„Tamigu-Trio“ war zu Gast in der Johanneskirche
„Brückenschläge“ mit ungewohnten Klängen

Everswinkel -

Bereits seit einigen Jahren werden Konzerte in der Evangelischen Johanneskirche in Everswinkel durchgeführt, und immer kann der Besucher sicher sein, renommierte Musiker erleben zu dürfen. So war es auch jetzt, als das „tamigu-Trio“ zu Gast war.

Dienstag, 02.10.2018, 12:00 Uhr
Veröffentlicht: Dienstag, 02.10.2018, 12:00 Uhr
Das „tamigu-Trio“ war zu Gast in der Johanneskirche und erntete anerkennenden Applaus für die „Brückenschlag“-Darbietungen.
Das „tamigu-Trio“ war zu Gast in der Johanneskirche und erntete anerkennenden Applaus für die „Brückenschlag“-Darbietungen. Foto: Susanne Müller

Der Name „tamigu-Trio“ setzt sich zusammen aus den jeweils ersten beiden Buchstaben der Vornamen der Musiker: Tamara Buslova ist eine mehrfach ausgezeichnete Klassikpianistin und Organistin, Michael Nachbar unter anderem Geiger im Philharmonischen Orchester der Stadt Dortmund sowie Gründer des „Dortmunder Streichquartetts“. Gu schließlich steht für Günther Wiesemann , der sich als Pianist, Organist, Perkussionist und Komponist international einen Namen gemacht hat.

Das Kammerkonzert stand unter dem Motto „Brückenschläge“, und die Musiker spannten in der Tat einen weiten Bogen vom frühen 18. Jahrhundert bis in die Jetztzeit. Zu Beginn führten sie ein Werk des Franzosen Louis-Nicolas Clérambault auf (Prélude et Allegro für Violine und Orgel), den Abschluss bildete das Grave in e-moll – hier in der Fassung für Violine und Orgel präsentiert - des aus einer bekannten böhmischen Musikerfamilie stammenden Komponisten Jiri Antonin Benda.

Dazwischen fanden sowohl Werke von Johann Sebastian Bach (zwei Sätze aus der Sonate 4 c-moll) als auch Franz Schubert (ebenfalls zwei Sätze aus der Sonate für Violine und Klavier a-moll) ihren Platz.

Nachhaltig in Erinnerung bleiben werden vor allem die Eigenkompositionen von Günther Wiesemann. Sie stellten in Teilen nicht unerhebliche Anforderungen an die kleine Zuhörerschaft. Das Stück „Herzensgrund, Herzensgrund“ für Viola, Orgel und kleines Schlaginstrumentarium begann mit für den durchschnittlichen Konzertbesucher eher ungewohnten Orgelklängen. Im weiteren Verlauf waren zunächst nur zaghaft aufblitzende Andeutungen der Melodie „Aus meines Herzens Grunde“ zu vernehmen, später spielten sich Viola und Orgel das Thema variantenreich zu. Nach einer stetigen Steigerung und Dynamisierung klang das Werk schließlich sanft aus.

Bereits in seinen einleitenden Worten hatte Günther Wiesemann auf seinen zweiten Brückenpfeiler in diesem musikalischen Bauwerk hingewiesen: ein Stück für Sprecher und Klavier namens „Anderswo“. Die Wortspiele mit den beiden Wortteilen „anders“ und „wo“, mit seiner wohlklingenden und kunstvollen Stimme vorgetragen, begleitete er elegant am Klavier und eröffnete so den Besuchern die Gelegenheit zum Nachsinnen und Meditieren.

Richtiggehend gefordert waren die Musikfreunde bei Wiesemanns Opus „Anhalten und Andacht“ für Violine und zwei Perkussionisten, das nicht nur wegen seiner Länge, sondern auch wegen der enormen Vielfalt und des häufigen Wechsels der Schlaginstrumente hohe Ansprüche stellte.

Bedauerlich war allerdings, dass die Perkussionsinstrumente großenteils nur zu hören, nicht aber zu sehen waren. Die erhöhte Positionierung der Musiker vor dem Altar anstatt auf der unteren Ebene hätte hier wohlgetan, wäre so doch manches Instrument nicht im Verborgenen angeklungen. So mussten sich die Zuhörer in den hinteren Reihen oft mit der rein akustischen Wahrnehmung von Glockenspiel, Xylophon, Röhrenglocken und Gong zufriedengeben.

Das Publikum spendete dem Trio am Ende des Abends dennoch eine Menge anerkennenden Applaus.

Susanne Müller

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