Parkour-Workshop für Jugendliche
Hindernisse als Herausforderung

Alverskirchen -

Nicht über Stock und Stein, stattdessen über Geländer und Mauern ging es für zehn Jugendliche im Rahmen eines Workshops, den die DJK Rot-Weiß Alverskirchen angeboten hatte. Thema: die Trendsportart Parkour. Für die Schulung der Jugendlichen reiste eigens ein spezieller Trainer aus Münster an. Er vermittelte den Neulingen die Grundlagen dieser Sport- und Fortbewegungsart – praktisch wie auch theoretisch.

Mittwoch, 08.05.2019, 09:17 Uhr aktualisiert: 08.05.2019, 09:20 Uhr
Zehn Jugendliche machten mit beim Parkour-Workshop der DJK Rot-Weiß Alverskirchen. Die Schulung übernahm Trainer Denis Overlöper. Nach den Vorbereitungsübungen überwanden die Jugendlichen auf dem Kirchplatz Hindernisse durch Klettern und Springen.
Zehn Jugendliche machten mit beim Parkour-Workshop der DJK Rot-Weiß Alverskirchen. Die Schulung übernahm Trainer Denis Overlöper. Nach den Vorbereitungsübungen überwanden die Jugendlichen auf dem Kirchplatz Hindernisse durch Klettern und Springen. Foto: Karina Linnemann

Zehn Jugendliche lernten die Kunst der effektiven Fortbewegung. Die DJK Rot-Weiß Alverskirchen hatte zum Parkour-Workshop eingeladen. Parkour-Trainer Denis Overlöper war dazu eigens aus Münster angereist, um den Teenagern zwei Stunden lang diesen Ganzkörpersport näherzubringen. „Das Ziel des Parkour-Sports ist es, ressourcenschonend von A nach B zu kommen“, erklärte der Trainer den zehn Teilnehmern, bevor er das Training startete. Dabei gilt die Fünf-Finger-Regel: So steht der Daumen für die Konkurrenzfreiheit. „Es geht nicht darum, schneller oder besser zu sein als andere“, sagte er deutlich. Der Zeigefinger steht für die Vorsicht. Jeder solle sich nur an die Hindernisse wagen, die er sich wirklich zutraue. „Wenn ich irgendwo kaputt ankomme, bin ich nicht angekommen“, warnte er die Teilnehmer vor zu viel Übermut. Der Mittelfinger steht für den Respekt vor der Umwelt, den Mitmenschen und sich selbst. „Der Ringfinger steht für Vertrauen. In sich selbst und für andere“, soOverlöper. Der kleine Finger steht für die Bescheidenheit. Niemand soll mit dem, was er macht, angeben.

Aufwärmen. Die zehn Teilnehmer des Parkour-Workshops machen Liegestütze.

Aufwärmen. Die zehn Teilnehmer des Parkour-Workshops machen Liegestütze. Foto: Karina Linnemann

Aber was genau ist eigentlich der Parkour-Sport? „Es ist ein Ganzkörpersport, bei dem man sich mittels Hängen, Schwingen, Balancieren, Klettern, Springen oder Krabbeln von einem Ort zum anderen bewegt“, lieferte Overlöper die Definition. Der 24-Jährige Physiotherapeut übt diesen Sport schon seit zehn Jahren aus. In Münster hat er sich dem Verein „ParkourOne“ angeschlossen. „Parkour ist ein Sport, bei dem man in seinem Handeln relativ frei ist. Ich kann selbst entscheiden ob ich über eine Mauer springen möchte oder nicht. Außerdem kann ich den Sport allein oder in einer Gruppe ausüben.“

Balancieren ist ein großes Thema beim Parkour. Die Jugendlichen machen erste Trockenübungen auf dem Bouleplatz.

Balancieren ist ein großes Thema beim Parkour. Die Jugendlichen machen erste Trockenübungen auf dem Bouleplatz. Foto: Karina Linnemann

Obwohl der Sport stets draußen ausgeübt würde, spiele die Witterung keine Rolle. „Das Wetter ist ein weiteres Hindernis, mit dem man spielen kann“, meint der Trainer. Parkour sei außerdem ein typischer Männersport, nur wenige Frauen würden ihn ausüben. „Umso mehr freue ich mich heute darüber, dass auch ein Mädchen in unserer Runde ist“, betonte er.

Behaltet immer im Kopf, dass das Landen wichtiger ist als das Springen.

Denis Overlöper

Zum Workshop am Alverskirchener Sportplatz waren neun Jungen und ein Mädchen im Alter von zwölf bis 15 Jahren gekommen. Sie alle hatten unterschiedliche Vorstellungen von dem, was sie erwartete. Doch eines hatten sich alle gewünscht: Zu lernen, wie Hindernisse durch Sprünge oder Klettern gemeistert werden können. Natürlich stand auch dies auf dem Trainingsplan Overlöpers. Aber bevor es soweit war, hieß es erst einmal sich aufzuwärmen. Laufen, dehnen, Liegestütze und Balanceübungen machten die jungen Leute fit für die bevorstehende Aufgabe: Hindernisse überwinden.

Anschauungsunterricht: Denis Overlöper springt über das Metallgestänge am Schulhof.

Anschauungsunterricht: Denis Overlöper springt über das Metallgestänge am Schulhof. Foto: Karina Linnemann

Im Parkour-Sport sind diese Hindernisse meist im öffentlichen Raum zu finden. Denis Overlöper führte die Gruppe dafür zunächst zum Schulhof der Grundschule. Dort stellte er die Jugendliche vor die Aufgabe, das Metallgestänge zu überwinden, dass den Schulhof vom Bürgersteig trennt. „Wie Ihr das macht, ist mir egal. Es gibt tausende Lösungen dafür“, ließ er den Jugendlichen freien Raum. Einige sprangen über das Hindernis, andere kletterten hindurch oder krabbelten durch die Barriere.

Anschließend führte der Weg zum Kirchplatz. Dort galt es, Mauern und Treppen zu überwinden. „Behaltet immer im Kopf, dass das Landen wichtiger ist als das Springen“, so der erfahrene Trainer, der stets ein Auge darauf hatte, dass sich seine Schüler nicht verletzen. Schmerzen werden sie aber wohl trotzdem haben. „Ich denke, dass die meisten morgen einen ordentlichen Muskelkater haben“, vermutete sagte Denis Overlöper mit einem verschmitzten Lächeln.

Weiter Infos zum Parkour-Sport:  

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