Geschichten mit Musik zum Internationalen Frauentag
Kino für die Ohren

Everswinkel -

Die Caféteria im Rathaus des Vitus Dorfes platzte am Sonntag aus allen Nähten. Dort ist aber auch nur Platz für gut 30 Besucher. Der Arbeitskreis Literatur hatte zum Internationalen Frauentag zwei Künstlerinnen eingeladen, die mit ihrem Lauschsalon für ein ganz besonderes Erlebnis sorgten.

Dienstag, 12.03.2019, 07:38 Uhr aktualisiert: 12.03.2019, 07:40 Uhr
Vorzüglicher Lauschsalon: Marchela Margaritova-Duhneva (l.) und Anja Bilabel bildeten ein perfektes Duo. Die eine mit ihrer Stimme, die andere mit der Querflöte.
Vorzüglicher Lauschsalon: Marchela Margaritova-Duhneva (l.) und Anja Bilabel bildeten ein perfektes Duo. Die eine mit ihrer Stimme, die andere mit der Querflöte. Foto: Marion Bulla

Anja Bilabel begeisterte mit ihrer unglaublich schönen, sehr facettenreichen Stimme, die es problemlos schafft, jede Emotion zu transportieren. Und Marchela Margaritova-Duhneva gelang es auf virtuose Weise, den Geschichten ihrer Partnerin mit der Querflöte Leben einzuhauchen. Beispielsweise das Quietschen eines rostig gewordenen Vorhangs oder der leise Wind, der zwischen den Ästen weht. Die beiden Künstlerinnen bildeten das perfekte Duo.

„Auf zu neuen Ufern. Die Welt unser Traum!“, das war das vielversprechende Motto des Tages. 20 kleine Geschichten hatte das Duo im Gepäck. Nachdem Susanne Müller, Sprecherin des Arbeitskreises Literatur vom Kulturkreis Everswinkel, die Gäste begrüßt hatte und sich besonders über die Anwesenheit zahlreicher Männer freute, wurde es mucksmäuschenstill. Anja Bilabel senkte die Stimme und erzählte von einem in die Jahre gekommen Jahrmarkt und der Macht der Fantasie. Am Anfang heiße er Ende sagt der Magier zu dem Jungen, dem einzigen Besucher, durch dessen Vorstellungskraft es ihn eigentlich erst gibt. Er habe keinen Namen, gibt das Kind zurück. „Ich nenne dich Michael“, erklärt der Zauberer kurzerhand. Der Zuhörer ahnt, wer der Verfasser der kleinen Geschichte ist.

Es folgten weitere literarisch anspruchsvolle Werke, unter anderem von Sarah Kirsch, Heinrich Heine und Christian Morgenstern. „Der Europäer – die Arche“ aus der Feder von Hermann Hesse begeisterte die Literaturfreunde besonders. Es war ziemlich faszinierend, wie wunderbar Bilabel die Geschichte um den Weißen, der sich auf der Arche inmitten aller Nationen und Tiere für etwas besseres hält, am Ende aber keine Kunst wie die anderen vorweisen und sich darum auch nicht fortpflanzen kann, rezitierte. Im Einklang mit den stets vortrefflich passenden Tönen von Marchela Margaritova-Duhneva, die musikalisch mal eine Sommerwiese, dann den Tanz der Laternen oder die Melanchole des Heimwehs zum Kopfkino machte. Die literarischen Werke sind anspruchsvoll und wohl überlegt ausgewählt. Eine wahre Wonne, dem zuzuhören. Für viele der Besucher war diese Veranstaltung ein außergewöhnlicher Hörgenuss, wie in der Pause zu hören war. Kino für die Ohren.

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