Auszeichnung für Verbundschule
Gegen Hass und Diffamierung

Everswinkel -

„I have a dream“ schallt es am Donnerstagmorgen durch die Festhalle. Etwa 30 Schüler der Verbundschule stehen in bunten T-Shirts auf der Bühne und singen. Über ihnen hängt ein schwarz-weißes Banner. Aufschrift: „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“. An diesem Tag wird ihre Schule eben jenen Titel erhalten.

Freitag, 23.11.2018, 10:40 Uhr
Die Verbundschule erhält den Titel „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“. Im Rahmen des Festaktes gab es auch ein buntes Rahmenprogramm, das von den Schülern gestaltet wurde.
Die Verbundschule erhält den Titel „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“. Im Rahmen des Festaktes gab es auch ein buntes Rahmenprogramm, das von den Schülern gestaltet wurde. Foto: Marion Bulla

„Das Thema ist wichtig“, betont Schulleiter Hubertus Kneilmann bei der Begrüßung und fügt an, Bundespräsident Frank Walter Steinmeier habe am 9. November, dem Gedenktag der Pogrome gegen die jüdische Bevölkerung, gesagt, man müsse handeln und gegensteuern, wenn eine Sprache des Hasses um sich greife. „Bei uns sollen alle fair und respektvoll miteinander umgehen. Das sagt schon unser Name die ,fair.bunt.schule‘. Heute ist ein wichtiger Baustein für die Geschichte unserer Schule.“ Das Grundgesetz sei das Allerwichtigste. Rassismus begegne man überall. Vor allem in den sozialen Netzwerken, sagt im Anschluss Bürgermeister Sebastian Seidel. „Rassismus darf nie wieder salonfähig werden. Ihr alle seid Vorbilder“, lobt er das Engagement und hält ein kleines Schild hoch: „Die Würde des Menschen ist unantastbar“.

Jeden Menschen mit Respekt zu behandeln, ist für die Gesellschaft wichtig. Kindern wünscht man es aber besonders. Die rund 550 Schüler der Verbundschule haben sich selbst dazu verpflichtet, an ihrer Schule für Toleranz und gegen Ausgrenzung zu kämpfen. 96,6 Prozent hatten Ende 2017 eine entsprechende Erklärung unterschrieben. „Wenn an meiner Schule Gewalt, diskriminierende Äußerungen oder Handlungen ausgeübt werden, wende ich mich dagegen“, heißt es darin unter anderem. Die Initiative, bei dem bundesweiten Projekt mitzumachen, kam von den Schülern selbst. Besonders die beiden Schülervertreter Lynn Serries und Lukas Rempel setzten sich engagiert dafür ein. Unterstützt wurden sie dabei von Pädagoge Ralf Kallscheuer.

Dr. Durdu Legler überreicht Lynn Serries, Lukas Rempels und Ralf Kallscheuer (v.l.) die Urkunde.

Dr. Durdu Legler überreicht Lynn Serries, Lukas Rempels und Ralf Kallscheuer (v.l.) die Urkunde. Foto: Marion Bulla

„2 400 Schulen in Deutschland haben den Titel bereits. Das hört sich an, als seien wir nur eine von vielen. Aber im Vergleich zu den 47 000 Schulen insgesamt sind es nur fünf Prozent“, berichtet Lukas Rempel. Eigentlich beginne ihre Arbeit erst jetzt, ergänzt Lynn Serries. Es gebe drei Punkte. Erstens: Dauerhaft gegen Rassismus kämpfen. Zweitens: Sich dem Thema stellen und damit auseinandersetzen. Drittens: Es werde einmal im Jahr ein Projekt gegen Rassismus geben. „Wenn wir alle diese Punkte einhalten, dann tragen wir den Titel zu Recht.“ Einen Paten für das Projekt haben die Organisatoren auch gefunden: Friedhelm Hempelmann, ehemaliger Konrektor der Schule. „Ich war damals Gründungsmitglied der Verbundschule und freue mich jedes Mal, wenn ich sehe, wie sie sich entwickelt hat“, erzählt der Pensionär. Er will auch Pate sein, weil er seit vier Jahren beim Integration Point, der ersten Anlaufstelle für geflüchtete Menschen, aktiv ist. „Ich meine, jeder Mensch ist gleich, also sollte es keine Ausgrenzung geben. Lasst uns dieses Thema anpacken, dann wird es auch was“, sagt Hempelmann.

„Der Titel bedeutet mutig und unerschrocken hinzuschauen, wenn jemand ausgegrenzt oder diffamiert wird. Ihr habt Euch mit einer grandiosen Mehrheit dazu entschlossen, hinzusehen und Respekt sowie Wertschätzung auch nach draußen zu tragen“, lobt Dr. Durdur Legler die Schüler und überreicht die Urkunde.

Sollte selbstverständlich sein: Bürgermeister Sebastian Seidel hält den Artikel 1 des Grundgesetz „Die Würde des Menschen ist unantastbar“ hoch.

Sollte selbstverständlich sein: Bürgermeister Sebastian Seidel hält den Artikel 1 des Grundgesetz „Die Würde des Menschen ist unantastbar“ hoch. Foto: Marion Bulla

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