DRK Rot-Weiß plant Sportstättenerweiterung
Verein setzt auf Eigenleistung

Alverskirchen -

Die DJK Rot-Weiß Alverskirchen kann kaum auf politische Unterstützung bei der geplanten Sportstättenerweiterung hoffen. Bürgermeister Sebastian Seidel informierte die Vereinsmitglieder, dass das Projekt aus dem Gemeindesäckel derzeit nicht zu finanzieren sei.

Montag, 12.03.2018, 08:03 Uhr

Der neuer Vorstand der DJK Rot-Weiß Alverskirchen um den Vorsitzenden Andreas Lüpkes( 6. v. l.).
Der neuer Vorstand der DJK Rot-Weiß Alverskirchen um den Vorsitzenden Andreas Lüpkes( 6. v. l.). Foto: Christopher Irmler

Es war ein klares Votum und vor dem Hintergrund der angestrebten Baumaßnahmen (die WN berichteten) ein eindeutiges Signal der Mitglieder: Andreas Lüpkes bleibt Vorsitzender der DJK Rot-Weiß Alverskirchen. Im Rahmen der Jahreshauptversammlung sprachen ihm die rund 70 anwesenden Mitglieder einstimmig das Vertrauen aus.

„Wir haben Ziele und ich werde mich weiterhin dafür einsetzen“, spielte Lüpkes vor allem auf die erhoffte Sportstättenerweiterung an. Auch der dritte Vorsitzende Jürgen Deipenwisch und Kassiererin Cornelia Lauhoff wurden einstimmig in ihren Ämtern bestätigt. Zentraler Tagesordnungspunkt der Sitzung am Freitagabend war der Stand des Bauvorhabens.

Ich bitte Sie noch einmal darüber nachzudenken, was hier an ehrenamtlicher Arbeit geleistet wird.

Andreas Lüpkes

Der Vorsitzende präsentierte eine kurze Chronik: Auf den Beschluss der letztjährigen Versammlung, einen zusätzlichen Sportraum realisieren zu wollen, folgten Treffen mit der Gemeinde und den Parteien; die Kosten und mögliche Risiken trüge allein der Verein. „Das war der Beschluss, wir wollten starten.“ Nun stehe noch die Entscheidung des Rates am 20. März aus. „Wir wollen das ‚Okay‘ abwarten. Dann werden wir endlich an unsere Pläne gehen können.“ Dank Eigenleistungen könnten die Kosten auf rund 200 000 Euro gesenkt werden. Lüpkes erinnerte an die in Eigenregie durchgeführte Renovierung des Sportlerheims im Jahr 2012. Wie Kassiererin Cornelia Lauhoff berichtete, bemühe man sich, dieses Darlehen bereits innerhalb der kommenden zwei Jahre abzulösen. „Wir sind gut aufgestellt. Aus meiner Sicht sind wir sehr gut unterwegs“, befand Lüpkes.

Auch die Zahl der Vereinsmitglieder bleibt auf hohem Niveau, wie die Präsentation von Geschäftsführerin Manuela Droste-Schwinhorst deutlich machte. Derzeit zählt die DJK Rot-Weiß 880 Mitglieder; perspektivisch müsse der Sprung über die 900 gelingen.

„Die Finanzierung wäre gesichert“, so Lüpkes. In Richtung der politischen Vertreter formulierte Lüpkes – bei allem Verständnis für Überlegungen rund um die Haushaltslage – eine Bitte. „Ich bitte Sie noch einmal darüber nachzudenken, was hier an ehrenamtlicher Arbeit geleistet wird.“

Auch Bürgermeister Sebastian Seidel nahm an der Versammlung teil. Er verteidigte die Haushaltspolitik der Gemeinde, wonach neue Sportanlagen nicht mehr bezuschusst werden. Die Gesamtförderung der Sportvereine durch die Gemeinde liege bei rund 150 000 Euro. „Wir können das momentan einfach nicht finanzieren“, betonte Seidel. Die Gemeinde müsse auch anderen Bedarfen wie etwa jenen der Feuerwehr gerecht werden. „Wir können nicht mehr leisten.“

„Wir sind nicht nur Sportler, sondern auch Bürger der Gemeinde“, monierte ein Mitglied. Jeder zweite Alverskirchener sei Mitglied im Verein. „Dieser Verein ist eine wichtige Säule für den Ort.“

Dies bejahte auch Seidel. „Sie leisten hier eine Menge. Ohne Sie hätten wir diese Anlagen nicht – weder hier, noch in Everswinkel.“ Den von einigen Mitgliedern geäußerten Vorwurf, Alverskirchen werde im Vergleich zu Everswinkel benachteiligt, wies Seidel entschieden zurück. „Es ist nicht so, dass hier in Alverskirchen nichts passiert.“

Werner Lemberg, Vorsitzender der Ortsunion, brachte das Dilemma auf den Punkt. Das übergeordnete Ziel der Gemeinde sei, nicht in die Haushaltssicherung zu geraten. Auf der anderen Seite wisse er um das hohe ehrenamtliche Engagement und die Bedeutung des Sportvereins für Alverskirchen. „Bei mir schlagen auch zwei Herzen in einer Brust.“

Zum Schluss dankte Lüpkes Seidel, dass dieser an der Versammlung teilgenommen und sich vor Ort den unbequemen Fragen der Mitglieder gestellt hatte. „Das gehört dazu“, entgegnete Seidel.

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