Mitglieder wollen auf alternativen Standort aufmerksam machen
Bürgerinitiative gegen JVA in Wolbeck

Münster-Wolbeck -

In Wolbeck hat sich eine Bürgerinitiative gegen den geplanten JVA-Standort in Wolbeck formiert – bis zum Mittwochnachmittag hatten über 120 Personen aus Everswinkel, Telgte, Münster und Wolbeck die Petition im Internet unterschrieben.

Donnerstag, 22.02.2018, 17:02 Uhr

Unterstützer der Bürgerinitiative  vor einer Baumallee, die für die neue JVA in Wolbeck gefällt werden müsste.
Unterstützer der Bürgerinitiative  vor einer Baumallee, die für die neue JVA in Wolbeck gefällt werden müsste.

„Wir haben als Anwohner von dem Standort an der Telgter Straße erst aus der Zeitung erfahren“, berichtet Christine Thume – und dann ging alles ganz schnell.

Flugs wurden Kontakte nach Handorf geknüpft. Dort hatte eine Bürgerinitiative jahrelang gegen eine JVA auf dem Handorfer Truppenübungsplatz gekämpft. Mittlerweile zählen sich nicht nur die umliegenden sechs Höfe zu den Mitunterzeichnern der Initiative – bis zum Mittwochnachmittag hatten über 120 Personen aus Everswinkel, Telgte, Münster und Wolbeck die Petition im Internet unterschrieben.

Ziel: Ein alternativer Standort

Ziel der neuen Initiative ist es, einen alternativen Standort für die JVA zu finden. „Wir wollen nicht jammern, dass es ausgerechnet uns in Wolbeck trifft – sondern auf ein allgemeines Problem hinweisen“, erläutert Christiane Thume. Es handele sich bei dem Standort an der Telgter Straße um eine wertvolle, nicht versiegelte Natur- und Ackerfläche, „die direkt an ein schönes, altes Waldstück grenzt“. Der so genannte Flächenfraß sei allerdings in der gesamten Region um Münster ein Problem.

„Wir wollen bewirken, dass der Landfraß eingeschränkt wird.“ Das beinhalte auch den Appell an die Verantwortlichen, schon vorhandene, bereits versiegelte Flächen sinnvoll und verantwortungsvoll zu nutzen. Das Ziel bestehe darin, ein Bewusstsein bei den Menschen zu schaffen und sich für den Erhalt von wertvollen Natur- und Ackerflächen für Mensch und Tier einzusetzen. „Wir hoffen, dass der Standort in Everswinkel durch unsere Aktion wieder ins Gespräch kommt“, so Thume.

Entfernung zum Gericht spielt eine Rolle

Die Gemeinde hatte das ehemalige Tanklager in der Bauerschaft Mehringen vor rund einem Jahr als Standort für die neue JVA Münster angeboten. Der Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW hatte diese Fläche jedoch nach kurzer Prüfung verworfen: Die Entfernung zum Land- und Amtsgericht Münster sei zu weit. Bis zur Everswinkeler Fläche sind es 24 Kilometer.

Die Fraktionen im Rat der Stadt Münster hatten zwar die „lange Hängepartie“ bei der Standort-Suche scharf kritisiert. Die Reaktionen auf den Standort an der Telgter Straße waren jedoch überwiegend positiv. Der landwirtschaftliche Ortsverein Südost befürchtet jedoch, dass durch die notwendigen Ausgleichsflächen weitere Ackerflächen wegfallen.

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