses Jahr drei Vereine gefunden, die als Stützpunktvereine mitmachen.“ Das dürfe mehr werden angesichts einer gesamtgesellschaftlichen Aufgabe, deren Ende noch nicht absehbar sei.

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