Parken auf dem Magnusplatz?
Für Autos völlig ungeeignet

Everswinkel -

Letztendlich war es die sprichwörtliche „Schnapsidee“. Sicherlich gut gemeint, aber letztendlich nicht ausreichend gut durchdacht. „Parkplätze auf dem Magnusplatz“ – ein Thema, das vor einigen Jahren schon einmal für Aufregung sorgte, ist von der CDU-Fraktion wiederbelebt worden.

Mittwoch, 14.03.2018, 09:03 Uhr

Der Magnusplatz als Parkfläche? Zu der Diskussion um den CDU-Antrag hatte Grünen-Fraktionssprecher Karl Stelthove eine alte Protesttasse „Rettet den Magnusplatz“ mitgebracht.SPD und Grünen verweisen auf immer freie Parkplätze an der Brunnenstraßen. Dass die „Untere Parkebene“ aber durchaus wochentags auch von Kurzeit- und Dauerparkern belegt sein kann, zeigt dieser Blick aus dem Sommer vergangenen Jahres.
Der Magnusplatz als Parkfläche? Zu der Diskussion um den CDU-Antrag hatte Grünen-Fraktionssprecher Karl Stelthove eine alte Protesttasse „Rettet den Magnusplatz“ mitgebracht.SPD und Grünen verweisen auf immer freie Parkplätze an der Brunnenstraßen. Dass die „Untere Parkebene“ aber durchaus wochentags auch von Kurzeit- und Dauerparkern belegt sein kann, zeigt dieser Blick aus dem Sommer vergangenen Jahres. Foto: Klaus Meyer

In einem Antrag an die Gemeinde haben die Christdemokraten angeregt, vor dem Hintergrund der derzeit durch das Großbau-Projekt an der Warendorfer Straße entfallenen drei Stellplätze sieben neue Parkplätze auf dem Magnusplatz auszuweisen. Als Kompensation und als Testphase.

Entweder könne man einen Parkstreifen vor dem HiFi-Geschäft Arning einrichten, oder die Gemeinde werde beauftragt, selbst zu prüfen, wo diese sieben Plätze realisiert werden könnten. Die CDU bezeichnet es als „aktive Wirtschaftsförderung, wenn wir Parkplätze direkt vor den Geschäften anbieten“, da damit die Kundenfrequenz erhöht werde. Außerdem, so erklärte Fraktionschef Dirk Folker, sei es auch ein Versuch, „den Magnusplatz etwas zu beleben“, wo man sonst – so heißt es im Antrag – „unter der Woche kaum Bürgerinnen und Bürger trifft“. Mit dem Hinweis auf das Beispiel Kirchplatz wertete Folker, „wir empfinden das auch nicht so schlimm“. Jene sieben Parkflächen könnten für eine Testzeit von sechs Monaten eingerichtet und bei einem positiven Feedback aus der Bevölkerung dann auch dauerhaft erhalten bleiben.

Nun ist die Idee, „tote“ Plätze durch parkende Autos zu „beleben“, weder neu noch unumstritten. Die Frage ist, ob man das Ein- und Aussteigen aus Kraftfahrzeugen positiv als „Belebung“ eines Bereiches empfindet. Und in einer Kommune der kurzen Wege wie Everswinkel stellt sich zudem die Frage, ob mehr Parkplätze im Zentrum wirklich für mehr Umsatz sorgen.

Für die SPD, die Grünen und die FDP jedenfalls ist es nicht vorstellbar, dass auf der Magnusplatz Parkplätze eingerichtet werden. Sonst könne man den Platz auch ganz freigeben für den Verkehr, „aber wenn man das möchte, muss man die Bürger mit einbeziehen“, stellte FDP-Fraktionsführer Peter Friedrich klar. Der gab indes auch zu bedenken, dass ein einmal eingeräumtes Angebot nur schwierig wieder zurückzunehmen sei. Grünen-Sprecher Karl Stelthove, der eigens zu der Beratung eine seinerzeit gestaltete Protesttasse mit der Aufschrift „Rettet den Magnusplatz“ präsentierte, lehnt ein Parken auf dieser zentralen Fläche kategorisch ab, zumal auch Schäden am Pflaster zu erwarten seien. „Es ist ein Unding, den Magnusplatz zum Parkplatz zu machen“. Er wie auch der SPD-Fraktionsvorsitzende Dr. Wilfried Hamann verwiesen auf den Parkplatz Brunnenstraße, auf dem immer etwas frei sei. „Ich kann den befürchteten Parkdruck so nicht nachempfinden“, so Hamann.

Er habe „große Bedenken – selbst bei einem Provisorium – uns danach wieder damit auseinandersetzen zu müssen, dass Schäden zu beseitigen sind“. Schon jetzt fehlten oftmals die Absperrpoller, so dass Autos und Zulieferer ungehindert über den Platz fahren würden. Hamann appellierte in Richtung Gemeindeverwaltung, „den Dauerverkehr, der dort jetzt stattfindet, wieder zu unterbinden“.

Den entscheidenden Argumentations-Trumpf spielten dann Norbert Reher und Bernd Schumacher vom Bau- und Planungsamt aus. „Der Unterbau gibt das gar nicht her. Es dauert kein halbes Jahr, dann ist alles kaputtgefahren“, gab sich Amtsleiter Reher keinen Illusionen hin. Schumacher lenkte den Blick auf die Scherkräfte durchs Rangieren. „Die sind für solche Betonsteinpflasterstein der Tod. Die werden definitiv kaputtgehen.“ Zudem stelle sich auch die Raumfrage. Einen Mischverkehr von Fußgängern, Fahrradfahrern und Autos dort „kann ich mir nur schwer vorstellen“.

Der CDU-Fraktionsführer zeigte sich überrascht. „Die Auskunft kannte ich nicht“, die zu erwartenden Folgeschäden beim Pflaster seien bei der seinerzeitigen Parkplatzdiskussion nicht thematisiert worden. „Wenn das so ist, ziehen wir den Antrag sofort zurück.“ Thema durch, Parkzeit abgelaufen.

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