Neues TV-Format: Dreharbeiten in Everswinkel
Neues Leben für alten Plunder

Everswinkel -

Den Riesenerfolg der ZDF-Sendung „Bares für Rares“ mit Horst Lichter (Top Quote und Deutscher Fernsehpreis 2019 in der Kategorie „Bestes Factual Entertainment“) konnte die ARD augenscheinlich nicht auf sich sitzen lassen. Sie schickt nun „Flugzeuge im Bauch“-Sänger und Schauspieler Oli P. als Moderator von „Hallo Schatz“ ins Rennen. An seiner Seite Joachim Poschmann, der in Everswinkel seinen Laden und seine Werkstatt „Pogo-Retroquitäten“ betreibt.

Samstag, 16.03.2019, 09:24 Uhr aktualisiert: 16.03.2019, 14:16 Uhr
So sieht der upgecycelte Kühlschrank aus, den Joachim Poschmann (2.v.l.) zur Bar umfunktionierte. Ob und wie Moderator Oli P. (r.) den neuen alten Schatz gewinnbringend verkauft, sieht man in der ARD am 1. April. Mit auf dem Foto sind Till Eitel (l., Fotograf) und Andreas „Smoe“ Plautz, Graffiti-Künstler aus Warendorf (2.v.r.), weitere Experten der Sendung.
So sieht der upgecycelte Kühlschrank aus, den Joachim Poschmann (2.v.l.) zur Bar umfunktionierte. Ob und wie Moderator Oli P. (r.) den neuen alten Schatz gewinnbringend verkauft, sieht man in der ARD am 1. April. Mit auf dem Foto sind Till Eitel (l., Fotograf) und Andreas „Smoe“ Plautz, Graffiti-Künstler aus Warendorf (2.v.r.), weitere Experten der Sendung. Foto: WDR

Es war alles top-secret, als im Spätsommer 2018 ein ARD-Team auf dem Gelände des Spargelhofes Hengemann in der Bauerschaft Mehringen drehte. Nein, es ging nicht um Spargel, sondern darum, wie Joachim Poschmann in einer Backsteinremise seines Ladens „Pogo Retroquitäten“ einen alten Kühlschrank und ein Klavier wieder aufmöbelt, neudeutsch „upcycelt“ – denn der Vater dreier Kinder macht mit bei der neuen ARD-Dokutainment-Sendung „Hallo Schatz“.

Joachim „Jockel“ Poschmann ist als gelernte Schreiner und Restaurator Teil eines Expertenteams um Moderator Oliver Petszokat. Der machte Karriere als „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“-Schauspieler und als „ Oli P. “ auch als Sänger (größter Hit war sein „Flugzeuge im Bauch“-Cover). In zunächst 30 Folgen ab Dienstag (19. März) und dann immer montags bis freitags um 16.10 Uhr in der ARD geht‘s – zusammen mit Kunsthistorikerin Victoria Beyer – um die Frage, ob das Fundstück ein Schätzchen oder Schrott ist und wie man es nachhaltig aufwerten kann, durch Upcyceln.

Victoria Beyer und Oli P. Moderieren „Hallo Schatz“.

Victoria Beyer und Oli P. Moderieren „Hallo Schatz“. Foto: Julian Huke/WDR

Auf Burg Adendorf (im Rhein-Sieg-Kreis), dem schmucken Hauptdrehort der Serie, lassen Experten wie Joachim Poschmann ihren Ideen freien Lauf. Für die Umgestaltung des alten Kühlschranks holte er den Warendorfer Graffiti-Künstler Smoe (Andreas Plautz) mit ins Boot. Der sprühte den zuvor weißen Kühlschrank von außen mit Graffiti in Holzoptik an. Poschmann baute ihn in Everswinkel um. „Ich habe das Kühlfach entfernt und eine Musikanlage mit guten 70er-Jahre Boxen dort eingebaut samt Miniverstärker, den man bequem per Bluetooth mit dem Handy ansteuern kann.“

Rund drei Wochen hatte er Zeit. „Außerdem habe ich eine Minibar zum Drehen eingebaut mit diesen bunten Blinklichter aus den türkischen Läden. Oben in der Kühlschranktür schuf ich ein Sichtfenster mit einem Holzrahmen. Der stammt von einem alten Boot.“ Als Vorlage diente eine alte Wurlitzer-Musikbox. Das letzte Teil kam kurz vor dem Dreh hinzu: „Das Untergestell habe ich auf dem Sperrmüll gefunden.“ Das Ergebnis sieht man in der „Hallo Schatz“-Folge am 1. April.

Dokutainment „Hallo Schatz“

„Hallo Schatz“ wird von Encanto Film-und Fernsehproduktions GmbH (Produzenten: Bettina Böttinger, Stefan Cordes) im Auftrag des WDR als ARD-Gemeinschaftsproduktion für Das Erste produziert. Die Redaktion hat Philipp Bitterling (WDR).

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Auch ein altes Klavier (in der Folge am 4. April) baute Poschmann um. Hier sei nur so viel verraten: Seine Schwester Renate nähte Vorhänge fürs Klavier. „Ich habe aus dem Klavier ein Küchen-Büfett gemacht. Der Aufsatz kam von einer älteren Kundin aus Everswinkel – das passende Ding im passenden Moment.“

Die Dreharbeiten haben bei dem 46-Jährigen kein Lampenfieber ausgelöst, trotz 15-köpfigem Produktionsteam. „Wenn man einen Text auswendig lernt geht das sowieso schief“, meint er, „also sprach ich frei. Durch meine Musikvideos bin ich ohnehin lockerer geworden.“ Während sich Experten wie Poschmann an die Arbeit machten, suchte Oli P. potenzielle Käufer. Denn: Die upgecycelten Objekte sollen – nach Abzug einer Aufwandsentschädigung für die Experten – möglichst gewinnbringend verkauft werden, damit sich die Besitzer des früheren Fundstücks einen besonderen Wunsch erfüllen können.

Joachim Poschmann verstand sich übrigens auf Anhieb gut mit Moderator Oli P.: „Wir haben die gleiche Liebe für alte Autos, vor allem für ,K.I.T.T‘ aus der Serie „Knight Rider“.“ Der Moderator hat sogar „Jockels“-Facebookseite abonniert. „2020 will er mich in Everswinkel besuchen.“ Wenn die Quote stimmt will die ARD-Serie übrigens „Jockel“ auch in der nächsten Staffel mit dabei haben. „Ich hätte Lust und Zeit“, sagt der Restaurator und nimmt sich die nächsten Dachbodenfunde vor – diesmal ohne Kameras.

Joachim Poschmann kümmert sich in seinem Laden, Lager und seiner Werkstatt „Pogo Retroquitäten“ um alte Schätze.

Joachim Poschmann kümmert sich in seinem Laden, Lager und seiner Werkstatt „Pogo Retroquitäten“ um alte Schätze. Foto: Peter Sauer

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