Siebtklässler der Waldorfschule mit beeindruckendem Auftritt
Erfrischender Ausflug in die Balladen-Welt

Everswinkel -

Zugegeben: „Balladen“, das klingt vielleicht altbacken und verstaubt und ruft bei manchen Menschen unangenehme Erinnerungen an die eigene Schulzeit wach. Jene Zeit, als diese endlos langen Gedichte gelernt und lustlos rezitiert werden mussten. Dass es auch anders, lebendiger und vielfältiger geht und diese Gedichte einige auch heute noch gültige Werte enthalten, zeigte die 7. Klasse der Freien Waldorfschule in einer öffentlichen Aufführung.

Donnerstag, 11.04.2019, 09:11 Uhr aktualisiert: 11.04.2019, 09:20 Uhr
Es wurde rezitiert, gesungen, gerappt und musiziert: Was die Siebtklässler der Waldorfschule im Rahmen des Balladen-Abends auf die Bühne brachten, war beeindruckend und erfrischend.
Es wurde rezitiert, gesungen, gerappt und musiziert: Was die Siebtklässler der Waldorfschule im Rahmen des Balladen-Abends auf die Bühne brachten, war beeindruckend und erfrischend. Foto: Johannes Kalsow

„Ich sei, gewährt mir die Bitte, in Eurem Bunde der Dritte“. Wer kennt sie nicht, diese letzten Zeilen aus der „Bürgschaft“ von Goethe. Aber in einer Fünfer-Gruppe mit verteilten Rollen gesprochen, wirkt diese alte Ballade frisch und zeitlos aktuell. Ähnliches kann auch über die kaum bekannte Ballade Heinrich Heines vom „Tugendhaften Hund“ gesagt werden: Politisch, moralisch, zugleich satirisch, von vier Jungen schmunzelnd vorgetragen, ist die moralische Botschaft von der Verführung durch scheinbar Stärkere nicht zu überhören.

Die 7. Klasse hatte sich einige Zeit mit dem Thema „Balladen“ fächerübergreifend befasst: Im Musikunterricht, in der Eurythmie und auch im Deutschunterricht. Entsprechend vielfältig war nun die Aufführung. Es wurde immer wieder gesungen und gerappt. Der „Totentanz“ von Goethe wurde eurythmisch präsentiert und erzeugte durch die im Schwarzlicht erscheinenden, klapperig über die Bühne stolpernden Darsteller in Skelett-Kostümen eine gruselige Stimmung. Manchmal rezitierten alle 28 Schülerinnen und Schüler gemeinsam, andere Male rezitierten kleinere Schülergruppen bekannte wie unbekannte, alte wie neue Balladen auf erfrischend abwechslungsreiche Art. Bei Reinhard Meys „ Kaspar “ kamen die Stimmen des Volkes, das den jungen Kaspar Hauser so gar nicht in seiner Mitte haben wollte, aus dem „Off“, die drei Hexen bei der „Brück am Tay“ raunten sich die Zaubersprüche zu, die „Loreley!“ wurde mit der Violine vorgetragen und der „Erlkönig“ als Rap.

Gesanglich rahmten die englische Volksballade „Scarborough Fair“ zu Beginn und das „Hallelujah“ am Ende die Aufführung ein. Als der Refrain von Leonard Cohens „Hallelujah“ vom zgroßen Publikum mitgesungen wurde, fiel den Schülerinnen und Schülern ein Stein vom Herzen, denn sie spürten, dass sie ihr Publikum mit auf die Balladen-Reise genommen hatten.

„Am Anfang, wenn ich gerade auf der Bühne komme, bin ich aufgeregt, aber das vergesse ich nach einer Minute“, so Mia-Lotta, 13jährige Schülerin der Klasse. Diese Bühnenpräsenz war allen Schülerinnen und Schülern anzumerken. „Großartig“, kommentierte eine ältere Frau beim Verlassen nach fast zweistündiger Aufführung; „ich werde sofort meine Balladen-Sammlung raussuchen, wenn ich zu Hause bin“. „John Maynard war immer schon meine Lieblings-Ballade“, bemerkte eine andere Besucherin. So entließen die Schülerinnen und Schüler zufriedene Zuhörer und Zuschauer und freuten sich sehr, dass sie alles Erarbeitete gut darstellen und damit das Publikum begeistern konnten.

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