Bürger-Forum für Everswinkel zum Gemeindeentwicklungs-Konzept
Breites Spektrum in kleiner Runde

Everswinkel -

Sollte der Bürgermeister angesichts des „Andrangs“ etwas ernüchtert gewesen sein, dann hat er es gut verborgen. „Ich hoffe auf rege Gespräche und tolle Ergebnisse“, begrüßte er am Montagabend im Ratssaal die drei Dutzend Bürger zum Everswinkeler Bürger-Forum, bei dem die bisherigen Ideen und Anregungen zum Gemeindeentwicklungs-Konzept (GEK) diskutiert werden sollten. Anregungen unter anderem aus der Auftaktveranstaltung vor einem Monat, als immerhin noch 100 Bürger den Saal gefüllt hatten.

Mittwoch, 09.10.2019, 07:50 Uhr
Tischgespräche beim Bürger-Forum Everswinkel: Die Teilnehmer rotierten zwischen vier Themen-Stationen, wo jeweils ein Moderator – hier Umweltberater Bernd Schumacher (2.v.l.) – die Ideen aufnahm und protokollierte.
Tischgespräche beim Bürger-Forum Everswinkel: Die Teilnehmer rotierten zwischen vier Themen-Stationen, wo jeweils ein Moderator – hier Umweltberater Bernd Schumacher (2.v.l.) – die Ideen aufnahm und protokollierte. Foto: Klaus Meyer

David Sommer vom begleitenden Büro „Energielenker“ übernahm den Aufschlag. 160 Fragebögen aus der Online-Umfrage seien eingegangen, nun gehe es um die Verfeinerung der Gedanken. „Wir wollen ein möglichst breites Spektrum abdecken.“ Seinen Appell zur Beteiligung an Themen, die man als Bürger gerne weiter mittragen wolle verband er mit dem Zielgedanken, „dass dieser Ortsteil auch in Zukunft weiter lebenswert ist“. Der Prozess der Bestandserhebung sei teilweise abgeschlossen, darauf baue dann die Potenzialanalyse auf. „Heute geht‘s darum, dass Sie die Maßnahmen-Ideen konkretisieren“, und sich vielleicht auch schon Projekt-Patenteams ergäben, die die Gemeinde unterstützen, übernahm Carolin Dietrich den Faden. Die Energielenker-Beraterin widmete sich der Stärken-Schwächen-Analyse in den vier Themenfeldern „Wohnen und Wohnumfeld“, „Verkehr und Mobilität“, „Versorgung und Arbeiten“ sowie „Bildung und Freizeit“.

Wie schon zum Auftakt verteilten sich die Teilnehmer an den vier Thementischen, rotierten alle 15 Minuten einen Tisch weiter und diskutierten. Eine Neumischung der Gesprächskreise gab‘s somit dabei nicht. Ob das eher ein Vor- oder Nachteil war? Da sich jeweils mehrere Partei-Kollegen zusammengefunden hatten, könnte das die Diskussionsvielfalt beeinflusst haben. Die katalysierten Gedanken landeten auf kleinen Zettel, die wiederum an vier Themenwänden, und letztendlich finden sie Eingang in die Prozess-Unterlagen.

Mit insgesamt 36 Teilnehmern blieb die Beteiligung deutlich hinter der Auftaktveranstaltung zurück.

Mit insgesamt 36 Teilnehmern blieb die Beteiligung deutlich hinter der Auftaktveranstaltung zurück. Foto: Klaus Meyer

„Vor allem der Bereich Bauen wurde immer wieder thematisiert“, bilanzierte Sommer. Der Ort entwickle sich nach Süden und damit immer weiter weg von der Versorgung. Nachverdichtung werde positiv gesehen, „aber gleichzeitig wurde gesagt, dass der Ortskern schon relativ stark verdichtet ist“. Andererseits gebe es noch große Grundstücke. Auch die Umnutzung großer Einfamilienhäuser, in denen vielleicht nur noch ein bis zwei Personen leben, in Zweifamilienhäuser sei ein Ansatz. Mehrgenerationenhäuser würden zwar öfter genannt, zugleich aber mit der Bemerkung, ,ich würde da gar nicht einziehen‘. „Es ist schwierig, da den Bedarf zu ermitteln“ und nicht Leerstände zu produzieren.

Es geht heute um komnkrete Lösungsvorschläge und Projekt-Ideen.

Carolin Dietrich

„Kontrovers wurde über den Magnusplatz diskutiert“, resümmierte Dietrich verschiedene Meinungen, ob diese Fläche oder der Kirchplatz belebt werden sollten. Bernd Schumacher vom Bau- und Planungsamt bestätigte: „Das Thema war in allen Gruppen sehr emotional.“ Von Sitzgelegenheiten, Spielgeräten und „Maxi-Sand“ bis zur mobilen Gastronomie oder einer Gastronomie auf gehobenem Niveau im Gebäude TV- und HiFi-Arning reichten die Ideen. Vorgeschlagen wurde auch, dass die Gemeinde das Arning-Gebäude erwerben solle, um dort ein Café der Alexianer mit Beratungsangebot zu ermöglichen. Während die „Maxi-Sand“-Idee „im kleinen Maßstab umgesetzt werden könnte“, so Schumacher, gestalte sich der Wunsch nach einer Parkanlage wohl schwieriger. „Wir haben in Everswinkel keine Anlage, die den Namen verdient, wurde gesagt.“ Wünsche gab‘s auch hinsichtlich einer Hunde-Wiese und einem öffentlichen Boule-Platz.

David Sommer beim Sammeln von Anregungen zum Thema Wohnen und Wohnumfeld.

David Sommer beim Sammeln von Anregungen zum Thema Wohnen und Wohnumfeld. Foto: Klaus Meyer

Ein „schwieriges Thema“ sei laut Dietrich die Frage, ob die Vitusstraße autofrei zur Fußgängerzone umgewandelt oder nur Teilbereiche zu bestimmten Zeiten gesperrt werden sollten. Einzelhandel im Süden anzusiedeln, einen Unverpackt-Laden ins Dorf zu holen, den Markt mit lokalen Einzelhändlern zu attraktivieren, einen Ortsplan mit Infos aufzustellen und die Radwege-Schilder mit QR-Codes für weitere Infos zu versehen, waren weitere Vorschläge. Sowie auch die Verbesserung einiger Radwege, die Beleuchtung der Strecke Everswinkel-Alverskirchen, der zu teure ÖPNV-Tarif zwischen beiden Ortsteilen (Vorschlag: günstiges Dauerticket), eine Busverbindung Wolbeck-Alverskirchen-Everswinkel abends und am Wochenende (Vorschlag Bürgerbus), Mitfahrerbank und -App oder E-Bike-Sharing.

Am Ende verabschiedete Seidel die Teilnehmer – übrigens ein Drittel von ihnen aktive Kommunalpolitiker – mit einem Dank für die Beteiligung und einer Hoffnung – „dass vielleicht beim nächsten Mal jeder noch einen oder zwei mitbringt“.

Bürgermeister Sebastian Seidel diskutierte in den verschiedenen Gruppen eifrig mit.

Bürgermeister Sebastian Seidel diskutierte in den verschiedenen Gruppen eifrig mit. Foto: Klaus Meyer

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