Mitgliederversammlung des Bürger-Teams
Dorf-Wettbewerb? Mal sehen . . .

Alverskirchen -

Fünf Mal war man bereits dabei. Die Frage, ob Alverskirchen 2020 auch zum sechsten Mal beim Dorf-Wettbewerb antritt, ist noch längst nicht beantwortet. Die Entscheidung im Vorstand des Bürger-Teams steht noch aus, ebenso die mit den Alverskirchener Vereinen und Gruppen. In der Mitgliederversammlung am Dienstagabend im Landhaus Bisping äußerte Vorsitzender Peter Kretschmer auch ein paar kritische Worte dazu.

Donnerstag, 11.04.2019, 07:48 Uhr aktualisiert: 11.04.2019, 07:50 Uhr
Der Vorstand des Bürger-Teams Alverskirchen mit Peter Kretschmer (stehend) an der Spitze zog eine ausführliche Bilanz der Aktivitäten in den vergangenen Monaten. Das nächste Projekt, das vor der Vollendung steht: Car-Sharing für Alverskirchen.
Der Vorstand des Bürger-Teams Alverskirchen mit Peter Kretschmer (stehend) an der Spitze zog eine ausführliche Bilanz der Aktivitäten in den vergangenen Monaten. Das nächste Projekt, das vor der Vollendung steht: Car-Sharing für Alverskirchen. Foto: Klaus Meyer

Schließlich bleibt ja auch abzuwarten, ob der Kreis überhaupt die erforderliche Zahl an Dörfern zusammen bekommt. BTA-Sprecher Peter Kretschmer bescheinigt dem Wettbewerb jedenfalls „Sonnen- und Schattenseiten“. Die Teilnahme sei „immer mit viel Arbeit verbunden“, dazu kämen Unwägbarkeiten wie das Wetter oder auch die Beteiligten. „Wir sehen darin eine Etappe, uns zu hinterfragen“, beschrieb er die Motivation zur Teilnahme an dem Wettbewerb. Wenn dann allerdings nach der Bewertung die Begründungen der Jury über die Jahre nahezu deckungsgleich seien, „fragt man sich schon, ,ist das alles so richtig?‘.“ Das BTA erwartet nach der intensiven Vorbereitung der Wettbewerbsteilnahme auch ein konstruktives Feedback und kein „Zeugnis-Deutsch“. Oberstes Handlungsziel sei es, die dörfliche Infrastruktur zu bewahren. „Wir haben viel, viel erreicht in den vergangenen 20 Jahren. Wir wollen Alverskirchen attraktiv halten“ und nicht das „Schlafdorf von Münster“ sein, betonte Kretschmer.

Wahlen standen diesmal nicht an, so dass sich die Mitglieder – und auch Bürgermeister Sebastian Seidel als interessierter Gast – ganz auf die Bilanz des vergangenen Jahres und den Ausblick auf geplante Aktionen konzentrieren konnten. An den Anfang stellte Kretschmer die Everswinkel-App, „unser Flaggschiff“, das auch viel Zeit und Arbeit erfordere. Auf rund 4 000 Endgeräten sei sie inzwischen installiert, was 40 Prozent der Einwohnerzahl entspricht. „Ein ansehnliches Ergebnis.“ Das Projekt ist mittlerweile auch in der Endrunde beim Engagementpreis NRW und könnte bei entsprechendem (Voting-)Erfolg mit bis zu 2 000 Euro belohnt werden. Als neue Funktion wird auch das „teilautos“-Angebot in die App integriert.

Oliver Hock, Inhaber von „teilautos“, informierte übers Car-Sharing-Projekt.

Oliver Hock, Inhaber von „teilautos“, informierte übers Car-Sharing-Projekt.

