Velo-Routen-Projekt zwischen Everswinkel und Wolbeck
Es läuft auf einen Neubau hinaus

Everswinkel/Alverskirchen -

Sie sollen einmal die „Autobahnen“ nach Münster sein. Aber nicht für Pkw, sondern für Fahrräder. Mit dem Projekt „Velo-Routen“ sollen in den Münster und die Nachbar-Kommunen miteinander verbunden und der Auto-Verkehr reduziert werden. 13 solcher Linienverbindungen, auf denen schneller und sicherer Radverkehr ermöglicht werden soll, sind vorgesehen. Eine davon betrifft die Vitus-Gemeinde.

Freitag, 11.10.2019, 08:16 Uhr aktualisiert: 11.10.2019, 08:20 Uhr
Blick auf den Radweg an der K3 zwischen Alverskirchen und Wolbeck. Auf dem Gemeindegebiet zeugen schon zahlreiche Flickstellen von den Schäden an der Strecke.
Blick auf den Radweg an der K3 zwischen Alverskirchen und Wolbeck. Auf dem Gemeindegebiet zeugen schon zahlreiche Flickstellen von den Schäden an der Strecke. Foto: Klaus Meyer

„Es ist eines der wichtigen Projekte in der Stadtregion“, unterstrich Bürgermeister Sebastian Seidel im Planungsausschuss. „Wir wollen versuchen, die Menschen aufs Fahrrad zu bekommen.“ Eine der Routen wird Münster mit Wolbeck, Alverskirchen und Everswinkel miteinander verbinden. Gerade der Abschnitt zwischen Alverskirchen und Wolbeck aber ist noch weit von so einer Komfort-Strecke entfernt. Während auf Wolbecker Terrain die Stadt Münster für den Zustand bzw. Ausbau verantwortlich ist, liegt die Verantwortung auf Alverskirchener Boden beim Kreis. Um sich einmal den aktuellen Stand der Planungen und den zeitlichen Horizont der Realisierung aufzeigen zu lassen, hatte der Ausschuss mit André Hackelbusch den Leiter des Amtes für Umweltschutz und Straßenbau des Kreises Warendorf zu Gast.

Es ist eines der wichtigen Projekte in der Stadtregion.

Bürgermeister Sebastian Seidel

Hackelbusch blickte zunächst zurück auf die Zeit, als von den 13 vorgesehenen stadtregionalen Velo-Routen fünf priorisiert worden seien, darunter jene von Münster nach Telgte (siehe Info-Kasten). „Jetzt gibt es einen strategischen Schwenk“, jetzt seien alle 13 Strecken gleichzeitig im Fokus, um nicht Zeit zu verlieren. Mit jenem Abschnitt von Alverskirchen in Richtung Wolbeck seien 2,5 Kilometer Radweg auf Kreisgebiet dabei, „die wir auf Velo-Routen-Standard bringen möchten“. Die Bemerkung von Hackelbusch, die Strecke sei „in einem interessanten Zustand“ sorgte für Gelächter im Ausschuss. Etliche Wurzelschäden, Unebenheiten und Flickstellen prägen den Radweg, auf dem es schon Unfälle mit schweren Verletzungen gab. Aus Verkehrssicherungspflicht weist derzeit ein Schild auf die schlechte Strecke hin. „Acht Stellen sind mir aufgefallen, wo sich der Asphalt schon sehr hebt“, bilanzierte er eigene Eindrücke. Noch im Oktober wolle man die betroffenen Stellen fräsen und neu asphaltieren, um sich „über die Zeit zu retten“.

Der Radweg ist in einem interessanten Zustand.

André Hackelbusch, Leiter der Amtes für Umweltschutz und Straßenbau des Kreises Warendorf

Der Velo-Routen-Ausbau werde letztendlich auf einen Neubau hinauslaufen. Die künftige Breite werde bei drei Metern liegen mit zwei Metern Abstand zu den Bäumen. Dafür ist Grunderwerb von etwa einem Meter Breite nötig. Der Radweg soll zudem auf Straßenniveau angehoben werden. Für alle 13 Routen sei ein Interessenbekundungsverfahren bei Planungsbüros gelaufen, 17 hätten sich beworben. Man müsse sehen, was das Europäische Vergaberecht ermögliche. So wäre beispielsweise eine Planung der Strecke Wolbeck-Alverskirchen aus einer Hand von Vorteil („Alles an einem Strang“). Fördermittel seien übers NRW-Aktionsprogramm „Nahmobilität“ greifbar.

Was den weiteren Ausbau in Richtung Everswinkel angeht, so wies Bau- und Planungsamtsleiter Norbert Reher auf die erst vor einigen Jahren erfolgte Sanierung des Radweges zwischen den Ortsteilen hin. Somit stehe der Teil jetzt nicht im Fokus. Die Fortführung der Trassierung von Wolbeck ins Zentrum von Münster werde wohl über Gremmendorf erfolgen. Probleme für die Velo-Route auf Gemeindegebiet seien in Alverskirchen zu erwarten. „Wir werden nie 100 Prozent Velo-Routen-Standard erreichen. In Alverskirchen zum Beispiel stehen Häuser, die können wir nicht einfach wegnehmen“, spielte Seidel auf die Enge der Hauptstraße an.

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