Ortsbegehung in Alverskirchen und Everswinkel
Bürger sind die Experten

Everswinkel/Alverskirchen -

Wie können Everswinkel und Alverskirchen für die Zukunft attraktiv bleiben? Dieser Frage soll im Rahmen des Gemeindeentwicklungskonzeptes auf den Grund gegangen werden.

Montag, 30.09.2019, 09:00 Uhr aktualisiert: 01.10.2019, 16:46 Uhr
Die Teilnehmer des Rundganges in Alverskirchen diskutieren Möglichkeiten, den Kirchplatz zentral zu nutzen.
Die Teilnehmer des Rundganges in Alverskirchen diskutieren Möglichkeiten, den Kirchplatz zentral zu nutzen. Foto: Rebecca Lek

Dabei werden einzelne Themen gesondert behandelt, dann aber in den großen Kontext gebracht, um ein bestmögliches Ergebnis zu erzielen. Die Bereiche Städtebauliche Entwicklung, Soziale Infrastruktur, Bürgerschaftliches Engagement, Bildung, Wirtschaft und Tourismus, Verkehr, Energie, Klima und Ressourcenschutz, technische Infrastruktur, Ortsökologie sowie Kultur, Brauchtum und Freizeit müssen so in das Konzept eingearbeitet werden. Mit der Erstellung beauftragte die Gemeinde das Büro „Energielenker Beratungs GmbH “ in Greven.

Nach zwei Treffen am runden Tisch luden Carolin Dietrich und David Sommer von der „Energielenker Beratungs GmbH“, sowie Norbert Reher als Leiter des Planungsamtes die Bürger zu Ortsbegehungen in beiden Ortschaften ein. Die Routen entstanden auf Basis der vorherigen Termine, wobei diese „gerne ergänzt werden durften“.

Start war um 13.30 Uhr auf dem Kirchplatz der St.-Agatha-Kirche. 19 Alverskirchener beteiligten sich an dem Rundgang und hatten die unterschiedlichsten Ideen, um den Ort zu beleben. Vorab gab es aber auch Kritik an der Bürgerbefragung, da diese auf mobilen Endgeräten nicht durchgeführt werden kann. „Wir wollen gerade die jungen Leute ansprechen und zum Mitmachen animieren. Und genau auf dem Medium funktioniert die Umfrage nicht“, kam es aus den Reihen der Bürger.

Während ein Einzelhandelsgeschäft für die Teilnehmer nicht zur Debatte stand, wurde deutlich, dass der Wunsch nach mehr gastronomischen Angeboten vorhanden ist. „Es geht nicht nur um die Möglichkeit auszugehen. Es fehlt für Vereine die Möglichkeit Versammlungen abzuhalten. Nicht mal ein Beerdigungskaffee ist möglich“, beschrieb eine Anwohnerin die derzeitige Situation.

Als weiteren Punkt diskutierten die Teilnehmer die Mobilität. Während der öffentliche Nahverkehr nach Münster und Everswinkel sehr gut ist, schätzten die Bürger den nach Warendorf als kritisch ein. Eine direkte Verbindung nach Telgte oder Sendenhorst existiert derzeitig nicht, wäre aber wünschenswert.

Innerhalb von zwei Stunden wurden unter anderem weitere Themen wie aufwertbare Orte oder Immobilien, Fahrradabstellplätze, öffentliche Sitzgelegenheiten und Tourismus besprochen, bevor die Leiter des Rundganges ihren Weg nach Everswinkel antraten.

Um 16 Uhr begann dort die Ortsbegehung auf dem Kirchplatz der St.-MagnusKirche. Neun Teilnehmer fanden ihren Weg dorthin und beteiligten sich an der Ideensammlung. Während einige es als kritisch betrachteten, gleichzeitig den Kirchplatz, den Magnusplatz und die Vitusstraße zu beleben, sahen andere genau diese drei Orte als zentralen Stadtkern, der als Gesamtheit betrachtet werden muss. Insbesondere die absehbare Schließung des Gasthofes Arning und der daraus entstehende Leerstand wurden kritisch diskutiert. Ebenso wie die Frage, ob es sinnvoll wäre, aus der Vitusstraße eine Fußgängerzone zu machen. Auch wenn der Großteil der Teilnehmer diesen Vorschlag befürworteten, zweifelten sie an der machbaren Umsetzung.

Dietrich, Sommer und Reher freuten sich im Nachgang, dass sich trotz des schlechten Wetters einige Bürger an der Begehung beteiligten. „Es soll ein Konzept werden, das nicht ausschließlich von der Verwaltung und der Politik entwickelt wird, sondern von den Bürgern mitgetragen wird. Die sind die Experten“, betonte Carolin Dietrich und hofft für die Zukunft auf eine hohe Beteiligung. Interessierte können sich am 7. Oktober um 19 Uhr im Rathaus im Rahmen des Bürgerforums über den Stand des Projektes informieren.

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