Grandiose „Bühne-frei!“-Premiere für Marita Teunissen
Abend punktet mit tollen Künstlern

Everswinkel -

Sieben Jahre lang hatte Susanne Müller charmant und souverän durch die Kleinkunstabende von „Bühne frei!“ geführt. Am Donnerstagabend wurde sie von der neuen Sprecherin Marita Teunissen und Gastwirt Klemens Diepenbrock gebührend verabschiedet. Was dann folgte, war ein Fest für die Ohren.

Samstag, 30.03.2019, 10:33 Uhr aktualisiert: 31.03.2019, 16:38 Uhr
Sie rockten zum Abschluss des Saisonstarts von „Bühne frei!“ am Donnerstagabend die Bühne im Gasthof Diepenbrock: „The Leftovers“ animierten die Zuhörer zum rhythmischen Mitwippen und zum Mitsingen.
Sie rockten zum Abschluss des Saisonstarts von „Bühne frei!“ am Donnerstagabend die Bühne im Gasthof Diepenbrock: „The Leftovers“ animierten die Zuhörer zum rhythmischen Mitwippen und zum Mitsingen. Foto: Marion Bulla

Teunissen und Diepenbrock überreichten der scheidenden Organisatorin eine gelbe Osterglocke.„Ich habe eine tolle Nachfolgerin. Es ist viel Arbeit, macht aber auch großen Spaß. Das Team ist eingespielt. Es läuft“, lobte Müller die gute Zusammenarbeit aller, bevor Teunissen das Wort ergriff. Sie versprach, die Veranstaltung, die ja doch so etwas wie Susanne Müllers „Baby“ sei, in deren Sinne weiterzuführen.

Stabwechsel: Neu-Organisatorin Marita Teunissen und Gastwirt Klemens Diepenbrock verabschiedeten die bisherige „Bühne-frei!“-Organisatorin Susanne Müller (v.l.).

Stabwechsel: Neu-Organisatorin Marita Teunissen und Gastwirt Klemens Diepenbrock verabschiedeten die bisherige „Bühne-frei!“-Organisatorin Susanne Müller (v.l.).

Dann betraten die ersten Künstlerinnen die Bühne. Der Jugendchor „Young Voices“, bestehend aus Ayla Baumann, Anna Lawong, Josefine Overbeck und Emely Berg, begeisterte von der ersten Sekunde an seine Zuhörer. Die vier jungen Mädchen im Alter von zehn und elf Jahren zeigten auf der Bühne eine beeindruckende Präsenz. Und dass, obwohl es ihr allererster Auftritt vor großem Publikum war. Auch Leiter Rainer Edelbrock zeigte sich zufrieden mit der Leistung seiner Sängerinnen. Immer wieder zeigte er den Daumen nach oben. Der junge Chor präsentierte mit großer Sangesfreude unter anderem „Mein kleiner grüner Kaktus“ und „Lass jetzt los“ aus dem Musical „Die Eisköningin“. Außerdem gab es noch eine musikalische Cup-Performance.

Erstaunliche Bühnenpräsenz bei ihrer Premiere: die „Young Voices“.

Erstaunliche Bühnenpräsenz bei ihrer Premiere: die „Young Voices“.

Dann betrat Merle Peters die Bühne. Etwas schüchtern stand sie da vor ihrem Mikro und lächelte. „Lustig kann ich nicht“, schickte sie gleich mal vorweg. Dass die 16-Jährige in ihrem Leben nicht immer Grund zum Lächeln hatte, beweisen Texte der Poetry-Slamerin. Da ist von Depression, Zivilcourage, die man nicht in der Schule lernt, mangelndem Selbstbewusstsein und der Angst, nicht gut genug zu sein, und von dem Wunsch, die Welt zu entdecken, die Rede. Die Warendorferin hatte gleich mehrere Texte mitgebracht. „Ich entscheide das ganz spontan“, bemerkte Peters. Vor allem Depressionen bestimmen ihr Leben. „Da ging es mir sehr schlecht. Die hatte ich und habe sie noch immer. Alles kostet Kraft. Ich lasse niemanden an mich ran, nicht mal mich selbst, obwohl ich mich doch gerade so doll brauche“, erzählte die Slammerin traurig und schwärmte dann von ihrer Heimat: „Das ist mein Ort voller Gesichter. Klein halt, aber mit Herz.“

Erster Auftritt auf der Bühne: Die „Young Voices“ begeisterten von den ersten Tönen an das Publikum und zeigten auch noch eine musikalische Cup-Performance.

Erster Auftritt auf der Bühne: Die „Young Voices“ begeisterten von den ersten Tönen an das Publikum und zeigten auch noch eine musikalische Cup-Performance.

Nach der Pause war ein wahrer Virtuose am Werk. Jay Minor, Freestyle und Fingerstyle an der Gitarre überzeugte mit echter Handarbeit und ohne elektrischen Schnick-Schnack. Der erfahrene Bühnenprofi singt nicht, höchstens pfeift er mal und gibt ein Ächzen von sich. Musste er auch nicht. Seine Musik, die meisten Stücke von ihm selbst komponiert, reichten.

Ein echter Virtuose an der Gitarre: Jay Minor erwies sich als Fingerstyle-Könner an seinem Instrument.

Ein echter Virtuose an der Gitarre: Jay Minor erwies sich als Fingerstyle-Könner an seinem Instrument.

Den Abschluss des Abends bildete die Band „The Leftovers“. Drei Musiker im besten Alter, die mit großer Leidenschaft ihren Sound bringen. Sie rockten, schnipsten mit den Fingern, ließen die Füße der Besucher im Takt wippen und ihre Zuhöreschaft mitsingen. Das „Uhuhu“ bei „If you leave me now“ von Chicago etwa. Auch John Lennons „Imagine“ hatte das kongeniale Trio um Hans-Günter Dierksmeier, Jürgen Nüssler und Christian Zemella im Repertoire. Die Auswahl der Künstler, die an diesem Abend auf der Bühne standen, war einmal mehr ein Voltreffer. Gut gemacht, Marita Teunissen. Zur Premiere hatte sie allen Künstlern übrigens neben dem bekannten Plüsch-Eberhard ebenso eine Blume in der Farbe der Sonne mitgegeben.

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