Eichenprozessionsspinner-Bekämpfung
Die Gefahr im Keim ersticken

Everswinkel -

Er sorgte vielerorts für Schlagzeilen im vergangenen Jahr, und auch in der Vitus-Gemeinde musste man sich dem Kampf stellen. Im Mai 2018 kam es im gesamten Münsterland zu einem massiven Befall von Eichen durch den Eichenprozessionsspinner. In diesem Jahr soll es anders laufen.

Donnerstag, 25.04.2019, 10:47 Uhr aktualisiert: 25.04.2019, 10:50 Uhr
Vorbeugender Einsatz: Um einen massiven Befall von Eichen durch den aufgrund seiner Brennhaare gefährlichen Eichenprozessionsspinner zu verhindern, hat die Gemeinde ein Spezialunternehmen beauftragt.
Vorbeugender Einsatz: Um einen massiven Befall von Eichen durch den aufgrund seiner Brennhaare gefährlichen Eichenprozessionsspinner zu verhindern, hat die Gemeinde ein Spezialunternehmen beauftragt. Foto: Biologisches Zentrum - Brocksieper

In Everswinkel waren im vergangenen Jahr Hunderte Bäume befallen, wie Umweltberater Bernd Schumacher bilanziert. Diesmal ist man frühzeitig alarmiert. Wie die Gemeinde mitteilt, könne der Kontakt mit den Brennhaaren der Raupen in Einzelfällen problematisch werden. Die Haare enthalten ein Eiweiß, das bei Kontakt mit der Haut Juckreiz und Ausschläge auslöse. Meist verschwänden die Symptome binnen weniger Tage wieder, manchmal könne es aber zu allergischen Reaktionen mit Husten und Atemnot kommen. „In diesem Fall sollte sofort ein Arzt aufgesucht werden.“

Die Gemeindeverwaltung möchte in diesem Jahr den Befall möglichst schon im Vorfeld eindämmen und hat daher ein Unternehmen beauftragt die Befall-Stellen, die im stark frequentierten öffentlichen Raum oder an sensiblen Stellen wie an Schulen oder auf Spielplätzen liegen, zu bekämpfen. Zur Bekämpfung wird voraussichtlich ab Montag, 29. April, ein Unimog mit einer Art Kanone am Heck eine wässerige Lösung in die Eichenkronen versprühen.

Eine befallene Eiche mit einem typischen Nest des Eichenprozessionsspinners im vergangenen Jahr.

Eine befallene Eiche mit einem typischen Nest des Eichenprozessionsspinners im vergangenen Jahr. Foto: mlü

Diese Lösung enthalte einen Biozidwirkstoff mit einem natürlich vorkommenden Bakterium (Bacillus thuringiensis). Das Bakterium zerstöre die Darmwände der Raupen, die in den frisch ausgetriebenen Eichen ihr Fraßwerk begonnen haben. „Durch die Aufnahme des Bakteriums sterben die Raupen schnell ab, bevor sie ihre giftigen Brennhaare entwickeln oder sich verpuppen konnten. Für Menschen als auch für Vögel ist der Wirkstoff ungefährlich.“

Die Verwaltung geht davon aus, „dass die Population der Raupen um 70 bis 90 Prozent reduziert werden kann“, bevor sie unangenehm und gefährlich werden könne. Es sei dennoch möglich, dass es ab Juni/Juli an einigen Stellen wieder zum Bau der spinnwebenartig ummantelten Nester an Eichenstämmen komme. Diese können bei Sichtung der Gemeinde gemeldet werden. Die Nester werden dann durch ein Fachunternehmen abgesaugt.

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