Bänker-Gruppe sorgt für Ruheplätze in Alverskirchen
Eine sichere Bank

Alverskirchen -

Eine kleine Gruppe bewegt Großes in Alverskirchen: Die selbst ernannten „Bänker“ bauen und pflegen Sitzgruppen, Bänke und Tische im Ort. Dabei zählt vor allem Muskelkraft und Handarbeit. Es ist ein Engagement fürs Gemeinwohl.

Donnerstag, 15.08.2019, 10:19 Uhr aktualisiert: 15.08.2019, 16:12 Uhr
Die Bänker bauen, pflegen und reparieren Bänke in Alverskirchen (v.l.): Bernd Linnemann, Helmut Fislage, Heinz Hegemann, Heinz Brockmann, Goswin Bleckmann, Hubert Herzog und Udo Hansel.
Die Bänker bauen, pflegen und reparieren Bänke in Alverskirchen (v.l.): Bernd Linnemann, Helmut Fislage, Heinz Hegemann, Heinz Brockmann, Goswin Bleckmann, Hubert Herzog und Udo Hansel. Foto: Karina Linnemann

Eine kurze Pause, innehalten und die Natur genießen. Dies ist möglich, weil in Alverskirchen 23 Holzbänke und sechs Tische entlang von Rad- und Wanderwegen bereit stehen. Diese sind natürlich täglich der Witterung ausgesetzt und verlangen regelmäßige Pflege. Die hat sich eine kleine Gruppe von jung gebliebenen Herren auf die Fahne geschrieben. Die „Bänker“ bauen und pflegen die schönen Sitzgelegenheiten aus heimischem Eichenholz.

Leider müssen wir manchmal auch ganze Bankgruppen austauschen, da sie mutwillig zerstört wurden.

Hubert Herzog

Bereits im Jahr 1986 haben sich die „Bänker“ aus dem ehemaligen Theaterverein gegründet. Weil etwas Geld in der Theaterkasse übrig war, haben sich die Gründungsmitglieder dazu entschlossen, schöne Plätze in Alverskirchen durch selbst gebaute Bänke und später auch Bankgruppen noch schöner zu machen. Die Idee kam gut an, und die Arbeit der Männer ist heute gar nicht mehr wegzudenken. Die Gruppe hat sich im Laufe der Jahre immer wieder neu formiert. Heute kann noch Heinz Hegemann als letztes Gründungsmitglied von den Anfängen berichten.

Die ehemalige Bank am Piepenbach wurde Opfer von Vandalismus. Unter anderem wurde die Lehne abgetreten und Farbe auf die Sitzfläche geschmiert.

Die ehemalige Bank am Piepenbach wurde Opfer von Vandalismus. Unter anderem wurde die Lehne abgetreten und Farbe auf die Sitzfläche geschmiert.

Die sieben Männer, allesamt Rentner und zwischen 64 und 82 Jahre alt, fahren mindestens zwei Mal im Jahr alle Bänke ab. Die Sitzgelegenheiten werden dann ausgebessert, gereinigt, geschliffen und neu gestrichen. „Leider müssen wir manchmal auch ganze Bankgruppen austauschen, da sie mutwillig zerstört wurden“, sagt Bänker-Mitglied Hubert Herzog . Jüngst sei dies der Fall an der Brückhausenstraße in Höhe des Piepenbachs gewesen.

Die Bank dort hatten die rüstigen Rentner vor einigen Jahren an das Bürger-Team Alverskirchen (BTA) übergeben. Das BTA hatte sich direkt an die Bänker gewandt, als man den Vandalismus bemerkt hatte. „Leider konnten die Bänker die vollkommen zerstörte Bank nicht mehr reparieren. Deshalb haben sie kurzerhand eine neue Tischgruppe für uns gebaut“, erzählt Peter Kretschmer vom BTA zufrieden. Die Bänker sind eine „sichere Bank“ für Alverskirchen. Für ihr tolles und nachhaltiges Engagement haben sie vor fünf Jahren sogar eine Auszeichnung erhalten: Den Umweltpreis der Gemeinde Everswinkel.

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