Landtagsabgeordnete Watermann-Krass besucht Waldorfschule
„Eingriff in die Privatschulfreiheit“

Everswinkel -

Seit fast 19 Jahren gibt es im Kreis Warendorf eine Waldorfschule – und zwar in Everswinkel. Nicht zum ersten Mal war nun die SPD-Landtagsabgeordnete Annette Watermann-Krass zu Besuch. Im Fokus stand dabei vor allem die Änderung der für die Waldorfschulen relevanten Ersatzschulverordnung

Dienstag, 16.04.2019, 06:19 Uhr
Gedankenaustausch: Lothar Schültken-Schnock (pädagogischer Vorstand der Waldorfschule), Waldorfschul-Geschäftsführer Jürgen Günther, MdL Annette Watermann-Krass, Janette Gülker-Neuhaus (pädagogischer Vorstand der Waldorfschule) sowie Wilfried Bialik (Landesarbeitsgemeinschaft Waldorf NRW; v.l.).
Gedankenaustausch: Lothar Schültken-Schnock (pädagogischer Vorstand der Waldorfschule), Waldorfschul-Geschäftsführer Jürgen Günther, MdL Annette Watermann-Krass, Janette Gülker-Neuhaus (pädagogischer Vorstand der Waldorfschule) sowie Wilfried Bialik (Landesarbeitsgemeinschaft Waldorf NRW; v.l.).

„Schulministerin Yvonne Gebauer hat im jüngsten Schulausschuss zur möglichen Veränderung ausführlich berichtet. Wir haben die Bedenken der Waldorfschulen geteilt, wenn es in der bis jetzt bekannten Fassung bleiben sollte; denn das hätte insbesondere Auswirkungen auf die Stellenbesetzung von Lehrerinnen und Lehrer an den Ersatzschulen“, so Watermann-Krass.

Wilfried Bialik von der Landesarbeitsgemeinschaft Waldorf NRW habe diesen Eindruck bestätigt, heißt es in einer Presseinformation der SPD-Abgeordneten. „Ursprünglich wurde die Änderung der Verordnung noch von der Vorgängerregierung auf den Weg gebracht. Seit dem Regierungswechsel hat sich aber inhaltlich einiges geändert – es gibt deutliche Verschärfungen“, so Bialik. Eine weitere Expertenanhörung solle es laut Ministerium aber nicht geben. „Aus Sicht der Arbeitsgemeinschaft Waldorf NRW stellt die Änderungsverordnung insgesamt einen Eingriff in die Privatschulfreiheit dar, der verfassungsrechtlich nicht gerechtfertigt ist“, so Bialik weiter.

Die Waldorfschule in Everswinkel hat sich seinerzeit vor fast zwei Jahrzehnten aus einer Elterninitiative gegründet, „weil es eine hohe Nachfrage danach gab. Die damals schon existierende Waldorfschule in Münster war für viele nicht erreichbar und ohnehin schon relativ voll. Die geplanten Änderungen würden uns das Leben deutlich erschweren“, machte Schul-Geschäftsführer Jürgen Günther deutlich. Schon heute sei es – nicht nur für Waldorfschulen – schwierig, Lehrkräfte zu finden.

Derzeit würden an der Waldorfschule rund 270 Schüler in elf Klassen unterrichtet, viele der Jugendlichen verließen die Schule in Richtung Abitur. „Unser Konzept ist so aufgebaut, dass die Kinder ihre Umwelt aktiv erkunden und kennenlernen können. Zum Beispiel gibt es eine Kooperation mit dem Bürgerschützen- und Heimatverein“, ergänzte Janette Gülker-Neuhaus für die Schulführung. „Insgesamt werden die Kinder bei uns gut auf die spätere Berufstätigkeit vorbereitet.“

Watermann-Krass machte deutlich, dass es sich um eine Ministerialverordnung handele. „Wir haben jetzt im Ausschuss darum gebeten, über den weiteren Verlauf unterrichtet zu werden. Zudem haben wir dargestellt, diese Entscheidung nicht ohne die Mitwirkung der Betroffen auf den Weg zu bringen.“

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