Wildblumen-Aktion „Alverskirchen blüht auf“
Die Saat ist aufgegangen

Alverskirchen -

Der Saat ist aufgegangen. Phacelia, Kornblume, Sonnenblume, Buchweizen, Rauhafer, Öllein, Inkarnatklee, Wicke, Koriander, Fenchel, Dill, Rotklee, Futtermalve, Borretsch und Ringelblume machen den Ackerboden zu einem begehrten Lebensraum für Bienen, Hummeln, Schmetterlinge und andere Insekten. Immer wieder blüht irgendwas. Bis Oktober geht das jetzt so. Ein kleines Naturparadies. Alverskirchen blüht auf.

Donnerstag, 25.07.2019, 07:30 Uhr aktualisiert: 25.07.2019, 10:44 Uhr
Freude über einen gelungenen Start des Projekts „Alverskirchen blüht auf“: LOV-Vorsitzender Christoph Gerd-Holling, Petra Eikelmann, Theo Schulze Brüning (beide „Alverskirchener Bienenfreunde“) und Frank Neumann (LOV).
Freude über einen gelungenen Start des Projekts „Alverskirchen blüht auf“: LOV-Vorsitzender Christoph Gerd-Holling, Petra Eikelmann, Theo Schulze Brüning (beide „Alverskirchener Bienenfreunde“) und Frank Neumann (LOV). Foto: Klaus Meyer

Auf dem Blühstreifen geht es zu wie auf einem Flughafen. Immer wieder starten und landen die kleinen Insekten-Flieger, suchen sich „Docking-Stationen“ zum Auftanken und summen mit ihren Flügeln das Lied von der idyllischen Natur zwischen Landstraße und Maisfeld. Rund 1 000 Quadratmeter Paradies sind es hier an der L811, weitere fast 3 000 Quadratmeter am Hollinger Weg nahe des Hofes Wellermann. Vor drei Monaten hatten Christoph Gerd-Holling und Leonard Schulze Hockenbeck im Gespräch mit den WN von ihrer Idee einer Blüh-Patenschaft und dem Bestreben, etwas für Bienen- und Insektenschutz zu tun, erzählt. 100 Quadratmeter Patenfläche für 50 Euro lautete das Angebot. Saatgut, Aussaat und Naturfreude inklusive.

Auch die Sonnenblumen sind inzwischen soweit und strahlen wie „Scheinwerfer“ über die Wildblumen.

Auch die Sonnenblumen sind inzwischen soweit und strahlen wie „Scheinwerfer“ über die Wildblumen.

„Es ging sofort los nach dem Zeitungsbericht, und dann über einen langen Zeitraum“, blickt der LOV-Ortsvorsitzende Gerd-Holling auf die vergangenen Wochen zurück. „Wir haben 30 Blühpaten, die mitmachen“, zeigt er sich zufrieden. Eine Beteiligungsgröße, die er sich zum Start auch erhofft hatte. „Das war für den Anfang ganz gut.“ Mit einer Info-Tafel, die in Kürze aufgestellt wird, werden die Blühpaten, darunter auch Betriebe, die Fußball-Förderabteilung und die CDU – gewürdigt. Einer von ihnen ist Theo Schulze Brüning. Seit über 40 Jahren ist er Hobby-Imker und kennt sich aus in der Welt der Bienen. „Die Wildbiene ist das große Problem“ blickt er auf die allgemeine ökologische Ist-Situation. Damit sich – zumindest lokal – etwas ändert, macht er mit beim Projekt und übernahm einen Paten-Anteil.

Je länger man guckt, umso mehr sieht man. Ein Aha-Erlebnis.

Petra Eikelmann

Rund 20 Kilogramm Saatgut wurden im Namen der Blühpaten verteilt. Achim Deipenwisch kümmerte sich zusammen mit dem jeweiligen Landwirt um die Aussaat. „Wir haben zeitlich versetzt eingesät“, erklärt Gerd-Holling vor dem Hintergrund der unterschiedlich einlaufenden Anmeldungen. Jetzt sprießt es. Und es ist ein Hingucker am Wegesrand. „Man kann schon sagen, dass eine Begeisterung in Alverskirchen da ist für den Blühstreifen“, freut sich Petra Eikelmann . Die Alverskirchenerin imkert seit etwa fünf Jahren selbst, gehört mit Schulze Brüning zu den Alverskirchener Bienenfreunden und hat jüngst den Bienen-Info-Abend mitorganisiert, der auf großes Interesse stieß. „Wir freuen uns über die gute Zusammenarbeit mit den Landwirten vor Ort und darüber, dass nicht nur die Honigbiene im Fokus steht, sondern auch die Wildbiene.“

Bunte Vielfalt: Immer wieder strecken neue Blumen ihre Köpfe hoch.

Bunte Vielfalt: Immer wieder strecken neue Blumen ihre Köpfe hoch. Foto: Klaus Meyer

„Je länger man guckt, umso mehr sieht man. Ein Aha-Erlebnis“, zeigt sich Petra Eikelmann selbst fasziniert von dem Blühstreifen. „Das ist jetzt auch der passende Zeitpunkt.“ Etwa bis Anfang Oktober werden sich Insekten und Betrachter daran erfreuen können. „Das reicht dann auch, damit die Bienen wieder zur Ruhe kommen“ und sich auf die Winterzeit vorbereiten können, erläutert sie.

Die Landwirte, die ihre Ackerfläche für die Aktion „Alverskirchen blüht auf“ zur Verfügung gestellt haben, verzichten übrigens auf eine Flächenentschädigung (weil dort ja keine Feldfrucht angebaut werden kann). Somit bleibt am Ende nach Abzug der Kosten für Saatgut und Aussaat doch noch ein Überschuss, und auch der wird helfen. Das Geld soll als Spende ans Dorf-Archiv gehen.

Ein Paradies für Wildbienen, Hummeln, Schmetterlinge und andere Insekten.

Ein Paradies für Wildbienen, Hummeln, Schmetterlinge und andere Insekten.

Zwei große Transparente „Alverskirchen blüht auf“ machen jetzt an der Kreuzung L811/L793 sowie am Hollinger Weg auf die blühende Idee aufmerksam. Eine nachhaltige Werbung, denn sie ist auch wiederverwendbar. Im nächsten Jahr. Dann ist nämlich eine Fortsetzung geplant. Vielleicht dann mit einer noch größeren Blüh-Patengemeinschaft. Die fast 4 000 Quadratmeter in diesem Jahr sind ein guter Anfang, da sind sich alle einige. Und dazu kommen ja noch die freiwillig angelegten Blühstreifen etlicher Landwirte mit dem Saatgut der Stiftung Westfälische Kulturlandschaft. Gerd-Holling schätzt diese Fläche summiert auf rund 40 000 Quadratmeter.

„Wir haben 30 Blühpaten, die mitmachen. Das war für den Anfang ganz gut“, ist Christoph Gerd-Holling zufrieden.

„Wir haben 30 Blühpaten, die mitmachen. Das war für den Anfang ganz gut“, ist Christoph Gerd-Holling zufrieden.

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