Petra Nadolny und Wolfgang Fiebig begeistern mit etwas anderer Version von „Der kleine Muck“
Wunderbare Suche nach dem Glück

Everswinkel -

Es herrscht ein regelrechter Trubel vor dem Rathaus an diesem Sonntag. Viele Eltern mit ihren Kindern und Großeltern mit den Enkeln stehen da in langen Schlangen und warten auf Einlass. 100 Besucher sind gekommen, um zu erleben, wie die mehrfach mit Fernsehpreisen und dem Grimme-Preis ausgezeichnete Schauspielerin Petra Nadolny („Switch Reloaded“) und ihr Kollege Wolfgang Fiebig vom innovativen Theater „1 plus 1“ das Stück „Der keine Muck ganz groß“ auf die Bühne bringen.

Dienstag, 06.11.2018, 08:00 Uhr
Veröffentlicht: Dienstag, 06.11.2018, 07:55 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Dienstag, 06.11.2018, 08:00 Uhr
Petra Nadolny und Wolfgang Fiebig präsentierten eine gänzlich neue Version vom „Kleinen Muck“ im Everswinkeler Rathaus. Rund 100 Kinder und Eltern waren schier begeistert.
Petra Nadolny und Wolfgang Fiebig präsentierten eine gänzlich neue Version vom „Kleinen Muck“ im Everswinkeler Rathaus. Rund 100 Kinder und Eltern waren schier begeistert. Foto: Marion Bulla

Die Erwachsenen haben sicherlich eine ganz bestimmte Vorstellung im Kopf, denn so ziemlich jeder kennt wohl die Geschichte des Hauff-Märchenklassikers. Doch weit gefehlt. Die Schauspieler präsentieren eine völlig neue Version — mit jeder Menge lustiger Szenen, viel Witz, aber auch Ironie und zuweilen Klamauk. Da hat der Kulturkreis, der das Duo eingeladen hat, einmal mehr direkt ins Schwarze getroffen. Das Publikum zeigt sich begeistert und biegt sich vor Lachen. Dennoch ist auch ein wenig Ernst mit dabei.

In dieser Neu-Inszenierung ist Muck ein kleinwüchsiger Sonderling, der von allen gehänselt wird. Nachdem sein Vater gestorben ist, macht er sich auf die Suche nach dem Glück. Und davon gibt es ganz verschiedene Auffassungen. Für den Baum etwa ist es der Frühling, das Huhn findet das Glück im Wurm und der Mensch freut sich über sein Auto oder Motorrad. Die beiden Darsteller benötigen nur wenige symbolische Requisiten. Der größte Teil der Handlung wird pantomimisch erklärt, und auch das ist urkomisch. Vor allem sind es das Minenspiel und ebenso die verschiedenen Rollen, in die Nadolny und Fiebig schlüpfen, was die Zuschauer fasziniert.

Muck stibitzt sich von Dr. Placebo ein Paar Pantoffeln, die Siebenmeilenstiefel, die ihn zum schnellsten Läufer aller Zeiten machen. Zirkusreif. Ein großer Zauberer zu werden, war schon immer sein Traum und stellt für den kleinen Muck das wahre Glück dar. Im Zirkus in Everswinkel ist man auch schwer beeindruckt vom schnellen Muck. Nur Chefmagier Siggi Roi neidet Muck den Erfolg und spielt ihm übel mit. Der behauptet nämlich, er habe die Pantoffeln aus seinem eigenen Fundus gestohlen. Muck flüchtet entsetzt ins vor Vergnügen kreischende junge Publikum. Doch Siggi Roi muss, nachdem er die Pantoffeln übergestreift hat, laufen und laufen und kann nicht stoppen. Und während der Zauberer gestraft mit riesigen Eselsohren von dannen eilt, hat am Ende der kleine Muck sein Glück gefunden. Die Großen wie die Kleinen haben einen irren Spaß, weil — so ist es im Märchen erste Regel — der Kleinste immer siegt. Denn wer seine Träume verfolgt und nicht so schnell aufgibt, der gelangt irgendwann an sein Ziel.

Tosender Applaus und strahlende Kindergesichter sind nach einer Stunde Theaterspaß der verdiente Lohn für die grandiosen Schauspieler. „Das war toll“, sagt etwa die kleine Anna am Ende der Vorstellung, bevor sie wie viele andere mit einem Lächeln im Gesicht und an der Hand der Eltern nach Hause geht.

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