Ausschuss beschließt Straßensanierungen
Ausflugsziel: Schlaglöcher, Risse und Co.

Everswinkel/Alverskirchen -

Wie weit käme man mit zwei Stunden Busfahrt? Vielleicht 170 bis 180 Kilometer. Dann wäre man etwa in Bremen oder Hannover, in Leer, Bonn oder im Sauerland. Der Bus, der am Dienstagnachmittag am Rathaus startete, kam nur bis kurz hinter Alverskirchen. Nicht etwa, weil er eine Panne hatte, sondern weil er durch Straßenschäden ausgebremst wurde.

Donnerstag, 04.04.2019, 10:31 Uhr aktualisiert: 04.04.2019, 10:40 Uhr
Schlaglöcher, Kanten, herausbrechende Asphaltstücke – die Straße Am Haus Langen ist arg lädiert. Es wird die teuerste Maßnahme im diesjährigen Sanierungsprogramm der Gemeinde.
Schlaglöcher, Kanten, herausbrechende Asphaltstücke – die Straße Am Haus Langen ist arg lädiert. Es wird die teuerste Maßnahme im diesjährigen Sanierungsprogramm der Gemeinde. Foto: Klaus Meyer

Das war allerdings auch so geplant; denn an Bord befanden sich die Mitglieder des Bauausschusses, die im Rahmen der traditionellen Frühjahrs-Ausflugstour sanierungsbedürftige Gemeindestraßen und Wirtschaftswege in Augenschein nahmen.

Weitestes Reiseziel also der Grenzbereich jenseits von Alverskirchen nahe der Höfe Storm und Roer. Dort mündet ein eigentlich nicht mehr benötigter Feldweg – quasi ein „Wirtschaftsweg-Altarm“ – auf die K3. Der wird nun zurückgebaut, so dass dort die Problematik der „Sichtdreiecke“ nicht weiter betrachtet werden muss. Das rettet immerhin sechs Bäume der Allee. Im Baugebiet Brinkgarten werden die in der Herbstsitzung des Bezirksausschusses beschlossenen Maßnahmen bezüglich des von Baumwurzeln angehobenen Pflasters umgesetzt. Zum Teil werde das Pflaster etwas zurückgebaut, um den Beeten etwas mehr Raum zu geben. „Die Schäden sind überall im Bereich der Pflanzbeete, deshalb ist es auch vernünftig, das vom Bauhof machen zu lassen“, kommentierte Umweltberater Bernd Schumacher . Saniert werden auch die Verbindungswege von der Hauptstraße zur KiTa St. Agatha und zum Wittkamp.

Aufgegeben wird ein alter Feldweg an der K3 in Alverskirchen – dadurch können Allee-Bäume vor der Motorsäge bewahrt werden.

Aufgegeben wird ein alter Feldweg an der K3 in Alverskirchen – dadurch können Allee-Bäume vor der Motorsäge bewahrt werden.

Straßenabsackungen werden ferner am Wirtschaftsweg Versmar (Höhe Abzweig Brockhausen) und in der Bauerschaft Müssingen im Bereich der Kiefern-Allee. Dort sei es laut Schumacher wichtig, „denn es ist der ausgewiesene Fernradweg R1“ und zudem Teil des Jakobsweges. Pünktlich fertig geworden zur Ausschusssitzung ist die Baumaßnahme am Eikelweg, wo die „Trompete“ (Straßeneinmündung) ausgeweitet und Rasengittersteine als Straßenbegrenzung gesetzt wurden. Durch die und den künftigen natürlichen Bewuchs im Randbereich sei die Straße schmaler und eignet sich nicht mehr als „Rennstrecke“.

Jetzt kommen wir zu dem teuersten Projekt, das wir angehen wollen.

Michael Schräder-Osthues

Der mit Abstand kostspieligste Bereich ist die Straße „Am Haus Langen“. Wer die Straße kennt bzw. befährt, dem dürften die zahlreichen Schlaglöcher, Kanten und herausbrechenden Asphaltstücke nicht unbekannt sein. Da die Gemeinde bekanntlich nicht im Geld schwimmt, kommt eine flächige Gesamtsanierung nicht in Frage. „Wir werden punktuell die schlimmsten Stellen herausgreifen“, machte Michael Schräder-Osthues vom Bauamt klar. Die Teilbereiche, die mit einer neuen Asphaltdecke versehen werden sollen, summieren sich auf 2 000 Quadratmeter. Kostenpunkt rund 134 000 Euro. Sorgen bereitet auch der zunehmende Verfall der Straße im unteren Teilstück Richtung Schreinerei Lohmann. „Die Straße bricht einfach zur Seite weg“, bilanzierte Bau- und Planungsamtsleiter Norbert Reher treffend mit Blick auf die sich auflösenden Randbereiche. Dem soll mit Rasengittersteinen im beidseitigen Bankette-Bereich auf einer Länge von 500 Metern Einhalt geboten werden, „damit es eine ganz klar begrenzte Straße bleibt“, so Schräder-Osthues. 39 000 Euro sind für diese „Rettungsmission“ kalkuliert.

Eine Straße, die sich im Randbereich derzeit auflöst und die dringend befestigt werden muss: Streckabschnitt „Am Haus Langen“ von Kolpingstraße bis zum Betrieb Lohmann.

Eine Straße, die sich im Randbereich derzeit auflöst und die dringend befestigt werden muss: Streckabschnitt „Am Haus Langen“ von Kolpingstraße bis zum Betrieb Lohmann.

Einstimmig beschloss der Ausschuss auch die Entfernung des Pflaster-Kissens nahe des Einmündungsbereichs zur Freckenhorster Straße (bei Penny) zugunsten einer haltbareren (und ruhigeren) Asphaltfläche. Umgekehrt die Vorgehensweise beim Verbindungsweg von Am Haus Langen zum Boschweg für Radfahrer und Fußgänger: Hier soll die abgesackte Asphaltschicht durch Betonsteinpflasterung ersetzt werden. Weitere Sanierungsmaßnahmen betreffen an der Kolpingstraße den Gehweg von der KiTa Weidenkorb bis Am Haus Langen sowie abgesackte Bereiche am Gehweg und an einem Pflasterkissen an der Kreuzung Kolpingstraße/Droste-Hülshoff-Straße.

Gehweg-Absackung an der Kolpingstraße.

Gehweg-Absackung an der Kolpingstraße.

Summa summarum sind es rund 244 000 Euro, die an den verschiedenen Stellen in den Boden fließen werden. Geplant ist ferner ein Straßenendausbau im „Königskamp“ – aber nur im Bereich der beidseitig schon bebauten Stichstraße. Der Ring soll erst später folgen, um nicht zu riskieren, dass die neue Asphaltdecke durch Baufahrzeuge der künftigen Baugrundstücke wieder beschädigt wird. Aktuell noch kein Thema ist der Straßenendausbau im Große Kamp angesichts des guten derzeitigen Zustands und der noch ungeklärten Flächenfrage im Bereich der Gärtnerei, erklärte Reher.

Gefährliche Absackungen für Radfahrer: Am Pilgerweg in der Bauerschaft Müssingen besteht Handlungsbedarf.

Gefährliche Absackungen für Radfahrer: Am Pilgerweg in der Bauerschaft Müssingen besteht Handlungsbedarf.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6516830?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F106%2F128%2F
Nachrichten-Ticker