Info-Tag beim Löschzug Alverskirchen
Frauen-Power bei der Feuerwehr

Alverskirchen -

„Wie schwer ist so eine Schlauchrolle?“, will Maria Börding wissen. Alexander Wiesmann zögert nicht lange. Der Alverskirchener Löschzugführer hält ihr kurzerhand eine solche hin. Die Seniorin staunt nicht schlecht, als sie feststellt, welche Gewichte die Feuerwehrleute so stemmen müssen.

Montag, 21.10.2019, 08:00 Uhr aktualisiert: 22.10.2019, 11:56 Uhr
Engagieren sich als Feuerwehrfrauen in den Löschzügen Everswinkel und Alverskirchen (v. l.): Franziska Ruch, Frauke Sommerhage, Samantha Braunisch und Helena Fonfara.
Engagieren sich als Feuerwehrfrauen in den Löschzügen Everswinkel und Alverskirchen (v. l.): Franziska Ruch, Frauke Sommerhage, Samantha Braunisch und Helena Fonfara. Foto: Marion Bulla

Maria Börding ist eine von 20 Gästen, die Samstag zum Feuerwehrgerätehaus gekommen sind, um sich über die Arbeit der Kameraden zu informieren. Speziell über die Rolle der Frauen. Die Aktion war anlässlich des 100-jährigen Bestehens der Feuerwehr in Alverskirchen in Kooperation mit KFD und Seniorengemeinschaft St. Agatha organisiert worden.

„Frauen in der Feuerwehr ist ein Thema, das nicht mehr wegzudenken ist. Sie ergänzen das Spektrum um eine ganze Menge. In vielen Bereichen sind Frauen auch einfach besser“, gibt Wiesmann gerne zu. Einige der Feuerwehrfrauen, in Alverskirchen zählt der Löschzug aktuell vier und in Everswinkel sieben weibliche Kameradinnen, sind an diesem Tag natürlich vor Ort. Darunter auch Helena Fonfara . Seit viereinhalb Jahren ist die 22-Jährige aktive Brandbekämpferin. Vor allem die Gemeinschaft in der Truppe gefällt ihr gut. „Es herrscht immer eine gute Atmosphäre. Ich denke, es gibt keinen Verein, wo so unterschiedliche Menschen zusammenkommen. Wir haben alle andere Berufe, und auch die Altersklassen sind sehr verschieden“, kommt die Medizinstudentin ins Schwärmen. Dass sie einmal als Notärztin unterwegs sein wird, kann Helena Fonfara sich sehr gut vorstellen.

Franziska Ruch engagiert sich seit zehn Jahren im örtlichen Löschzug. Zunächst war die 24-Jährige in der Jugendfeuerwehr, bevor sie Feuerwehrfrau wurde. „Ich bin da so reingewachsen. Meine älteren Schwestern waren schon in der Jugendfeuerwehr, und ich durfte manchmal mit zu den Übungen. Da war ich dann schon mal das verletzte Opfer oder so. Das hat mir Spaß gemacht“, strahlt die Physiotherapeutin.

Dass es für sie schwerer in der Feuerwehr ist, können die Frauen nicht bestätigen. „Es ist anders. Wir heben beispielsweise die Schläuche anders hoch und gehen manches anders an. Es kommt aber auf die Größe an, und ich denke, das ist nicht geschlechtsspezifisch. Gibt ja auch kleine Männer“, stellt Samantha Braunisch fest, bevor den Besuchern die umfangreiche Technik der Fahrzeuge erklärt wird.

Langweilig ist die Arbeit der Feuerwehr nicht. Bis zu 60 Mal werden die Alverskirchener Blauröcke im Jahr zu Einsätzen gerufen. Dabei stehen sie im Rahmen der Kooperation „TEO“ in enger Zusammenarbeit mit den Feuerwehren Ostbevern und Telgte . „Es gibt keine Berufsfeuerwehr. Wenn sie die 110 wählen, dann kommen wir. Das wissen manche gar nicht“, sagt Wiesmann.

„Übrigens“, so verkündet der Löschzugführer, „war der Löschzug Alverskirchen der erste im Kreis, der eine Frau in seinen Reihen hatte. Es war Marlies Linnemann, die 1983 aufgenommen wurde.“

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