Weiteres Sanierungs-Großprojekt auf Gut Brückhausen
Neue Nutzung für alten Stall

Alverskirchen -

Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz hat die Erhaltung von Gut Brückhausen in Alverskirchen seit 2003 mit bisher insgesamt 170000 Euro unterstützt. Jetzt stellt die Stiftung weitere 50 000 Euro zur Verfügung. Die Familie von Twickel lässt das frühere Stallgebäude, das sogar älter ist als das Gutshaus, denkmalgerecht sanieren, um es einer neuen Nutzung zuzuführen. Es ist ein weiteres Sanierungs-Großprojekt mit hoher Investition.

Donnerstag, 03.10.2019, 10:18 Uhr aktualisiert: 03.10.2019, 10:40 Uhr
Sigrid Karlicek von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (l.) überbrachte bei ihrem Besuch auf Gut Brückhausen Franz Freiherr von Twickel und Franziska von Twickel eine Förderzusage über 50 000 Euro für die Wiederherstellung des früheren Stallgebäudes.
Sigrid Karlicek von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (l.) überbrachte bei ihrem Besuch auf Gut Brückhausen Franz Freiherr von Twickel und Franziska von Twickel eine Förderzusage über 50 000 Euro für die Wiederherstellung des früheren Stallgebäudes. Foto: Günther Wehmeyer

Für Sigrid Karliczek von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz ( DSD ) ist es schon ein ganz besonderer Besuch. „Ich bin jetzt zum vierten Mal hier auf dem Gut Brückhausen, und für mich persönlich ist es eine Freude zu sehen, was in den letzten Jahren hier mit Unterstützung unserer Stiftung alles gemacht worden ist“, zeigt sie sich hoch erfreut. Karliczek betreute schon bisher die einzelnen Abschnitte der Restaurierung der Fassaden des Wohngebäudes. Jetzt ist vor einigen Monaten ein ganz neues Projekt angestoßen worden. „Ein Stallgebäude, das bis vor etwa 30 Jahren noch von meinem Vater für Ferkel und Kühe genutzt wurde, möchten wir denkmalgerecht erhalten und einer wirtschaftlichen Nutzung zuführen“, erzählt Franz Freiherr von Twickel.

Es ist eine Freude zu sehen, was in den letzten Jahren hier mit Unterstützung unserer Stiftung alles gemacht worden ist.

Sigrid Karliczek

In den vergangenen Jahren sei das Objekt als Lagergebäude vermietet gewesen. „Die Entstehung dieses Gebäudes geht auf das 15. Jahrhundert zurück, denn es wurde gebaut noch bevor das Haupthaus entstanden ist“, weiß von Twickel zu berichten. Denn es habe ursprünglich als „Bauhaus“ gedient, eine Bezeichnung für die Werkstatt des Gutes. Ein Blick in das Innere offenbart eine Meisterleistung des Zimmereigewerbes. Die Dachkonstruktion wurde zunächst unterfangen, um die vorhandenen Holzstützen auf Stahlsockel zu setzen, die in neuen Streifenfundamenten verankert sind. Auch das Fachwerk wurde weitestgehend aus bestehendem Holz des Gebäudes restauriert. Die noch vorhandenen „Bullaugen“ die der Belichtung des Stalles dienen, werden wieder eingebaut.

Das Wirtschaftsgebäude wurde schon vor dem eigentlich Herrenhaus errichtet und diente anfänglich als „Bauhaus“ – sprich Werkstatt – für das Gut.

Das Wirtschaftsgebäude wurde schon vor dem eigentlich Herrenhaus errichtet und diente anfänglich als „Bauhaus“ – sprich Werkstatt – für das Gut.

„Als der Mietvertrag für das Gebäude auslief, standen wir vor der Frage, ob wir das Gebäude einer wirtschaftlichen Nutzung zuführen oder lediglich denkmalgerecht erhalten wollen“, erinnert sich Freifrau Franziska von Twickel. Denn die Kosten nur für die Erhaltungsmaßnahmen seien schon auf 250 000 Euro beziffert worden. „Wir haben uns dann an die Denkmalschutzbehörden gewandt, um mit deren Zusage einen Bauantrag für den Umbau und für die Umnutzung zu Wohnzwecken oder Büroflächen stellen zu können.“ Rund 600 Quadratmeter Nutzfläche werde das Objekt aufweisen, das in drei reihenhausähnliche Abschnitte unterteilt wird. Leichtbauwände im Innern seien Gewähr für größtmögliche Flexibilität.

Die Gesamtkosten belaufen sich auf etwa eine Million Euro. „Bei dem Ausbau des Glasfasernetzes in Eigenregie mit unseren Nachbarn haben wir drei Anschlüsse für das Gebäude vorgesehen, so dass sich die künftigen Mieter in diesem historischen Umfeld sogar über schnelles Internet freuen können“, berichtet Franz Freiherr von Twickel nicht ohne Stolz.

Franz Freiherr von Twickel mit einem „Bullauge“, das zur Belichtung des Stalls diente und wieder eingebaut wird.

Franz Freiherr von Twickel mit einem „Bullauge“, das zur Belichtung des Stalls diente und wieder eingebaut wird.

Bei ihrem Besuch hat Sigrid Karliczek dank der Lotterie GlücksSpirale eine Förderzusage von 50 000 Euro für das Stellgebäude im Gepäck. „Zusammen mit der aktuellen Förderung haben wir etwa 224 000 Euro für den Erhalt der Gebäude beigesteuert“, bilanziert sie die bisherige Fördersumme. „Aber man darf nicht vergessen, dass die Eigentümer ein Vielfaches dieser Summe aufgewendet haben.“ Anders als noch in den letzten Jahren beteiligt sich die jetzige Landesregierung wieder am Erhalt denkmalgeschützter Gebäude. „Von der Bezirksregierung liegt inzwischen ein Förderbescheid in Höhe von 30 000 Euro aus dem Denkmalförderprogramm des Landes NRW vor“, freuen sich die „Bauherren“.

Kulturell wird das Gut Brückhausen am 9. November in Szene gesetzt, wenn im Rahmen des „Münsterland Festivals 2019“ das „Reso Kiknadze Trio“ aus Georgien um 20.30 Uhr im Renaissance-Saal gastiert.

Blick auf die Holzkonstruktion des Wirtschaftsgebäudes.

Blick auf die Holzkonstruktion des Wirtschaftsgebäudes.

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