Antrag der DJK Rot-Weiß auf Vereinsheim-Anbau im Bezirksausschuss: Keine schnelle Entscheidung
Projekt in schwieriger Zeit

Alverskirchen -

Das Lob für die Vorarbeit war durchgängig. Das, was die DJK Rot-Weiß Alverskirchen da für die Bezirksausschusssitzung auf den Tisch gelegt hatte, war schon beeindruckend und nötigte den Kommunalpolitikern Respekt ab. Ein insgesamt 30 Seiten umfassendes Papier, mit dem einerseits der dringende Bedarf an mehr (Sport-)Raum dargelegt und andererseits die Möglichkeit einer baulichen Erweiterung aufgezeigt wird. Terminlich noch gerade passend präsentiert zu den angelaufenen Haushaltsberatungen für 2018.

Donnerstag, 30.11.2017, 09:11 Uhr

Der Gebäudekomplex der DJK Rot-Weiß Alverskirchen mit Sport-Forum und Vereinsheim. Der Sportverein möchte einen Anbau am Vereinsheim realisieren, um dem akuten Raumbedarf Rechnung zu tragen.
Der Gebäudekomplex der DJK Rot-Weiß Alverskirchen mit Sport-Forum und Vereinsheim. Der Sportverein möchte einen Anbau am Vereinsheim realisieren, um dem akuten Raumbedarf Rechnung zu tragen. Foto: Klaus Meyer

Für die DJK Rot-Weiß habe sich die Raumsituation aktuell „verschärft“, da man vor allem aus Gründen des Raumklimas die Anmietung des Theilmeier-Objektes im Gewerbegebiet Kleikamp zum 31. Oktober beendet habe. Mit der Verlagerung des Sportangebotes ins Vereinsheim komme es unweigerlich zum Engpass, heißt es in dem Antrag des Vereins. Der hat sich intensiv mit Lösungsmöglichkeiten beschäftigt, die in einem Anbau ans Vereinseinheim münden. Raumgewinn zirka 114 Quadratmeter, Kostenpunkt geschätzt 190 000 Euro. Maximal 100 000 Euro will der Verein selbst als Kredit aufnehmen, der restliche Betrag über Eigenleistungen, Spenden und möglichst eine Unterstützung durch die Gemeinde gedeckt werden. Der Sportverein möchte dazu jetzt die Signale von Gemeinde und Kommunalpolitik erhalten, um konkreter planen zu können. Explizit beantragt der Verein neben einer grundsätzlichen Zustimmung für ein Bauvorhaben die Übernahme jährlicher Folgekosten in Höhe von 3 000 Euro und einen Baukostenzuschuss in Höhe von 50 Prozent des Eigenanteils der DJK Rot-Weiß, maximal 50 000 Euro.

Auf die politische Entscheidung wird der Verein noch warten müssen. Keine der Fraktionen sah sich am Dienstagabend in der Lage, da schon eine Entscheidung zu fällen, vor allem angesichts der kritischen gemeindlichen Haushaltslage. „Wir haben eine sehr klamme Haushaltssituation“, der Gürtel müsse – auch angesichts des aktuellen Defizits von 1,1 Mio. Euro – spürbar enger geschnallt werden. „Grundsätzlich haben wir eine gute Sport-Infrastruktur in beiden Ortsteilen, auch dank der Vereine“, resümierte Bürgermeister Sebastian Seidel und verwies darauf, dass sich Gemeinde und Vereine die Sportstätten-Ausstattung in den letzten Jahren ordentlich was kosten ließen. Der Antrag der DJK Rot-Weiß werfe auch einige rechtliche Fragen auf, die es zunächst zu klären gelte. „Das muss man sauber aufarbeiten.“

Planungs- und Bauamtsleiter Norbert Reher würdigte wie Seidel den ausführlichen, informativen Vereinsantrag, allerdings sei die Kostenschätzung „so schnell nicht überprüfbar“, und es stelle sich etwa auch die Frage, was passiere, wenn das Projekt zu Mehrkosten führe und man mit dem kalkulierten Geld nicht hinkomme. Susanne Nerkamp von der Kämmerei warf beispielhaft ein, dass sich ein Anbau auf das bestehende Vereinsheim in der Form auswirken könne, dass eine größere Heizungsanlage nötig sei. Ordnungsamtsleiter Thomas Stohldreier verwies im Hinblick auf eine Baugenehmigung durch den Kreis auf ein vermutlich obligatorisches Lärmschutzgutachten. „Wer trägt die Kosten dafür, und wie wirkt es sich aus?“

„Ich weine etwas der Chance nach, die wir schon 2013 hatten“, erinnerte Uwe Wolf (SPD) an die seinerzeitigen Überlegungen im Rahmen der Grundschul-Erweiterung, vielleicht ein gemeinsames Gebäude für Schule, KiTa und Sportverein zu nutzen. Nun, vier Jahre später, sei die Haushaltslage sehr schwierig. Die angespannte Finanzlage mit drohender Haushaltssicherung hat auch Alverskirchens CDU-Chef Werner Lemberg vor Augen. Es bringe nichts, über Möglichkeiten der Vergangenheit zu reden, „wir müssen mit dem leben, was wir haben.“. Der Antrag des Vereins sei „fundiert und super ausgearbeitet“, aber die finanziellen Spielräume fehlten. Lediglich fünf Mio. Euro habe die Gemeinde für die kommunale Eigenverwaltung zur Verfügung. „Wir sind noch nicht final durch, wie wir zu der Entscheidung stehen.“

Vereinsvorsitzender Andreas Lüpkes erhielt die Möglichkeit, im Ausschuss für die Sache des Vereins zu werben. „Geben Sie uns die Erlaubnis, uns mit der Thematik zu beschäftigen – im schlimmsten Fall ohne einen Cent von der Gemeinde.“ Wenn die Kosten steigen würden oder ein Lärmschutzgutachten erforderlich würde, sei das Risiko des Vereins. „Es geht darum, auch eine Art Zentrum für Alverskirchen zu schaffen“, einen Anlaufpunkt und Treffpunkt – „das ist ganz wichtig.“ Wenn es für die Gemeinde nicht finanzierbar sei, „verstehen wir das auch, aber geben Sie uns die Möglichkeit, dass wir es angehen können.“ In den Antrag sei viel Arbeit gesteckt worden, „wir würden gerne mit dem nächsten Schritt mit Volldampf in die Planung gehen“, so Lüpkes, der nachschob: „Wir machen nichts Beklopptes.“

Sowohl Ausschussvorsitzender André Gerbermann ( CDU ) als auch der Bürgermeister baten noch um Geduld zur Klärung von Fragen und Details, auch etwa zu Baurecht und Baugestaltung auf dem gemeindeeigenen Grundstück. Zunächst einmal bis zum Schul-, Sport- und Kulturausschuss am 12. Dezember, aber auch darüber hinaus. „Wir tun das Schnellstmögliche“, aber das dürfe nicht überstürzt geschehen, „sonst übersieht man etwas“, so Seidel, der eine Lösung bis zur DJK-Mitgliederversammlung im März in Aussicht stellte.

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