Naturschutzgebiet „Füchtorfer Moor“
Selbst gesteckte Ziele nicht erreicht

Sassenberg -

Im Jahr 1987 wurde das Naturschutzgebiet „Füchtorfer Moor“ ausgewiesen. Am Sonntag lud die BUND-Kreisgruppe zu einem Rundgang über die Wiesen und Heideflächen ein, um nach über 30 Jahren eine Zwischenbilanz zu ziehen.

Montag, 29.07.2019, 06:00 Uhr
Hubert Brüggemann (r.) führte die Gruppe durch das „Füchtorfer Moor“ und machte dabei auf Missstände und Fehlentwicklungen aufmerksam. Zugleich konnte er von so manchem Erfolg berichten.
Hubert Brüggemann (r.) führte die Gruppe durch das „Füchtorfer Moor“ und machte dabei auf Missstände und Fehlentwicklungen aufmerksam. Zugleich konnte er von so manchem Erfolg berichten. Foto: Christopher Irmler

Und die fällt laut Hiltrud und Hubert Brüggemann überwiegend negativ aus. Zwar seien durchaus Erfolge zu verzeichnen, wie Hubert Brüggemann betonte. So habe sich etwa der Bestand des Großen Bachvogels deutlich erhöht; die vor 30 Jahren nicht mehr anzutreffenden Uferschnepfen brüteten mittlerweile mit vier bis fünf Brutpaaren in den Feuchtwiesen. „Zahlreiche Biotope sind durch Gestaltungsmaßnahmen neu entstanden und bieten Pflanzen und Tieren einen neuen Lebensraum“, so Hubert Brüggemann. Die Situation habe sich im Vergleich zur Zeit vor der Naturschutzgebiet-Ausweisung erheblich verbessert.

Dennoch seien die 1987 gesteckten Ziele nicht erreicht worden. „Ziel war es, auf einer Fläche von 187 Hektar nachhaltig Arten zu schützen.“ Dabei stünden davon lediglich 60 Hektar dem Artenschutz im Offenland zur Verfügung. Der Rest entfalle auf Waldflächen (zehn Hektar) sowie weiterhin intensiv von der Landwirtschaft genutzte Flächen. Während im „Füchtorfer Moor“ lediglich sieben Hektar landeseigene Flächen seien, liege dieser Wert im Fall des „Versmolder Bruchs“ bei 250 Hektar. Eine derartige Fläche habe zwei entscheidende Vorteile. „Erstens ist sie dauerhaft für den Artenschutz gesichert. Zweitens ist es im Regelfall nur auf diesen Flächen möglich, Biotope wie Flachwasserbereiche anzulegen. Das Instrument des Flächenerwerbs wurde und wird von der Landespolitik nur völlig unzureichend genutzt. Dies ist ein Hauptgrund für den schlechten Zustand des Gebiets.“

Grundsätzlich, so Hubert Brüggemann, neigten Behörden dazu, die Situation „gesundzubeten und schönzureden.“

Kritisch sei auch der unregelmäßige Pflegeeinsatz zu bewerten. „Bei Behörden passiert zehn Jahre lang nichts und dann kommt der große Bagger zum Einsatz.“ Die Aktiven des BUND hingegen seien einmal im Jahr im Einsatz, um die Bewaldung der Flächen zu verhindern. Sie zögen etwa kleine Buchen aus dem Boden, um den Bewuchs zu unterbinden. Die Behörden schickten hingegen Mitarbeiter, die die Pflanzen absägten, was wiederum zu einer Verholzung des Bodens führe.

„Im Artenschutz gibt es Modethemen. Zur Zeit ist es das Thema Blühstreifen. Sie sind ein Gewinn für das Landschaftsbild. Für den Artenschutz haben sie dagegen nur eine Randbedeutung, weil sie die Ansprüche der gefährdeten Tier- und Pflanzenarten nicht ausreichend erfüllen. Mit der Schaffung artenreicher Wiesen wird dagegen ein Kernproblem behoben.“ Und wie könnte sie Situation verändert werden?

„Eine Schlüsselstellung kommt den Naturschutzbehörden zu.“ Sie hätten es in der Hand, Mängel zu beseitigen. „Als Eigentümerin beträchtlicher landwirtschaftlicher Flächen hat die Stadt Sassenberg erhebliche Einflussmöglichkeiten.“

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6811062?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F106%2F128%2F
Archäologen graben auf Gelände der geplanten JVA nach Bodendenkmälern
Das Luftbild zeigt das frisch geackerte Gelände (vier Quadranten im oberen Bereich), auf dem die neuen JVA entstehen soll, noch vor Beginn der Grabungsarbeiten.
Nachrichten-Ticker