Everswinklerin fordert Volksabstimmung
Ein Herz für die Winterzeit

Everswinkel -

Die Everswinklerin Elke Philipp hat eine Mission: Wenn die Zeitumstellung abgeschafft wird, möchte sie als Bürgerin gern ein Wörtchen mitzureden haben, wie es weitergeht. Deshalb versucht sie derzeit, genügend Stimmen zu sammeln, um eine Petition für eine Volksabstimmung im Bundestag einzureichen.

Freitag, 28.09.2018, 07:44 Uhr
Veröffentlicht: Freitag, 28.09.2018, 07:30 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Freitag, 28.09.2018, 07:44 Uhr
Die Everswinkelerin Elke Philipp hat eine Mission: Sie möchte, dass die deutschen Bürger selbst abstimmen dürfen, ob nach der Abschaffung der Zeitumstellung Sommer- oder Winterzeit gelten soll. Dazu legt sie derzeit Unterschriftenlisten in Everswinkeler Geschäften – wie hier bei Bellmann TV – aus. Parallel dazu sammelt sie im Internet Stimmen für ihr Anliegen.
Die Everswinkelerin Elke Philipp hat eine Mission: Sie möchte, dass die deutschen Bürger selbst abstimmen dürfen, ob nach der Abschaffung der Zeitumstellung Sommer- oder Winterzeit gelten soll. Dazu legt sie derzeit Unterschriftenlisten in Everswinkeler Geschäften – wie hier bei Bellmann TV – aus. Parallel dazu sammelt sie im Internet Stimmen für ihr Anliegen. Foto: Ines-Bianca Hartmeyer

Und was wäre ihre Wunschzeit? „Natürlich unsere Original- und Optimalzeit – die Winterzeit.“

Umstellung macht Familie zu schaffen

Der Sonnenuhr ist die politische Diskussion, die derzeit läuft, relativ egal: Wenn die Sonne am höchsten steht, ist es 12 Uhr mittags. Punkt.

Wie so oft im Leben funkte irgendwann allerdings der Mensch dazwischen: Der weltweiten Zeit- und Terminplanung liegt inzwischen ein ausgeklügeltes System zugrunde. Und um die Sache noch komplizierter zu machen, wurde in Europa unter dem Eindruck der Ölkrise 1980 die Mitteleuropäische Sommerzeit mit ihren Umstellungen im Frühling und Herbst eingeführt, um Energie zu sparen. Fortan drehte (fast) ganz Europa im Frühling und im Herbst an der Uhr – und manche Menschen auch am Rad.

Die Everswinklerin Elke Philipp ist eine davon. Als Mutter zweier Töchter waren ihr die Zeitumstellungen von jeher ein Graus: „Mit kleinen Kindern ist das fürchterlich. Bei uns hat das immer zwei Wochen gedauert, bis wir wieder im Tritt waren. Da sind wir wie Milchkühe!“

EU-Länder dürfen selbst entscheiden

Deshalb war sie mehr als erleichtert, als die jüngste EU-Frage ein eindeutiges Votum ergab: Weg mit der Umstellung. „Was für eine Erleichterung!“, atmet Philipp auf. Doch welche Zeit soll in Zukunft gelten: Sommer- oder Winterzeit? Nach Aussage von EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker soll jedes EU-Land seinen eigenen Weg gehen dürfen. Und da möchte Elke Philipp gern ein Wörtchen mitreden. Ihr Anliegen: „Es kann nicht sein, dass in der Politik wieder nur ein paar wenige über unsere Köpfe hinweg entscheiden. Zu diesem Thema muss es eine Volksabstimmung geben.“

Brief an Kanzlerin ohne Erfolg

Bislang ganz und gar unpolitisch, wurde die 59-Jährige aktiv. Als ein Brief an die Kanzlerin keine Wirkung zeigte, schloss sie sich der Kampagnen-Plattform „ Avaaz“ an und erstellte mit Hilfe der Initiative eine Abstimmungsseite. Zusätzlich legte sie in Everswinkeler Geschäften Unterschriftenlisten aus. Hat sie genug Stimmen zusammen, will sie eine Petition an den Deutschen Bundestag einreichen.

