Film-Workshop für Jugendliche
Zwischen Traumwelt und Realität

Everswinkel -

Alien, Piraten, überdimensional große Schmetterlinge, Prinzessinnen, Zauberer, Aliens und Königinnen – sie alle tummeln sich auf dem Kirchplatz der St. Magnus-Kirche. Kostümparty? Kindergeburtstag? Oder Flashmob? Es sind 14 Jugendliche, die an einem fünftägigen Film-Workshop teilnehmen.

Donnerstag, 01.08.2019, 08:13 Uhr aktualisiert: 01.08.2019, 08:20 Uhr
Damit die Choreographie synchron getanzt wird, macht Esther Wohlgemuth es den Hobby-Schauspielern vor. Die Tanzpädagogin hatte mit den 14 Jugendlichen zwei Szenen einstudiert.
Damit die Choreographie synchron getanzt wird, macht Esther Wohlgemuth es den Hobby-Schauspielern vor. Die Tanzpädagogin hatte mit den 14 Jugendlichen zwei Szenen einstudiert. Foto: Marion Bulla

Carolin Wolff hatte im Vorfeld des Film-Projektes das Drehbuch geschrieben. Und zwar genau zugeschnitten auf das Vitus-Dorf. „Es ist einfach authentischer“, weiß die Diplom-Designerin. Auch daran, dass alle 14 Hobby-Darsteller gleichberechtigte Rollen verkörpern, hat die Fachfrau gedacht. Alles andere sei ungerecht, weiß sie. In der Geschichte geht es um Gut und Böse. Sie spielt zum einen in der Traumwelt und zum anderen in der Realität.

In dem 25-minütigen Film mit dem Titel „Traumhaft – Like a dream“ wird auch getanzt. Das hat die männlichen Darsteller aber offenbar nicht abgeschreckt, obschon viele zugeben, dass sie am Anfang doch etwas zögerlich gewesen seien. „Das Tanzen hat mich zwar erst etwas irritiert, aber jetzt finde ich es richtig cool“, verkündet David, der den Alp spielt, das Böse verkörpert.

Das Film-Team treibt zur Eile, denn es dauert nicht mehr lange, dann kommt die Sonne um die Ecke und es kann nicht mehr gefilmt werden. Jetzt muss nur noch eine Tanzszene gedreht werden. Esther Wohlgemuth startet die Musik, die Truppe dreht sich synchron um die eigenen Achse, streckt die Arme von sich. „Du musst Dich etwas schneller drehen“, sagt die Tanzpädagogin. Sie schaut sich die Szene ganz genau an. Es wird solange probiert, bis sie im Kasten ist.

Auf die Frage, was den Jugendlichen im Alter zwischen neun und 14 Jahren am besten gefallen hat, sagen alle wie aus der Pistole geschossen: „Die Tauchszene im Vitus-Bad“. Klar, es war sehr heiß an diesem Tag und da bot das Schwimmen als Meerjungfrauen eine erfrischende Abkühlung. Bevor der Dreh im Bad stattfinden konnte, hatte Carolin Wolff sich eine Genehmigung der Gemeindewerke eingeholt und unterschrieben, dass niemand sonst gefilmt wird.

Carolin Wolff legt Hand am Zombie (Onno) an und erklärt Lume, der Königin des Traumlandes (Marie), wie sie stehen muss.

Carolin Wolff legt Hand am Zombie (Onno) an und erklärt Lume, der Königin des Traumlandes (Marie), wie sie stehen muss.

Die meisten Proben laufen aber aufgrund der hohen Temperaturen im klimatisierten Haus der Generationen. Wie etwa das Einstudieren der zwei anspruchsvollen Tänze. „Mir hat das so großen Spaß gemacht, dass ich weiter tanzen möchte“, strahlt Maike. Daran, dass die Teilnehmer schon vor 8 Uhr vor Ort waren, könne man erkennen, wie gern alle am Film-Workshop mitgemacht haben, zeigt sich Wolff zufrieden. Sie hätten sich alle gut verstanden, auch wenn sich die meisten jetzt erst kennengelernt hätten, fügt sie an. Das Projekt kam so gut an, dass nun ein zweiter Teil geplant ist. „Wir sammeln schon fleißig Ideen“, berichtet Emely.

Das Tanzen hat mich zwar erst etwas irritiert, aber jetzt finde ich es richtig cool.

David (im Film der Alp)

Bevor der Film gezeigt wird, muss sich Carolin Wolff zunächst ans Schneiden machen, um die Aufnahmen auf dann 25 Minuten zu kürzen. Die Mitwirkenden können das Ergebnis am 20. September in einer kleinen Runde sehen. Der Termin der offiziellen Vorstellung ist für den 27. September im Haus der Generationen geplant.

Dass dieses Projekt überhaupt so zustande kam, ist der VHS Warendorf, dem Haus der Generationen, dem Kulturkreis Everswinkel sowie dem Mütter-Zentrum Beckum zu verdanken. Gefördert worden war das Projekt im Rahmen des talentCAMPus im Förderprogramm „Kultur macht stark. Bündnisse für Bildung“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF). Jeder Hobby-Schauspieler erhält am Ende eine DVD mit dem Film. Die Teilnahme war kostenlos.

Die Darsteller schlüpften in verschieden Figuren – vom Sumo-Ringer bis hin zu Fledermaus und Pirat. Und immer die Kamera im Blick.

Die Darsteller schlüpften in verschieden Figuren – vom Sumo-Ringer bis hin zu Fledermaus und Pirat. Und immer die Kamera im Blick.

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