Kuriose Fortsetzung zum Thema „Klima-Notstand“
„Erschüttert“ über den Tonfall bei den Grünen

Everswinkel -

Noch einmal Züge eines Dramas trug die Fortsetzung der Geschichte um den Antrag der Grünen, den Klima-Notstand auszurufen. Nachdem das Thema im Planungsausschuss unter der Einwirkung von „grünen“ Zwischenrufen von den Zuschauerplätzen ablehnend beschieden worden war (die WN berichteten), wäre abschließend nun am Dienstag der Gemeinderat am Zuge gewesen. Doch es kam anders.

Donnerstag, 10.10.2019, 09:37 Uhr aktualisiert: 10.10.2019, 09:50 Uhr
Dieser Beitrag auf der Homepage des Ortsverbandes der Grünen hat für Ärger gesorgt.
Dieser Beitrag auf der Homepage des Ortsverbandes der Grünen hat für Ärger gesorgt. Foto: Screenshot

Irrtümlicherweise hatte es die Gemeindeverwaltung laut Bürgermeister Sebastian Seidel versäumt, diese Angelegenheit auf die Tagesordnung zu setzen. Das ist grundsätzlich kein Problem, besteht doch die Möglichkeit, auch nachträglich – mit Votum des Rates – noch einen Punkt auf die Tagesordnung zu setzen. So wollte der Bürgermeister auch mit dem Resolutionsantrag der Grünen-Fraktion verfahren. Für die Grünen war dies allerdings keine Option. Sie lehnten die nachträgliche Aufnahme auf die Tagesordnung mit der Begründung ab, dass mögliche interessierte Bürger durch das gemeindliche Versäumnis nun nicht im Vorfeld informiert worden seien und die Diskussion verpassen würden.

Seidel nahm es gelassen auf und merkte mit Blick auf die mit vier Bürgern besetzten Zuschauerplätze (darunter die beiden Spitzen des Grünen-Ortsverbandes) ironisch an: „Deshalb sind vermutlich auch so wenige Leute hier.“ Dann aber wich sein Schmunzeln einem sehr ernsten Gesicht. Alle im Rat vertretenen Parteien seien demokratische Parteien, setzte er an. „Dass Menschen im politischen Raum unterschiedlicher Meinung sind, gehört dazu.“ Auch dass die öffentlich geäußert und zugespitzt werde, gehöre dazu. Dass aber der politische Mitbewerber – sprich hier die CDU – in einem öffentlichen Beitrag auf der Homepage der Everswinkeler Grünen „als autokratisch bezeichnet wird, ist nicht nur dreist. Das ist ein absoluter Tiefpunkt. Ich bin erschüttert.“ Seidel mahnte zur Mäßigung und zu einer überlegten Wortwahl, „denn wir sind alle Demokraten“. Beifall für dieses Statement gab‘s nicht nur von CDU, SPD und FDP, sondern auch von den Ratsmitgliedern der Grünen.

Der Grünen-Antrag soll übrigens auf der Tagesordnung der nächsten Ratssitzung im November seinen Platz finden.

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