Konzertreihe „Orgel Plus“
Gefühlvoll, dramatisch, bewegend

Everswinkel -

Die Konzertreihe „Orgel Plus“ zur Restaurierung der historischen Fleiter-Orgel der St.-Magnus-Kirche findet wachsenden Zuspruch: Die Zahl der Besucher erhöhte sich bei der zweiten Veranstaltung auf gut 200. Diesmal stand die Kombination von Orgel und Gesang auf dem Programm und zwar unter dem Motto „Ganz andere Töne“. Anders, als man es normalerweise in der Kirche gewohnt ist, wurden hier moderne Songs der Pop- und Filmszene vorgetragen.

Dienstag, 17.04.2018, 09:04 Uhr

Für einen großartigen Konzertgenuss mit berührenden Momenten sorgten Sandra Batkowski und Thomas Kraß.
Für einen großartigen Konzertgenuss mit berührenden Momenten sorgten Sandra Batkowski und Thomas Kraß. Foto: Karl-Hermann Schlosser

Der Kirchenmusiker Thomas Kraß hatte dafür mit der Sängerin Sandra Batkowski aus Everswinkel einen wahren Glücksgriff getan. Mit ihrer warmen, vollen Stimme, die sich in faszinierender Weise in einem breiten Spektrum von angenehm zarter Tongebung und hochdramatischer Emotionalität bewegte, prägte sie das Konzert in einzigartiger Weise. Sehr hilfreich für die Zuhörer waren die jeweils auf eine Leinwand projizierten Titel und Texte, zumal in deutscher Übersetzung der Originale.

Besonders eindringlich gleich das erste Stück „I see fire“ von Ed Sheeran aus dem Filmklassiker „The Hobbit – The Desolation of Smaugs“. Mit dem tiefsinnigen Folk-Rock-Song „The Sund of Silence“ (“Der Klang der Stille“) von Paul Simon, bekannt geworden durch das amerikanische Duo Simon & Garfunkel, überzeugte Batkowski mit der großen Spannbreite ihrer Stimme. Die zentrale Botschaft des überaus erfolgreichen Songs „Fragile“ von Sting lautet: „Aus Gewalt entsteht nichts und wird nichts entstehen“. Anlässlich der Wiedereröffnung des Bataclan in Paris im November 2016 nach dem schrecklichen Terroranschlag von 2015 eröffnete Sting das erste Konzert dort mit diesem eindrucksvollen Stück und seiner aktuell gebliebenen Botschaft.

Und wieder ein wunderbar zartes, lyrisches Stück über die Liebe, die sich in den Himmel schwingt, aus dem Film „Wie im Himmel“. In „Lenas Song“ von Stefan Nilsson heißt es: „So fliege dahin, halte meine Hand, fühle den Wind und erobere den Himmel. Liebe wird einen Weg finden. Ich glaube an dich, flieg mit mir.“ Aus demselben Film der Hit „Gabriellas Song“ von Stefan Nilsson. Danach aus dem Film „Titanic“ der gleichfalls weltberühmte Song „My heart will go on“ von Will Jennings und James Horner, vorgetragen mit einer überwältigend gefühlvollen, dramatischen Stimme. „One of us“ von Eric Bazilian sinnt dem Gedanken nach: „Wenn Gott einen Namen hätte, wie würde er heißen?“ Einer von uns . . . ?

Nachdenklich auch der Text von „Save the best for last“ von Vanessa Williams, wo es unter anderem heißt: „Gerade, als ich dachte, dass unsere Chance vorbei wäre, kommst du und hast das Beste bis zum Schluss aufgehoben“. Auch „Ja!“ von „Silbermond“ und „When you say nothing at all“, ein Country-Song von Keith Whitley, berührten sehr. Überraschend darin die Feststellung: „Du sagst es am besten, wenn du schweigst.“ Dann wiederum ein großes, wehmütiges Liebeslied von Freddy Mercury, „Love of my life“, sowie „The dark end of the street“ von Chip Moman und Dan Penn über das Thema Liebe und Schuld. Und schließlich, wieder sehr poetisch, „Let her go“ von Michael Rosenberg, mit der tröstlichen Feststellung: „Du weißt nur, dass du sie liebst, wenn du sie gehen lässt.“

Kompliment für die total gelungene Auswahl der Songs! Mit ihrem weithin homogenen Charakter passten sie hervorragend zusammen, auch dank der zurückhaltenden, einfühlsamen Orgelbegleitung durch Thomas Kraß. Insgesamt ein Konzertgenuss, wie man ihn nur selten erleben kann. Das Publikum dankte mit lang anhaltendem Applaus und „standing ovations“.

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