Weg frei für Königskamp III
Grüne zeigen rote Karte

Alverskirchen -

Bei jeweils einer Gegenstimme aus der Fraktion der Grünen gaben die Mitglieder des Planungs- sowie des Bezirksausschusses grünes Licht für die endgültige Verabschiedung des Bebauungsplans „Königskamp III“ in der nächsten Sitzung des Gemeinderates. Damit sollen 41 weitere Wohneinheiten in diesem Gebiet geschaffen werden.

Donnerstag, 04.07.2019, 08:00 Uhr aktualisiert: 09.07.2019, 17:02 Uhr
So idyllisch geht es direkt in Nachbarschaft zum Baugebiet Königskamp zu. Nach Ansicht der Grünen soll es auch so bleiben. 41 weitere Wohneinheiten für „Königskamp III“ seien überdimensioniert.
So idyllisch geht es direkt in Nachbarschaft zum Baugebiet Königskamp zu. Nach Ansicht der Grünen soll es auch so bleiben. 41 weitere Wohneinheiten für „Königskamp III“ seien überdimensioniert. Foto: Klaus Meyer

Das Baugebiet Königskamp in Alverskirchen ist inzwischen zu einem Synonym für kommunalpolitische Schwerstarbeit geworden. Und das gilt nicht nur für die Dauer der Sitzungen, sondern auch für die Menge an Papier, durch die sich die Kommunalpolitiker arbeiten mussten. Bei der gemeinsamen Sitzung des Bezirksausschusses Alverskirchen und des Ausschusses für Planung und Umweltschutz waren es fast drei Zentimeter, auf denen die Beschlussvorschläge erläutert wurden.

Um das Ergebnis vorwegzunehmen: Bei jeweils einer Gegenstimme aus der Fraktion der Grünen gaben die Mitglieder der beiden Ausschüsse grünes Licht für die endgültige Verabschiedung des Bebauungsplans „Königskamp III“ in der nächsten Sitzung des Gemeinderates. Damit sollen 41 weitere Wohneinheiten in diesem Gebiet geschaffen werden.

Maren Dinter vom Planungsbüro Tischmann Loh aus Rheda-Wiedenbrück hatte sich qualifiziert mit den Einwendungen im Rahmen der öffentlichen Auslegung auseinandergesetzt. Die Argumente der Einwender bezogen sich vorwiegend auf die zusätzliche Belastung und Lärmentwicklung auf der Wiemstraße, auf die Erhöhung des Verkehrsaufkommens und des Gefährdungspotentials sowie auf die damit verbundene Einschränkung der Lebensqualität. Ein Einwender warf den Planern eine fehlerhafte Wohnungsbedarfsermittlung, eine fehlende Grundlage für den Bebauungsplan und eine Missachtung der Ziele der Raumordnung vor. Stellungnahmen kamen auch vom Landesbüro der Naturschutzverbände und dem Amt für Sicherheit und Ordnung und Straßenverkehr der Kreisverwaltung sowie dem Abwasserbetrieb. Nach den ausführlichen Begrünungen sah Maren Dinter keine Veranlassung, aufgrund der Einwendungen Planänderungen vorzunehmen.

Während sich abzeichnete, dass die Fraktionen der CDU , der SPD und der FDP den Ergebnissen der öffentlichen Auslegung zustimmen konnten, kam aus Richtung der Fraktion der Grünen enormer Gegenwind. Hatte sich dessen Fraktionsvorsitzender Karl Stelthove nach eigenem Bekunden bisher schon schwer getan, dem Baugebiet zuzustimmen, war er nach Kenntnisnahme der Einwendungen dazu nicht mehr bereit. Marion Schniggendiller, sachkundige Bürgerin im Bezirksausschuss, verlas eine zweieinhalbseitige Stellungnahme, in der sie mit dem Bebauungsplan hart in Gericht ging. Sie warf dem Bürgermeister vor, die Ziele der Raumordnung, die zum Schutz der Allgemeinheit bestehen, nicht zu akzeptieren. Sie sei schon dafür, dass in Alverskirchen maßvoll gebaut werde, aber bei einem sich abzeichnenden Bevölkerungsrückgang sei der Bebauungsplan weder nachhaltig noch effizient. „Mit diesem Baugebiet wird die ökologische und sozialökonomische Verantwortung vernachlässigt“, lautete ihre Zusammenfassung.

„Wir haben immer zu dem Baugebiet gestanden“, formulierte Peter Friedrich für die FDP die Zustimmung seiner Fraktion. Dr. Wilfried Hamann (SPD) gab einen Einblick in die Befindlichkeit seiner Fraktion. „Es sind zwar einige Einwände für uns nachvollziehbar, aber im Ergebnis stimmen wir aufgrund des vorliegenden Bedarfsgutachtens und der Ausweisung von Flächen für den sozialen Wohnungsbau dem Baugebiet zu.“ Dirk Volker, Vorsitzender der CDU-Fraktion, sah die Einwendungen der bei der öffentlichen Auslegung sehr ernst genommen. „Wir wollen, dass in Alverskirchen weiter gebaut werden kann“, war sein Fazit.

Und so kam es mit einer klaren Mehrheit zur Empfehlung an den Rat, mit dem Satzungsbeschluss den Weg für die Realisierung des Baugebietes frei zu machen.

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