Erklärbäuerin“ Annika Ahlers zu Besuch
Landwirtschaft kann auch anders

Alverskirchen -

Jung, kreativ, kompetent, charmant. Annika Ahlers ist so etwas wie eine Marken-Botschafterin. Das „Produkt“: die Landwirtschaft. Die 24-jährige gebürtige Everswinkelerin, die inzwischen in Handorf lebt, ist als „Erklärbäuerin“ unterwegs. Ihr Antrieb: Den vielen Menschen da draußen, die keinen Bezug (mehr) zur Landwirtschaft haben, aufzuzeigen, was so eigentlich hinter landwirtschaftlicher Produktion steckt.

Donnerstag, 14.02.2019, 07:45 Uhr aktualisiert: 14.02.2019, 07:50 Uhr
Mit Annika Ahlers hatte CDU-Vorsitzender Werner Lemberg eine Referentin eingeladen, die kompetent und unterhaltsam über moderne Transparenz der Landwirtschaft berichtete.
Mit Annika Ahlers hatte CDU-Vorsitzender Werner Lemberg eine Referentin eingeladen, die kompetent und unterhaltsam über moderne Transparenz der Landwirtschaft berichtete. Foto: Klaus Meyer

Sie möchte „die Landwirtschaft wieder in die Mitte der Gesellschaft rücken“, als Brücke zwischen Bauern und Verbrauchern fungieren. Dafür ist sie in ganz Deutschland auf Tour. Am Dienstag war sie – auf Einladung der CDU – in Alverskirchen zu Gast.

Die studierte und ausgebildete Landwirtin ohne Hof, die in der Nährstoffberatung tätig ist, macht aber nicht nur auf der Straße Strecke für ihre Mission. Um vor allem vom ländlichen Bereich entfernt lebende Menschen zu erreichen, ist die Tour im Netz unverzichtbar. Die Website „erklaerbauer.de“, die sie zusammen mit dem Brandenburger Ackerbauern Phillip Krainbring betreibt, der stetig gefütterte Blog, die Präsenz auf Facebook und Instagram – Annika Ahlers ist medial breit aufgestellt, um Landwirtschaft transparent und verständlich zu machen. „Wir wollen als Experten auftreten und erreichen, dass jeder wieder einen Bauern kennt.“ Die Welt sei sehr anonym, auch die Mehrzahl der Bauern halte sich anonym. Die Devise: Weg vom verallgemeinernden „die Landwirtschaft“ und „der Landwirt“. Stattdessen „Gesicht zeigen“. Denn: „Jede Story braucht einen Superhelden.“ Den eigenen Betrieb zur Marke machen.

Der Kick für Ahlers kam nach dem Fach-Abi. Sechs Monate Praktikum auf einer Ranch im US-Bundesstaat Arizona, nahe der Grenze zu Mexiko. „Ich habe ein halbes Jahr ziemlich viel Grenzerfahrungen gemacht“, erzählt sie. Das habe sie geprägt, sonst wäre sie wohl nicht Landwirtin geworden. Seinerzeit war sie eine „typische Instagram-Nutzerin“. Lifestyle, Beauty, Diät – die üblichen Posting-Themen. Austauschbar. Dann der Umstieg von den High-Heels in die Gummistiefel. „Landwirtschaft ist mindestens genauso interessant“, wurde ihr klar. Leidenschaft für diese Branche treibt sie seitdem an. Einblicke vermitteln. Erklärungen liefern. Die Frage, was die Kuh denn da für ein Halsband trägt, könne man mit unverständlichen technischen Details beantworten oder mit dem ebenso simplen wie plakativen Vergleich mit einem Fitness-Tracker.

Mit kleinen Video-Clips gab die 24-Jährige Einblicke in ihre vielfältigen Aktivitäten. So auch ins Projekt „Roadtrip Agrar“. Eine einwöchige Tour zusammen mit Landwirt Thomas Fabry im himmelblauen VW-Käfer durch Deutschland, von Flensburg in Schleswig-Holstein bis Roßhaupten in Bayern, um Stimmen und Stimmungen von Verbrauchern und Landwirten einzufangen und mit den Videos einen virtuellen Dialog im Netz zu starten. Und um die Vielfalt der Landwirtschaft vom Ackerbau über Viehzucht und Fischwirtschaft bis zum Weinbau zu zeigen.

Das Bild vom Bauern sei in vielen Verbraucherköpfen noch traditionell: kugelig, behäbig, Latzhose und Mistforke. Die Wirklichkeit sieht längst anders aus. Dynamisch, modernste Technik, Computer und iPad, Qualitätsprodukte. „Wir können uns transparent darstellen“, weiß Ahlers. Und sie ist überzeugt: „Marketing fängt schon beim Bier an der Theke an und endet nicht bei Twitter.“ Ein ebenso aufschlussreicher wie unterhaltsamer Blick, wie sich Landwirtschaft im digitalen Zeitalter darstellen kann.

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