Fortsetzung des Missbrauchs-Prozesses
Mitangeklagter im Mittelpunkt

Everswinkel/Münster -

Guter Rat sei nun teuer, sagt die Vorsitzende Richterin am Montagmorgen. Wenig später spricht sie ob der „neuen Entwicklung“ von einem „wackeligen Stadium“ im Missbrauchs-Prozess gegen zwei Männer aus Münster und einen weiteren aus Everswinkel.

Dienstag, 24.09.2019, 07:24 Uhr aktualisiert: 24.09.2019, 07:30 Uhr
Der Missbrauchsprozess gegen zwei Münsteraner und einen Everswinkeler ist am Montag fortgesetzt worden.
Der Missbrauchsprozess gegen zwei Münsteraner und einen Everswinkeler ist am Montag fortgesetzt worden. Foto: Rieke Tombült

Während bislang kaum etwas von dem Prozess gegen die drei Angeklagten, denen schwerer sexueller Missbrauch von Kindern vorgeworfen wird, an die Öffentlichkeit gelangt ist, wird am fünften Prozesstag deutlich, dass es zumindest im Bezug auf den 50-Jährigen mitangeklagten Münsteraner neue Erkenntnisse geben könnte.

Aus diesem Grund sind für den Prozess, den die Kammer vor zwei Verhandlungstagen noch straffen wollte, mittlerweile eine Reihe von Zusatzterminen angesetzt worden. Offenbar hat sich ein weiterer jugendlicher Zeuge gefunden, von dessen Aussage sich die Kammer neue, vor allem zeitliche Erkenntnisse erwartet.

Passend dazu wird am Montag auch der ehemalige Arbeitgeber des mitangeklagten Münsteraners befragt. Arbeitszeitprotokolle werden verlesen – im Zentrum der Befragung steht aber, ob es dem Münsteraner möglich gewesen sei, während seiner Arbeit in Nottuln in seiner Wohnung in Münster die ihm vorgeworfene Straftat begangen zu haben.

Der Münsteraner habe sich per Stempeluhr auf seiner Arbeitsstätte, einem Tankstellen-Bistro, einchecken müssen. Auch für die Kasse sei eine persönliche Anmeldung erforderlich, sagt der ehemalige Vorgesetzte. Ausschließen will der es aber nicht, dass jemand den Arbeitsplatz verlassen könnte – allerdings nicht ohne dass es jemand im Team bemerken würde. Mittwoch sollen die beiden Kinder, die bereits zwei Mal ausgesagt haben, wieder in den Zeugenstand gerufen werden. Auch der neue Zeuge könnte dann geladen werden.

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