Fünftklässler der Waldorfschule üben Oper ein
Ein zauberhaftes Projekt

Everswinkel -

Der Text sitzt, die Stimmen sind geölt und die Protagonisten beherrschen ihre Rollen fast im Schlaf: Die Fünftklässler der Freien Waldorfschule Everswinkel bereiten sich derzeit auf die Aufführung einer Oper vor. 32 Schüler und ihre Klassenlehrerin Anka Müller-Tiburtius erarbeiten derzeit ein Stück, an das sich sonst nur die großen Opernstars wagen: „Die Zauberflöte“ von Wolfgang Amadeus Mozart.

Freitag, 19.04.2019, 11:11 Uhr aktualisiert: 21.04.2019, 18:48 Uhr
Ambitioniertes Klassenprojekt: Zusammen mit ihrer Klassenlehrerin Anka Müller-Tiburtius bereiten sich die Fünftklässler der Waldorfschule derzeit auf die Aufführung der Mozart-Oper „Die Zauberflöte“ vor.
Ambitioniertes Klassenprojekt: Zusammen mit ihrer Klassenlehrerin Anka Müller-Tiburtius bereiten sich die Fünftklässler der Waldorfschule derzeit auf die Aufführung der Mozart-Oper „Die Zauberflöte“ vor. Foto: Karina Linnemann

„Mein Traum war es schon immer, einmal mit einer fünften oder sechsten Klasse ‚Die Zauberflöte‘ einzustudieren. Jetzt hat es endlich geklappt“, freut sicht Anka Müller-Tiburtius . Sie hat extra für dieses Projekt eine gekürzte und tiefer gesetzte Fassung der Oper erworben. Dass sich die Klassenlehrerin der Zehn- und Elfjährigen schon so früh für eine so große Oper entschieden hat, begründet sie mit der jahrelangen Ausbildung der Schüler. „Die Kinder sind schon seit dem ersten Schuljahr in einem Klassenverbund. Da ich ihre Klassen- und gleichzeitig Musiklehrerin bin, habe ich schon immer viel Wert auf ihre musikalische Ausbildung gelegt“, erzählt sie. Bühnenerfahrung hätten die Kinder ebenfalls schon gesammelt. „Wir haben bisher in jedem Jahr als ganze Klasse ein Stück aufgeführt.“

  Foto: Karina Linnemann

Da eine Oper von Mozart aber für Fünftklässler nicht gerade selbstverständlich ist, habe sie die Kinder ganz langsam an das Stück herangeführt. So erzählte sie zu Beginn viel aus Mozarts Leben. Unter anderem auch, wie er „Die Zauberflöte“ komponiert habe. Dann erarbeiteten die Schüler Stück für Stück 26 Lieder und 24 Seiten Text. „Ich habe dann noch selbst die Figur Mozart zum Stück dazu geschrieben“, so Müller-Tiburtius.

Erst sind die Schüler vor Scham im Boden versunken, aber dann hat es sich wie von selbst zu einer Mutprobe entwickelt.

Anka Müller-Tiburtius

Damit jeder Schüler eine Rolle bekommt, die im nahe liegt, durften drei Wünsche geäußert werden. „Zum Glück ist es aufgegangen, und jeder fühlt sich nun in seiner Rolle wohl“, ist die Musiklehrerin erfreut. Doch es wurde auch einmal etwas ungemütlich. Denn jedes Kind musste seinen ganzen Mut zusammennehmen und einmal allein vorsingen. „Erst sind die Schüler vor Scham im Boden versunken, aber dann hat es sich wie von selbst zu einer Mutprobe entwickelt“, erinnert sich Müller-Tiburtius. Jedes der Kinder könne alle Lieder auswendig. Wenn ein Solist auf der Bühne also mal nicht weiter weiß oder an Lampenfieber leidet, können die anderen ihn also als Chor unterstützen. „Diese Art von Projekten wirkt sich positiv auf die Klassengemeinschaft und das Lernverhalten aus. Außerdem schweißt es die Kinder und mich zusammen“, so die Klassenlehrerin.

  Foto: Karina Linnemann

Zehn der 32 Schüler der fünften Klasse sind Inklusionskinder mit unterschiedlichen Fördergutachten. Auch sie nehmen laut Müller-Tiburtius mit voller Begeisterung an dem Stück teil. „Viele dieser Kinder haben Aufmerksamkeitsdefizite. Dies ist im allgemeinen Unterricht deutlich spürbar. Proben wir jedoch, bleiben sie in der Schönheit des Stücks“, weiß die Lehrerin zu berichten.

Und darum geht es in der Oper: Der Prinz Tamino verirrt sich im Wald. Als er von einer bösen Schlange bedroht wird, retten ihn drei Damen und überreichen ihm ein Bild einer Königstochter. Diese soll er nun retten. Während er unterwegs ist, die schöne Prinzessin zu retten, durchläuft er verschiedene Abenteuer. Dabei besteht er die schwere Prüfung menschlicher Tugenden.

Die Fünftklässler der Freien Waldorfschule Everswinkel werden die Oper „Die Zauberflöte“ am 11. Mai um 16 Uhr in der schuleigenen Aula aufführen. Drei weitere schulinterne Aufführungen sind geplant. Das Projekt ist Bestandteil von „Waldorf 100“. Das Konzept der Waldorfpädagogik wird in diesem Jahr nämlich 100 Jahre alt.

  Foto: Karina Linnemann

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