1. Everswinkeler Flamenco-Fest
Ein Feuerwerk der Leidenschaft

Everswinkel -

Ingrid Keppeler und Ania Stolte lieben den Tanz und die Musik. Letztere ist Inhaberin der Schule für Bühnentanz und war selbst jahrelang als erfolgreiche Tänzerin auf dem Parkett unterwegs. Vor allem die spanische Kultur liegt dem Duo sehr am Herzen. Um diese der Öffentlichkeit möglichst nahe zu bringen, hatten sie gemeinsam mit fünf weiteren Tänzern und Musikern vor zwei Jahren den Verein Campuz Andaluz gegründet. Jetzt stand das erste große Fest an.

Dienstag, 08.10.2019, 10:18 Uhr aktualisiert: 08.10.2019, 16:52 Uhr
Rund 100 begeisterte Zuschauer – unter ihnen auch der Bürgermeister – genossen einen voller Melancholie, Leidenschaft, aber auch überschäumender Lebensfreude.
Rund 100 begeisterte Zuschauer – unter ihnen auch der Bürgermeister – genossen einen voller Melancholie, Leidenschaft, aber auch überschäumender Lebensfreude. Foto: Marion Bulla

„Flamenco ist Weltkulturerbe, und wir sind alle leidenschaftliche Tänzer. Wir wollen alles fördern, was die spanische Art anbelangt. Das ist unser Herzblut“, sagte Ingrid Keppeler am Samstagabend in ihrer Begrüßung zum 1. Everswinkeler Flamenco-Fest. Mit der Veranstaltung machten sie einen großen Schritt in diese Richtung. Der Verein präsentierte im Saal der Schule für Bühnentanz am Grothues einen Abend, der ganz im Zeichen des spanischen Tanzes stand, der schon fast als Synonym dafür gilt.

Große Gefühle: Sängerin Elva la Guardia.

Große Gefühle: Sängerin Elva la Guardia.

Es war ein Fest für alle Sinne. Vor der Bühnen-Show gab es köstliche spanischen Spezialitäten wie Tortilla, Pollo asado (spanische Hähnchenpfanne mit Kartoffeln und Zucchini) und Albóndigas (spanische Hackfleischbällchen mit Reis). Dann brach es los, das rhythmische Feuerwerk voller Melancholie, Leidenschaft, aber auch überschäumender Lebensfreude. Die Akteure, jeder für sich grandios, begeisterten die rund 100 Besucher im Saal vollends.

Virtuose Brillanz: Gitarrist Thomas Hickstein.

Virtuose Brillanz: Gitarrist Thomas Hickstein.

Etwa Yamuna Henriquez . Die heißblütige Flamenco-Tänzerin knallte gleich zum Auftakt zur „Alegria“ – was Freude auf deutsch bedeutet – zackig im Zwölfer-Takt ihre Schuhe mit den für den Tanz üblichen Nägeln beschlagenen Absätzen auf den Holzboden der Bühne. Immer in Bewegung. Mal sich rasant drehend, so dass die Volants ihres Kleides nur so tanzten, dann wieder ruhig und geschmeidig. Jeder Teil ihres Körpers war involviert, ja selbst ihr Blick sprach Bände und zeigte klar die Emotionen der Melodien. Ihre Auftritte waren sowohl optisch als auch akustisch ein Erlebnis. Doch war Yamuna Henriquez nicht allein auf der kleinen Bühne.

Mal rasant, mal geschmeidig und immer voller Emotionen: Die heißblütige Flamenco-Tänzerin Yamuna Henriquez.

Mal rasant, mal geschmeidig und immer voller Emotionen: Die heißblütige Flamenco-Tänzerin Yamuna Henriquez.

Auch Elva la Guardia ist eine Meisterin ihres Fachs. In diesem Fall war es der Gesang. In Perfektion intonierte die Spanierin die alten Weisen ihrer Heimat. Voller Inbrunst und mit Vollendung transportierte sie die großen Gefühle. Etwa beim „Taranto“, dem Gesang der Minenarbeiter. Der Schmerz und die Verzweiflung waren fast greifbar. Für virtuose Brillanz sorgte Thomas Hickstein, der das Trio als Gitarrist vervollständigte und mit faszinierenden Rhythmen sowie einer enorme Vielfalt glänzte.

Die Sängerin ist der Wahnsinn. Diese Leidenschaft ist unglaublich.

Zuschauerin Gabriele Conze

Gabriele Conze war mit Hermann Hanhart aus Hiltrup angereist. Sie tanzt selbst Flamenco und zeigte sich als Zuschauerin ziemlich begeistert von dem, was sich auf der Bühne abspielte. „Die Sängerin ist der Wahnsinn. Diese Leidenschaft ist unglaublich. Flamenco ist so emotional“, schwärmte die pensionierte Lehrerin.

Ein Abend voller Leidenschaft und Emotionen.

Ein Abend voller Leidenschaft und Emotionen.

Nach der Pause wurde neben den Tientos, die sich aus den Tangos entwickelt haben und nur langsamer, ernster und trauriger sind, zudem unter anderem die heitere „Sevillana“ ein sehr berühmter Flamenco-Stil aus Sevilla geboten. Das hochkarätige Trio zeigte zeigte einen wunderbaren Querschnitt durch die Vielfalt des Flamenco-Tanzes – ein wahrer Ohren- und Augenschmaus und längst nicht nur für bereits infizierte Liebhaber des Flamenco.

„Sie bereichern unsere Kultur und unser Leben hier in Everswinkel“, zeigte sich auch Bürgermeister Sebastian Seidel beeindruckt von dem Tanz und der Musik des kurzweiligen Abends.

„Wir wollen alles fördern, was die spanische Art anbelangt.“ Ingrid Keppler (l.) und Ania Stolte freuten sich auf ein Fest für die Sinne.

„Wir wollen alles fördern, was die spanische Art anbelangt.“ Ingrid Keppler (l.) und Ania Stolte freuten sich auf ein Fest für die Sinne.

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