Wilderich Freiherr von Droste zu Hülshoff blickt auf 900 Jahre zurück
Die Geschichte einer großen Familie

Everswinkel -

Der Saal im Rathaus ist am Donnerstagabend gut gefüllt. Rund 100 Besucher sind gekommen, um von Wilderich Freiherr von Droste zu Hülshoff mehr über dessen berühmte Familiengeschichte zu erfahren. „900 Jahre Droste zu Hülshoff“ heißt das Buch, das der Nachfahre der Dichterin Annette von Droste zu Hülshoff geschrieben hat.

Samstag, 11.05.2019, 09:05 Uhr aktualisiert: 13.05.2019, 17:00 Uhr
Sie tragen einen großen Namen: Die Geschwister Prof. Dr. Bernd von Droste-Hülshoff, Friederike de la Fontaine und Wilderich Freiherr Droste zu Hülshoff (v.l.), der die Familiengeschichte umfangreich recherchierte und im Rathaus nun das Buch dazu vorstellte.
Sie tragen einen großen Namen: Die Geschwister Prof. Dr. Bernd von Droste-Hülshoff, Friederike de la Fontaine und Wilderich Freiherr Droste zu Hülshoff (v.l.), der die Familiengeschichte umfangreich recherchierte und im Rathaus nun das Buch dazu vorstellte. Foto: Marion Bulla

Der Gast präsentiert sein Werk auf Einladung der Gemeinde, des Heimatvereins sowie des Kulturkreises. Die Sparkasse Münsterland Ost hatte die Veranstaltung finanziell unterstützt. Nachdem die Münsteraner Band „Czimmy’s Choice“ die Besucher musikalisch eingestimmt hat, begrüßt Sebastian Seidel die Gäste. „Die Wurzel einer so großartigen Dichterin hier in Everswinkel zu haben, das macht uns stolz“, bemerkt der Bürgermeister, bevor sich Wilderich Freiherr von Droste zu Hülshoff im grünen Janker am Lesepult platziert.

Wilderich Freiherr Droste zu Hülshoff stellte sein Buch „900 Jahre Droste zu Hülshoff“ vor. Darin geht es auch um den Bezug zu Everswinkel.

Wilderich Freiherr Droste zu Hülshoff stellte sein Buch „900 Jahre Droste zu Hülshoff“ vor. Darin geht es auch um den Bezug zu Everswinkel. Foto: Marion Bulla

Der Jurist muss zugeben, dass die prominente Ur-Ur-Großtante Annette seine Familie sehr stark überstrahle. „Meine Ahnen schrien mir quasi zu: Vergesst uns nicht! Ich dachte zunächst, das sei viel zu familiär. Aber dann musste ich darüber berichten“, erklärt er den Zuhörern seine Intention, das Buch zu schreiben.

Wilderich Freiherr von Droste zu Hülshoff hat sich also auf die Recherche begeben, um eine 900 Jahre umfassende Familiengeschichte zu ergründen. Auf insgesamt 360 Seiten mit 160 Abbildungen berichtet er unter anderem vom Ablasshandel, Kreuzrittern, Edelherren, Wirtschaftskriegen, Täuferbewegungen, Domkapitel und von 60 Biografien seiner wichtigsten Ahnen. „Der Rückblick auf die Jahrhunderte war für mich ähnlich einer Höhlenforschungstour“, bemerkt der Autor lächelnd.

Seine mittlerweile in 25 Generationen lebende Familiengeschichte hat nicht nur etwas mit dem Namen Hülshoff zu tun, ihr Ursprung liegt in der Familie von Deckenbrock. Und der begann im Jahre 1040 auf dem gleichnamigen Oberhof in Everswinkel. Damals haben die Bauern sich nach ihren Höfen benannt. Der Name Droste leitet sich übrigens von dem Hofamt des Truchsess (Vorsteher einer Verwaltung), mitteldeutsch drotsete, ab. „Nur in unserem Namen lebt dieses Amt weiter“, sagt der 71-Jährige nicht ohne Stolz.

