Kommentar
Keine Bürgerbewegung

Kommentar zum Bürger-Forum Everswinkel – „Breites Spektrum in kleiner Runde“

Mittwoch, 09.10.2019, 07:50 Uhr

Bescheidenheit wächst mit der Wirklichkeit. Dann bereiten auch kleine Dinge Freude. So, wie sich Bürgermeister Seidel am Montagabend über 36 Teilnehmer am Bürger-Forum zum Gemeindeentwicklungs-Konzept ( GEK ) freute. Sechsunddreißig. Von 6 480 volljährigen Everswinkelern. Zieht man Ausschuss- und Ratsmitglieder sowie aktive Parteikräfte einmal ab, bleiben zwei Dutzend. 24 Bürger, die die ersten Weichen für die Gemeindeentwicklung der nächsten Jahre stellen sollen? Erschreckend. So wie die gerade einmal neun Teilnehmer am GEK-Ortsrundgang eine Woche zuvor. Von einer Bürgerbewegung ist die Findungsphase fürs GEK (noch) meilenweit entfernt. Woran liegt es? An allgemeiner Interessenslosigkeit? Am generellen Schwund ehrenamtlich Engagagierter? An Politikverdruss oder Enttäuschung gegenüber der Kommunalpolitik? Fakt ist, dass die „Energielenker“ vom Beratungsbüro zwar den GEK-Bus ins Rollen gebracht haben, bislang aber kaum jemand zugestiegen ist. Wer nicht will, dass die Kommunalpolitik bei den Antworten auf die Fragen der Zukunft nur im eigenen Saft schmort und das GEK lediglich als Fördergeld-Legitimation für künftige Planungsprojekte im Aktenschrank verstaubt, sollte nicht länger in der Zuschauerrolle verharren. „Fridays for Future“ ist aus nur wenigen Aktivisten entstanden. „Einsatz für Everswinkel“ könnte die Losung für die Bürger sein, sich für die Zukunft vor Ort zu bewegen. Dazu muss man aufstehen, mitmachen. Wer nur zuschaut, sollte sich später nicht darüber beklagen, was ihm nicht gefällt. Jeder hatte seine Chance. Nämlich jetzt.

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