Gemeinde fragt Gründe für Schulwahl nach der 4. Klasse ab
Was ist den Eltern wichtig?

Everswinkel -

So wie Bildung einem stetigen Entwicklungsprozess unterliegt, so muss sich auch Schule weiter entwickeln. In der Vitus-Gemeinde wird traditionell sehr darauf geachtet. Das umfasst die beiden Grundschulen wie auch die Verbundschule als weiterführende Schule vor Ort. Ein besonderes Augenmerk liegt darauf, die Eltern auf diesem „Schul-Weg“ mitzunehmen. Gerade bei der Verbundschule, die in ihrer Art und mit ihrer Kombination von Haupt- und Realschulzweig unter einem Dach ein Alleinstellungsmerkmal besitzt. Und die sich bislang eines regen Zulaufs erfreut.

Mittwoch, 19.12.2018, 09:22 Uhr aktualisiert: 19.12.2018, 09:30 Uhr
Die Verbundschule Everswinkel mit Haupt- und Realschulzweig unter einem Dach genießt einen sehr guten Ruf und zieht auch Kinder aus anderen Orten an. Übrigens: Der NRW-Landtag hat im Juni beschlossen, das die derzeit noch 375 Realschulen, die nicht absehbar auslaufen, künftig einen eigenen Hauptschulzweig ab Klasse 5 anbieten können.
Die Verbundschule Everswinkel mit Haupt- und Realschulzweig unter einem Dach genießt einen sehr guten Ruf und zieht auch Kinder aus anderen Orten an. Übrigens: Der NRW-Landtag hat im Juni beschlossen, das die derzeit noch 375 Realschulen, die nicht absehbar auslaufen, künftig einen eigenen Hauptschulzweig ab Klasse 5 anbieten können. Foto: Klaus Meyer

Die Gemeinde hat jüngst einmal recherchiert, wie sich Eltern von Viertklässlern, die vor der Wahl der weiterführenden Schule stehen, informieren, wie sie sich entscheiden und warum sie sich so entscheiden. Die Umfrage erfolgte unter Eltern aus Alverskirchen und Everswinkel sowie anderen Orten, die ihre Kinder an der Verbundschule angemeldet haben wie auch unter Eltern aus der Gemeinde, die ihre Kinder an auswärtigen Schulen untergebracht haben. „Das geschah alles anonym nach der Anmeldung, damit auch kein Gefühl des Drucks da ist“, zeigte Schulamtsleiter Thomas Stohldreier im Schul-, Sport- und Kulturausschuss auf. „Der Fragebogen war auch relativ knapp gehalten.“ Ganze fünf Fragen waren zu beantworten.

97 Schüler waren angemeldet worden; davon antworteten 63 Prozent der Eltern; eine Rücklaufquote, die Stohldreier als „verdammt stark“ bezeichnete. Die auswärtigen Eltern waren dabei mit einer Beteiligung von 72 Prozent eifriger als die heimischen Eltern mit 43 Prozent. Von allen 87 Viertklässler-Eltern aus Everswinkel und Alverskirchen, deren Kinder an der Verbundschule oder einer anderen Schule angemeldet wurden, antworteten 45 Prozent (Everswinkel 49 Prozent, Alverskirchen 33 Prozent).

Es gibt vielfältige Möglichkeiten, sich vor der Schulwahl über mögliche weiterführende Schulen zu informieren. „Eine ganz wichtige Informationsquelle“ seien Freunde, Bekannte und andere Eltern (69 Prozent), zeigte Stohldreier. An der Spitze liegt indes der „Tag der offenen Tür“ (74 Prozent). „Das ist eigentlich das Top-Ereignis, um sich über die Schule zu informieren.“

Interessant für Schulträger , Schulleitung und Kollegium sind natürlich die Entscheidungsgründe bei der Schulwahl. Für 92 Prozent der Eltern, die an der Fragebogenaktion teilnahmen, spielt die gute Erreichbarkeit eine sehr wichtige (54 Prozent) oder wichtige (38 Prozent) Rolle. Etwa ebenso wichtig ist der gefahrlose Schulweg. Eine geringere Bedeutung hat ein möglichst kurzer Schulweg. Als „das Top-Ergebnis“ wertete Stohldreier die Frage nach dem guten Ruf der Schule: 97 Prozent der befragten Eltern sehen dies als sehr wichtig (69 Prozent) bzw. wichtig (28 Prozent) an. Auf fast identische Werte kommt die Frage nach einem „engagierten Kollegium“ (95 Prozent).Die Werteorientierung an einer Schule ist für Eltern offensichtlich ebenso ein Entscheidungskriterium. 90 Prozent gaben das als sehr wichtig oder wichtig an. „Das ist auch eine sehr nachgefragte Sache“, kommentierte der Schulleiter den Aspekt.

Auf Zustimmungswerte von 80 bzw. 85 Prozent kommen die Fragen nach klarer Klassenbildung (Haupt-, Realschulklasse) und nach besonderer Lernförderung. dahinter rangieren interessante Lernangebote/Wahlangebote neben dem Unterricht (76 Prozent). Bestärkt fühlen dürfen sich Schulleitung und Gemeinde in der Ausrichtung der Verbundschule auf die spätere Berufsausbildung. 96 Prozent der befragten Eltern gaben dies als sehr wichtig (57 Prozent) oder wichtig (39 Prozent) an. Stohldreier verwies auf die schon lange praktizierte Zusammenarbeit mit der heimischen Wirtschaft. Denn Eltern schauten schon nach Perspektiven, wie es für ihre Kinder nach der Schule weitergehen kann.

Ebenso deutlich ist die Wertschätzung einer guten Vorbereitung der Schüler auf die weitere schulische Ausbildung (Abitur/Studium) mit 97 Prozent. Untergeordnete Bedeutung haben in den Köpfen der Eltern bei der Schulwahl ein freiwilliges Ganztagsangebot (weniger wichtig 59 Prozent), ob Geschwister oder Freunde die Schule schon besuchen (weniger wichtig 61 bzw. 54 Prozent) oder ob Lehrkräfte schon bekannt sind (weniger wichtig 70 Prozent). Bürgermeister Sebastian Seidel bilanzierte am Ende: „Durch den Schulleiter und das Kollegium weht ein guter Wind in der Schule“, und dieses gute Bild wirke auch nach außen.

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