Anke Sudmann, Robert Deckenbrock, Kathrin Deckenbrock, Max Deckenbrock und Anna Deckenbrock (v.l.) waren gespannt auf die Ausführungen von Wilderich Freiherr Droste zu Hülshoff (3.v.r.), denn ihre Ahnen spielen eine große Rolle bei den Droste zu Hülshoffs.

Anke Sudmann, Robert Deckenbrock, Kathrin Deckenbrock, Max Deckenbrock und Anna Deckenbrock (v.l.) waren gespannt auf die Ausführungen von Wilderich Freiherr Droste zu Hülshoff (3.v.r.), denn ihre Ahnen spielen eine große Rolle bei den Droste zu Hülshoffs. Foto: Marion Bulla

Im Mittelalter habe seine Familie in Everswinkel gelebt. Die ersten drei Generationen seien hier beheimatet gewesen. „Hier ist der Stamm eines am Ende weit verzweigten Baumes. Die Verbindung riss nie ab“, betont der Freiherr. Und hätte der Oberhof im Vitus-Dorf nicht auf solch feuchtem Grund gestanden, so wäre es auch beim Familiennamen Deckenbrock geblieben. Aber da dem so war, wurde der Familiensitz kurzerhand auf Burg Hülshoff verlegt, die westlich von Münster liegt und auf der die berühmte Dichterin 1797 das Licht der Welt erblickte.

Rund 60 Besucher hatten im Saal des Rathauses Platz genommen, um mehr über die Beziehung der Droste zu Hülshoffs mit Everswinkel zu erfahren.

Rund 100 Besucher hatten im Saal des Rathauses Platz genommen, um mehr über die Beziehung der Droste zu Hülshoffs mit Everswinkel zu erfahren. Foto: Marion Bulla

Vor allem Anke Sudmann (geborene Deckenbrock), Kathrin Deckenbrock, Robert Deckenbrock, Max Deckenbrock und Anna Deckenbrock lauschen im Saal fasziniert den Ausführungen des Autors. Sie alle sind direkte Nachfahren der Familie, von der hier die Rede ist. „Das ist unsere Geschichte. Faszinierend, davon zu hören“, sagt Anke Sudmann. Auch andere Verwandte des Autors sind unter den Besuchern. Viele Cousins und Cousinen sowie sein Bruder Prof. Dr. Bernd von Droste-Hülshoff (Gründungsdirektor UNESCO Welterbezentrum) und Schwester Friederike la Fontaine.

Anja Bilabel rezitierte mit ihrer wunderbaren Stimme einige Gedichte der berühmten Annette von Droste zu Hülhoff.

Anja Bilabel rezitierte mit ihrer wunderbaren Stimme einige Gedichte der berühmten Annette von Droste zu Hülhoff. Foto: Marion Bulla

Neben den Erzählungen des Freiherrn gibt es zwischendurch ebenso Texte der großen Annette von Droste zu Hülshoff. Anja Bilabel rezitiert mit ihrer wunderbaren Stimme eine Auswahl an Gedichten. Die Hörspielautorin, Schauspielerin und Rundfunksprecherin begeistert mit ihrer Art, die unvergleichliche Poesie zu transportieren. Sie haucht, lacht, schmunzelt und flüstert. Untermalt werden ihre Worte von den leisen Klängen der Band „Czimmy‘s Choice“.

„Ein gelungener Abend. Es ist schön, dass so viele Verwandte gekommen sind. So viel Adel hat Everswinkel noch nie auf einmal gesehen“, freut sich Josef Beuck, Vorsitzender des Heimatvereins am Ende der Veranstaltung. Die Freude verteilt sich gleichermaßen auf alle Teilnehmer.

Die Band „Czimmy‘s Choice“ sorgte für die musikalische Unterhaltung

Die Band „Czimmy‘s Choice“ sorgte für die musikalische Unterhaltung Foto: Marion Bulla

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