Das Car-Sharing-Projekt startet im nächsten Monat. Betreiber Oliver Hock, der inzwischen über zehn Fahrzeuge in verschiedenen Orten verfügt, war zu Gast in der Versammlung, stellte Idee und Konzept vor und warb für die Nutzung. Im Gegensatz zum eigenen Auto werde hier finanzielle Last eines Fahrzeugs inklusive Rund-um-Service (Versicherung, Wartung, Reinigung) auf viele Schultern verteilt. Andere Car-Sharing-Anbieter würden aus wirtschaftlichen Erwägungen gar nicht in so kleine Orte gehen – „wir gehen gezielt in die ländlichen Räume, aber wir brauchen auch Ihre Unterstützung“. Sprich damit das Angebot, das zunächst testweise für ein Jahr geplant ist, dauerhaft erhalten bleibt, muss es genutzt werden. „Wir haben hier in Alverskirchen eine super Chance, etwas für unsere Mobilität zu tun. Macht es doch einfach mal“, appellierte Dagmar Gilsdorf . Am 7. Mai werden Projekt, Konzept und Nutzbarkeit in einer offenen Info-Veranstaltung für alle Bürger um 19.30 Uhr im Landhaus Bisping erläutert.

Zahlreiche Aktivitäten der vergangenen Monate wurden angerissen. Etwa das laut Dagmar Gilsdorf „sehr positive Projekt“ Klassenbaum-Allee, das nun mangels Fläche erst einmal auf Eis liege. Oder die inzwischen fünf Hundekotbeutel-Spender mit bislang etwa 25 000 verbrauchten Beuteln. „Man kann sich vorstellen, wie viele Kilo Hundekot das wären“, schmunzelte Kretschmer. „Ein guter Beitrag zur Sauberkeit im Ort.“ Weitere Stichworte: Unternehmer-Stammtisch und -Frühstück mit der IGSE, Info-Veranstaltung „Heimat-Shoppen“ mit IGSE und IHK, die Info-Veranstaltung für Senioren zum ÖPNV-Angebot oder das gut besuchte Folk-Konzert mit „Triplet“. Durch den Kauf zwölf weiterer Bühnenelemente verfügt das BTA nun über 27 Exemplare mit einer Gesamtfläche von 50 Quadratmetern, die Vereine kostenlos über die DJK Rot-Weiß ausleihen können. Der von Henrik Bruns präsentierte Kassenbericht wies ein dreistelliges Plus in der Jahresbilanz aus, die Kassenlage ist gesund.

Die BTA-Spitzen strecken auch ihre Fühler über die Ortsgrenzen aus. Nico Ritter berichtete von den Treffen beim „Zentrum für landliche Entwicklung“ (ZELE), das beim NRW-Landwirtschaftsministerium angesiedelt ist. „Das ist sehr befruchtend, weil man dort sehr viele Impulse bekommt von anderen Vereinen, Bürgermeistern und Heimatvereinen“ und auch schnell intensiven Kontakt mit Vertretern von Land und Ministerium habe. „Wir sind sehr froh, dass wir zwischenzeitlich wahrgenommen werden als aktive Gemeinde.“ Kontakte knüpfte man auch beim Ideen-Workshop in Bonn zum Thema Digitales Ehrenamt/Digitales Engagement.

Kritische Worte gab es von Kretschmer auch zu den möglichen Baumfällmaßnahmen im Zuge der Sicherung von Sichtdreiecken. „Wo soll das in Deutschland noch enden?“ 100-prozentige Sicherheit gebe es nirgendwo. Im Hinblick auf die gefährdeten Allee-Bäume in Richtung Wolbeck kündigte der BTA-Chef an: „Im Zweifelsfall ketten wir uns da an. So schnell geben wir unsere schöne Allee nicht auf.“

In diesem Jahr wird nach dem Auftakttreffen Ende März weiter zusammen mit der DJK Rot-Weiß und der KLJB an der Vereins-Initiative „Gemeinsam für Alverskirchen“ gestrickt. Der Aufbau und Ausbau eines Fördernetzwerkes ist im Fokus, an dem Umbau-Projekt „Platz der Generationen“ wird gearbeitet, und am 5. Mai gibt‘s mit der Tönnis Basement Band (Bericht folgt) wieder Musik auf die Genießer-Ohren. Vom Tisch ist allerdings jetzt endgültig die Umnutzung des alten Heitmeier-Gebäudes zu einem Dorfgemeinschaftshaus. 15 Jahre habe man das Thema verfolgt, aber es sei laut Kretschmer „leider kein langfristig wirtschaftlich tragfähiges Konzept darstellbar“. Stattdessen sei der DRK-Anbau am Sportlerheim auch als Dorfgemeinschafts-Einrichtung gedacht.

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