An der Naturschraube gedreht

Und wo würde sie selbst ihr Kreuzchen machen, wenn sie abstimmen dürfte? „Natürlich bei unserer Original- und auch Optimalzeit“, sagt die Everswinklerin, „der Winterzeit!“ Sie finde lange Sommerabende ebenfalls schön. „Aber man muss auch die andere Seite der Medaille sehen“, meint Philipp. Wenn die Kinder nach den Sommerferien morgens um halb sieben raus müssten, um zur Schule zu gehen, sei es laut innerer Uhr eigentlich erst halb sechs. „Und jetzt denken Sie mal an Herbst und Winter, wenn die Sommerzeit das ganze Jahr über gelten soll. Dann ist es morgens auf dem Weg zur Schule kalt, dunkel – und eigentlich zu früh. Weil der Mensch mal wieder an der Naturschraube gedreht hat – wie so oft.“

Wir müssen uns bewusst machen, dass wir da etwas beschließen, was für immer Gültigkeit hat. Und da sollten wir keine Egoisten sein, sondern daran denken, was gut für alle ist – und was natürlich ist.

Elke Philipp

Ihre Hoffnung: zunächst einmal eine Volksabstimmung zu erwirken und dann auch genügend Menschen begeistern zu können für die Rückkehr zum Altgedienten. „Damit ich meinen Enkeln in ein paar Jahren nicht im Park erklären muss, warum die Sonnenuhr falsch geht. Das ist mein Herzenswunsch!“

Tipps für eine leichtere Umgewöhnung nach der Zeitumstellung

1/10
  • Verschieben Sie die Zeit sanft und schrittweise. Wer sich ein bis zwei Tage vorher schon auf die Zeitumstellung einstellt und früher ins Bett geht, der rutscht sanfter in die neue Zeit hinein.

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  • Bewegung macht müde. Kinder sollten am Tag viel toben und spielen, damit sie Abends gut einschlafen.

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  • Gegen einen Morgen voller Stress hilft: Vorbereitung. Wer am Vorabend die Brote belegt und die Schultaschen packt, muss es morgens nicht mehr machen und hat mehr Zeit, entspannt aufzustehen.

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  • Damit man abends gut ins Bett kommt, sollte man über den Tag nicht all zu viel Schlafen. Also heißt es: Kinder rechtzeitig aus dem Mittagsschlaf wecken, auch wenn es schwer ist.

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  • Um am Morgen möglichst schnell wach zu werden hilft Licht. Wenn die Sonne noch nicht scheint, tun es auch Lampen. Am besten sind Tageslichtlampen. Musik kann den nötigen Schwung in den Morgen bringen.

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  • Um der Rushhour morgens etwas Stress zu nehmen, empfiehlt es sich mit dem Arbeitgeber eine flexible Anfangszeit auszumachen oder im Homeoffice zu arbeiten.

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  • Geregelte Mahlzeiten, die an die Umstellung angepasst sind, helfen, sich besser an die neue Zeit zu gewöhnen. Außerdem hilft ein frisches Frühstück. Früchte und Vitamine helfen bei der Aktivierung des Körpers. Fettiges Essen hingegen ist gerade vor dem Einschlafen schlecht. Es ist schwer zu verdauen und hält wach.

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  • Grelles Licht sollte vor dem Einschlafen vermieden werden. Gerade Bildschirme von Laptops oder Smartphones halten Sie wach.

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  • Eine Wechseldusche kann Wunder bewirken. Morgens abwechselnd kalt und warm zu duschen regt den Kreislauf an und vereinfacht den Start in den Tag.

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  • Sport am Morgen vertreibt Kummer und Sorgen - und Müdigkeit. Es lässt Sie wacher werden und kurbelt den Kreislauf an. Morgengymnastik oder Yoga sind tolle Bewegungsmöglichkeiten für die frühen Stunden des Tages.

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