Bilanz der Kolping-Theatersaison
In den Rollen aufgegangen

Everswinkel -

Seit mehr als 40 Jahren begeistert die Spielschar der Kolping-Familie alljährlich die Besucher mit einem plattdeutschen Theaterstück. In diesem Jahr mit „De Kiärkenschatz“ (Der Kirchenschatz). Es war das richtige Stück zum richtigen Zeitpunkt aus einem besonderen Grund.

Mittwoch, 17.04.2019, 08:15 Uhr aktualisiert: 17.04.2019, 08:20 Uhr
„De Kiärkenschatz“ hieß das diesjährige Kolping-Theaterstück: v.l. Restaurator Salvatore Simonelli (Johannes Rieping), Clemens (Günter Glose), der Küster (Erich Heitmann) Privatlehrerin Dorothea Oppermann (Katja Becker), Vera Buschle (Tiana Termühlen), Mutter Elfriede (Brigitte Serries) Pfarrer Kassel (Josef Cremann) und Haushälterin Lucia Beller (Britta Becker) begeisterten mit ihrer großen Spielfreude und bewiesen auch komödiantisches Talent.
„De Kiärkenschatz“ hieß das diesjährige Kolping-Theaterstück: v.l. Restaurator Salvatore Simonelli (Johannes Rieping), Clemens (Günter Glose), der Küster (Erich Heitmann) Privatlehrerin Dorothea Oppermann (Katja Becker), Vera Buschle (Tiana Termühlen), Mutter Elfriede (Brigitte Serries) Pfarrer Kassel (Josef Cremann) und Haushälterin Lucia Beller (Britta Becker) begeisterten mit ihrer großen Spielfreude und bewiesen auch komödiantisches Talent. Foto: Marion Bulla

Fünf Mal haben die Hobby-Schauspieler das amüsante Lustspiel, das von Ludger Quiter ins Münsterländer Platt übersetzt wurde, aufgeführt. „Die Theaterabende waren allesamt gut besucht, wobei die Premiere wie in den Vorjahren ausverkauft war“, zeigt sich Spielleiter Bernhard Stumpe zufrieden mit der Resonanz. Es habe auch sehr viel Spaß gemacht, das Ensemble sei mit einer solchen Spielfreude dabei, und alle gingen in ihren Rollen auf.

Doch zurück auf Anfang: In dem überaus kurzweiligen Theaterstück steht eine geheimnisvolle und kostbare Kiste im Mittelpunkt. Seit vielen Jahren fristet sie ein unentdecktes Dasein im Mauerwerk einer Kirche. Nun, als das marode Gotteshaus umgebaut wird, kommt auch der Schatz zutage. Doch bevor das soweit ist, lernt der Zuschauer erst einmal die Mitwirkenden kennen. Da ist zum einen die Familie Buschle um Ortsvorsteher Clemens (Günter Glose), dessen Ehefrau Elfriede ( Brigitte Serries ) und Tochter Vera (Tiana Termühlen). Bedingt durch die Restaurationsarbeiten im Gotteshaus haben sie ihr „stilles Örtchen“ zur Verfügung gestellt, da ihr Haus direkt in der Nachbarschaft liegt.

Auf dem Klo herrscht nun zum Ärger des Hausherrn reger Verkehr. Ob Küster (Erich Heitmann), Restaurator Salvatore Simonelli (Johannes Rieping), Pfarrer Kassel (Josef Cremann) oder Gipser Rüdi (Bernhard Stumpe)– alle müssen mal. Das sorgt nicht selten für Unruhe. Privatlehrerin Dorothea Oppermann (Katja Becker, erstmalig dabei) kommt ebenso mal vorbei wie Haushälterin Lucia Beller (Britta Becker), die ihr Ohr überall hat. Letztere sorgt am Ende für ein Happy End, denn als die Kiste schon verloren scheint, weil man sie mit in die Kneipe genommen hatte und sie dann verschwunden war, zaubert die Haushälterin den Kirchenschatz wieder hervor. Sie kennt schließlich ihre Pappenheimer und hatte den Inhalt vorsorglich gegen Altmetall ausgetauscht. Doch bleibt die Angst, den Schatz an das Bistum abgeben zu müssen. Gut, dass die Kiste einen doppelten Boden hat, in dem ein Dokument versteckt ist. Darin hat der vorherige Eigentümer verfügt, dass der Schatz in der Kirchengemeinde bleiben soll.

Auch die Liebe kommt nicht zu kurz. Die pfiffige Haushälterin erkennt im Küster ihre große Liebe, sie werden ein Paar, ebenso wie der Restaurator und die Nachhilfelehrerin. „Allerdings hat kaum einer der Zuschauer verstehen können, warum; denn im ganzen Stück gibt es keinen einzigen Hinweis darauf. Das war ein Kritikpunkt, den ich Autor Eugen Schmidt gesagt habe, als er sich danach erkundigte“, so Stumpe, fügt aber an, dass das Stück dennoch das beste gewesen sei, das sie bisher gespielt hätten.

Schon jetzt hat die Kolping-Spielschar ein neues Stück im Visier. Schon bald wird es ins Plattdeutsche übersetzt, und dann können sie wieder losgehen, die Proben. Man darf gespannt sein, was es diesmal ist. „Die Wahl fiel leicht, denn eigentlich wollten wir das Stück in diesem Jahr spielen. Dann kam ,De Kiärkenschatz‘ auf den Tisch, und da auch unsere Pfarrkirche St. Magnus renoviert wird, passte das einfach besser in dieses Jahr“, erklärt Stumpe. Jährlich wird ein Teil der Erlöse an einen guten Zweck gespendet. Diesmal gehen Gelder an die örtliche Jugendfeuerwehr und an das Projekt „Therapeutisches Reiten“ der Grundschule. Am 5. Mai wird die Spende im 11 Uhr im Pfarrheim überreicht.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6548270?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F106%2F128%2F
Mehr Buchen, bitte!
Buchen unter Eichen: Förster Holger Eggert zeigt einen "zweischichtigen Bestand."
Nachrichten-Ticker