Rat beschließt Bebauungsplan
Baurecht im „Königskamp III“

Alverskirchen -

Der Punkt ist gesetzt. Mit deutlichem Mehrheitsbeschluss hat der Gemeinderat am Mittwochabend den Bebauungsplan „Königskamp III“ als Satzung beschlossen und damit Baurecht geschaffen. Nach der fast schon ausufernden Diskussion zuvor in der gemeinsamen Sitzung von Planungs- und Bezirksausschuss war der Redebedarf indes noch nicht gänzlich befriedigt.

Freitag, 12.07.2019, 07:00 Uhr
Der Rat machte den Weg für die weitere Bebauung im Bereich Königskamp.
Der Rat machte den Weg für die weitere Bebauung im Bereich Königskamp. Foto: Klaus Meyer

Grünen-Sprecher Karl Stelthove hatte den vorangegangenen Ausschussbeschluss offenbar missverstanden. So war er davon ausgegangen, dass die gemäß Abwägungstabelle formulierten gemeindlichen Erwiderungen auf die eingegangenen Bürger-Stellungnahmen seitens der Ausschussmitglieder nur zur Kenntnis genommen, nicht aber damit auch beschlossen würden. „Das ist eine Standard-Formulierung“, wunderte sich Bürgermeister Sebastian Seidel . „Wir beschließen, dass wir wie in der Abwägungstabelle dazu Stellung nehmen.“ Ein in -zig Verfahren praktizierter Vorgang.

Grünen-Ratsherr Frank Winkler sah sich aus anderem Grund getäuscht: Seine Partei habe beim Aufstellungsbeschluss für den Königskamp III dafür gestimmt, „weil wir durchaus einen Bedarf sehen, und weil schon viel Geld verbuddelt wurde. Ich würde auch jetzt dafür stimmen, wenn nicht das wäre, was in der Auschusssitzung ans Licht gekommen ist.“ Winkler spielte damit auf eine Äußerung des Bürgermeisters an, wonach es mit der künftigen JVA an der Grenze zu Telgte und Wolbeck auch potenzielle Häuslebauer gebe. Und er spielte auf andere Stimmen an, auch auswärtigen Interessenten Baumöglichkeiten einzuräumen und das Baugebiet in einem Zug volllaufen zu lassen, statt lediglich vier neue Häuser pro Jahr zu ermöglichen wie im Gutachten aufgezeigt würde. „Es scheint die Intention zu geben, ,lass uns das Baugebiet schnell vollmachen, das nächste Baugebiet steht schon vor der Tür‘.“ Das sei kein Bauen „im verträglichen Maße“.

CDU-Fraktionschef Dirk Folker entgegnete, dass Winkler „bewusst Gegenwart und Zukunft durcheinander wirft“. Nur vier Häuser pro Jahr – „das kannst Du gerne den Alverskirchenern erklären, die auf der Warteliste stehen und die Kriterien erfüllen“. Bürgermeister Seidel, der dem Grünen-Vorwurf resolut widersprach und betonte, dass die Planung keine Missachtung der Landesplanung bedeute, die sich ja überdies im Wandel befinde, bilanzierte in Richtung der Grünen: „Da kommen wir wohl nicht zueinander.“ CDU, SPD, FDP, der fraktionslose Norbert Bücker und der Bürgermeister stimmten für den Bebauungsplan-Beschluss, die drei Grünen-Vertreter dagegen.

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