Verbundschule und Kreishandwerkerschaft als Partner
Mehr Praxis im Unterricht

Everswinkel -

Die Verbundschule Everswinkel und die Gemeinde als Schulträger wollen gemeinsam mit der Kreishandwerkerschaft Steinfurt-Warendorf (KH) mehr Praxisanteile in den Unterricht bringen. „Die Zahl der Verbundschul-Absolventen, die nach der Schule direkt in eine Ausbildung starten, liegt bei rund 24 Prozent, denn viele Absolventen gehen erst einmal weiter zur Schule, ohne eine klare berufliche Perspektive vor Augen zu haben“, berichtet Schulleiter Hubertus Kneilmann. Gerade auch aufgrund des Fachkräftebedarfs in Handwerk und Industrie erfordere dies neue Wege.

Dienstag, 10.07.2018, 09:30 Uhr

Weichenstellung: Stephan Krems, Wolfgang Weber (beide Bezirksregierung Münster), Hubertus Kneilmann (Leiter der Verbundschule), KH-Hauptgeschäftsführer Frank Tischner, Ministerin Yvonne Gebauer, Bürgermeister Sebastian Seidel, Antonius Bäumker (KH) und Thomas Stohldreier (Gemeinde; v.l.)
Weichenstellung: Stephan Krems, Wolfgang Weber (beide Bezirksregierung Münster), Hubertus Kneilmann (Leiter der Verbundschule), KH-Hauptgeschäftsführer Frank Tischner, Ministerin Yvonne Gebauer, Bürgermeister Sebastian Seidel, Antonius Bäumker (KH) und Thomas Stohldreier (Gemeinde; v.l.) Foto: .

„Wir müssen frühzeitig anfangen, die Kinder mit den verschiedenen handwerklichen Berufen zusammenzubringen, um ihnen passgenaue Perspektiven für ihre Zukunft aufzuzeigen“, formuliert Bürgermeister Sebastian Seidel die Hintergründe der Zusammenarbeit in einer Presseinformation der Gemeinde. Dies findet auch Frank Tischner, Hauptgeschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Steinfurt-Warendorf, so dass er sofort zusagte, als ihn der Bürgermeister fragte, ob er sich eine Zusammenarbeit vorstellen könne. „Handwerk hat goldenen Boden und bietet vielfältigste Möglichkeiten. Eine betriebliche Lehre im Dualen Ausbildungssystem ist eine gute, solide Grundlage für einen Start ins Berufsleben. Ich selbst habe zunächst den handwerklichen Karriereweg vom Auszubildenden bis zum Meister durchlaufen“, so Tischner.

Auch die Schulaufsicht bei der Bezirksregierung Münster mit Abteilungsleiter Wolfgang Weber an der Spitze steht hinter dem Projekt. Ab dem Schuljahr 2019/20 werde in den Hauptschulklassen fünf und sechs in jedem Halbjahr ein anderer Themenschwerpunkt mit praktischen Anteilen wie Besuchen der Schüler in Betrieben, Besuchen von Betrieben in der Schule und vor allem auch die Erarbeitung von Werkstücken in den Unterricht eingebaut. „Natur und Erleben“, „Haushalt und Ernährung“, „Gestaltung und Mehr“ sowie „Holz und Co.“ heißen die Module. Die Bereiche „Metall und Elektro“ sowie „Soziales Miteinander“ seien in Vorbereitung. „Wir sind hier schon gut aufgestellt, aber wollen das nun vertiefen. Denn so können wir die Schüler ihren Talenten und Fähigkeiten entsprechend fördern und ihnen Erfolgserlebnisse verschaffen“, begründet Schulleiter Kneilmann.

In einem gemeinsamen Termin stellten nun Bürgermeister Seidel, Schulleiter Kneilmann und KH-Hauptgeschäftsführer Frank Tischner dieses Projekt der Ministerin für Schule und Bildung, Yvonne Gebauer, in Düsseldorf vor. „Ich kann es nur begrüßen, dass die Verbundschule hier neue Wege geht. So können die Talente der Kinder gut gefördert werden“, zeigte sich die Ministerin begeistert.

Gute Nachrichten hatte die Ministerin bei diesem Gespräch auch für die Zukunft der Verbundschule: Zurzeit befassen Landtag und Landesregierung mit der Weiterentwicklung von Realschul- und Hauptschul-Bildungsgängen. Bestehende Schulen mit guten Strukturen gelte es weiter aufrechterhalten. Die Verbundschule Everswinkel gehöre dazu.

Das Projekt soll in den kommenden Wochen in den politischen Gremien der Gemeinde und auch in der Schul- und Lehrerkonferenz der Verbundschule vorgestellt, besprochen und verabschiedet werden.

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