Verbundschule mit Handwerk und Wirtschaft im Dialog
Frühe Orientierung ermöglichen

Everswinkel -

Dass Jugendliche während ihrer Schulzeit erste Praktika in Betrieben absolvieren und dabei den möglichen späteren Beruf kennenlernen ist gängige Praxis. Normalerweise sind derartige Berufsorientierungsangebote für den achten Jahrgang vorgesehen. Die Verbundschule möchte in naher Zukunft neue Wege beschreiten und einen deutlich früheren Austausch zwischen Schülern und heimischer Wirtschaft ermöglichen.

Donnerstag, 22.11.2018, 07:32 Uhr aktualisiert: 22.11.2018, 11:23 Uhr
Verantwortliche: v.l. Bürgermeister Sebastian Seidel, Heinz-Bernd Lohmann (Kreishandwerksmeister), Schulleiter Hubertus Kneilmann, Günter Schrade (Geschäftsführer Kreishandwerkerschaft Steinfurt-Warendorf), Christin Uphues (Wirtschaftsförderung Gemeinde Everswinkel) und Thomas Stohldreier (Amtsleiter für Schule, Kultur, Ordnung und Soziales der Gemeinde Everswinkel).
Verantwortliche: v.l. Bürgermeister Sebastian Seidel, Heinz-Bernd Lohmann (Kreishandwerksmeister), Schulleiter Hubertus Kneilmann, Günter Schrade (Geschäftsführer Kreishandwerkerschaft Steinfurt-Warendorf), Christin Uphues (Wirtschaftsförderung Gemeinde Everswinkel) und Thomas Stohldreier (Amtsleiter für Schule, Kultur, Ordnung und Soziales der Gemeinde Everswinkel). Foto: Christopher Irmler

So sollen unter dem Slogan „fair.bunt.praxis“ bereits die Schüler des fünften und sechsten Jahrgangs erste fundierte Eindrücke gewinnen können. Die Idee dahinter: Die Schüler sollen frühzeitig mit praxisorientierten Ansätzen auf die Berufsorientierung vorbereitet werden. Auch das unvoreingenommene Kennenlernen von vermeintlich geschlechterspezifischen Berufen soll ermöglicht werden. Ferner könnten so frühzeitig Beziehungen zu heimischen Betrieben aufgebaut werden. Auch die Betriebe profitieren: Sie lernen ihre potenziellen Fachkräfte der Zukunft früh kennen und werden durch den regelmäßigen Austausch und ihre Präsenz in der Schule als attraktive Arbeitgeber wahrgenommen.

Als Kooperationspartner für dieses Ansinnen gewann die Verbundschule die Kreishandwerkerschaft Steinfurt-Warendorf. Am Dienstagabend lud Schulleiter Hubertus Kneilmann zu einem ersten Austausch ein. Neben Mitarbeitern der Gemeinde, der Kreishandwerkerschaft, Pädagogen und Elternvertretern der Schule waren viele Vertreter des heimischen Handwerks und der Wirtschaft der Einladung gefolgt. „Wir haben monatelang an diesem Konzept gearbeitet. Natürlich freut uns die Resonanz“, kommentierte Kneilmann das „volle Haus“.

Die aus den vier Modulen „Technik & Co.“, „Gestaltung & mehr!“, „Natur & erleben!“, „Haushalt & Ernährung!“ bestehende „fair.bunt.praxis“ soll schon im Schuljahr 2019/20 starten. Demnach werden zwei Stunden pro Woche in den Stundenplan integriert. Nach jedem Halbjahr erfolgt ein Wechsel, sodass jeder Schüler im Verlauf des fünften und sechsten Schuljahrs sämtliche Module kennengelernt hat. Nach einem kurzen „Grundwissenblock“ folgt ein vertiefender Theorieblock, ehe es im dritten Abschnitt um die Praxis in den Betrieben und einen Austausch zwischen Schülern und Wirtschaft geht. Abgerundet wird jedes Modul durch eine Präsentation. Die „fair.bunt.praxis“ wird als zusätzliches Fach auf dem Schulzeugnis ausgewiesen; ferner erhalten die Schüler ein Zertifikat. Zudem werden derzeit mit „Soziales Miteinander!“ sowie „Elektro & Co.!“ zwei weitere Module vorbereitet.

Auch die Gemeinde Everswinkel steht als Schulträger hinter dem Konzept, wie Bürgermeister Sebastian Seidel betonte. „Wir müssen einen Weg finden, um Ihren Fachkräftebedarf abzudecken“, so Seidel in Richtung Arbeitgeber. „Wir wollen Schülerinnen und Schüler, die genau wissen, was sie wollen.“ Schließlich, so fuhr Seidel fort, habe Handwerk nach wie vor goldenen Boden. Auch die Teilnahme der für die Wirtschaftsförderung in der Gemeinde zuständigen Christin Uphues verdeutlichte die Bedeutung dieses Abends. Optimistisch äußerte sich auch Günter Schrade, Kreishandwerkerschaft-Geschäftsführer. „Wir waren von diesem Projekt total begeistert.“ Es gelte, gemeinsam Ideen zu entwickeln und den Austausch zu intensivieren. Dies erfolgte bereits am Dienstag. Nach der Präsentation führten die Beteiligten erste Gespräche, tauschten Kontaktdaten aus und diskutierten praktische Fragen der Umsetzbarkeit.

Austausch der Beteiligten im Anschluss an die Präsentation.

Austausch der Beteiligten im Anschluss an die Präsentation. Foto: Christopher Irmler

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